67'606 Tote in der Schweiz

14. November 2017 09:33; Akt: 14.11.2017 17:33 Print

Das sind die häufigsten Todesursachen

67'606 Menschen sind im Jahr 2015 in der Schweiz gestorben. Der Bund hat die häufigsten Todesursachen ermittelt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Jahr 2015 haben die Grippe im Frühling und eine Hitzewelle im Sommer zu einer auffälligen Häufung von Todesfällen geführt. Die Alterung der Bevölkerung schlägt sich ebenfalls in den Todesursachen nieder.

2015 starben in der Schweiz 67'606 Menschen, 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Bundesamt für Statistik (BFS) geht in seiner am Dienstag veröffentlichten Todesursachenstatistik davon aus, dass wegen der starken Grippewelle rund 2500 Personen mehr als üblich starben, wegen der Hitze im Juli etwa 500 weitere.

Überdies sterben gemäss BFS wegen der wachsenden Zahl alter Menschen jedes Jahr etwa 500 Personen zusätzlich. Durch die Häufung der Sterbefälle ging 2015 die Lebenserwartung erstmals seit 1990 leicht zurück. Sie betrug noch 80,7 Jahre für Männer und 84,9 Jahre für Frauen. 2016 nahmen die Todesfälle wieder auf knapp 65'000 ab, und die Lebenserwartung stieg über den Stand von 2014.

Geringere Bedeutung der Kreislaufkrankheiten

Nach wie vor lassen am meisten Menschen wegen Herzkreislaufkrankheiten ihr Leben. 2015 waren es 21'593 Personen, was einem Drittel aller Todesfälle entspricht. Bei den Männern ist jedoch der Abstand zu Krebs gering geworden: Bei ihnen gehen 29,8 Prozent der Fälle auf Kreislaufleiden und 29,3 Prozent der Fälle auf Krebskrankheiten zurück.

Im mittleren Alter ist Krebs bei beiden Geschlechtern sogar der häufigste Sterbegrund - bei den Männern effektiv zwischen 45 und 82 Jahren, bei den Frauen zwischen 36 und 79. Vorher, ab dem Alter von 15 Jahren, sind Unfälle und Suizid bei Männern und Frauen am häufigsten.

Insgesamt wuchs die Zahl der krebsbedingten Todesfälle 2015 um 3 Prozent auf 17'261. Deutlich stärker war das Plus mit 10,5 Prozent bei der Demenz (6365 Todesfälle) und mit 20,3 Prozent bei den Krankheiten der Atmungsorgane (4614). Ebenfalls stark zugenommen haben die Diagnosen Parkinson (+21 Prozent) sowie Senilität und Altersschwäche (+25 Prozent).

Sterbehilfe immer verbreiteter

Um beinahe ein Drittel erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr die Zahl der assistierten Suizide. 965 Personen nahmen 2015 Sterbehilfe in Anspruch, davon 426 Männer und 539 Frauen. Zehn Jahre zuvor waren es fast fünfmal weniger gewesen. Bei den eigentlichen Selbsttötungen gab es 2015 mit 1071 Fällen nur einen geringen Anstieg (+34). 792 der Suizide betrafen Männer, 279 Frauen.

(woz/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B.L. am 14.11.2017 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Statistik 2015

    Wow - fast zwei Jahre, und schon sind die Zahlen da. Hoffentlich gibt es da kein Burnout.

  • Peter Notfallpfleger am 14.11.2017 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur zu Tode pflegen bringt Geld

    Bin ich froh, dass man uns das wenigstens bestätigt! Nur nicht Grippe impfen bei über 75jährigen in Heimen, damit sie eine Chance haben eines natürlichen!Todes im Rahmen der erwarteten Alterung zu sterben und nicht dank Gesundheitsindustrie im Pflegeheim vor sich hin vegetieren, bettlägerig, in der Kacke liegend, sabbernd! Und zahlend! Teuer bezahlt! Die Gesundheitspolitik soll mal einer verstehen! Kosten senken auf Teufel komm raus dort wo Behandlung nötig wäre und Gelder versauen, wo keiner sie wirklich noch einsetzen will! Geschweige denn Provisionen in 500 Mio Höhe!

    einklappen einklappen
  • Uhr am 14.11.2017 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uralt

    Es gibt immer mehr alte Menschen, also gibts auch mehr Todesfälle. Darf man überhaupt noch sterben?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Giovanni1 am 14.11.2017 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    time lag

    Weshalb das Erstellen einer solchen Statistik 2 Jahre beansprucht, ist mir schleierhaft. Eigentlich sollte es ja nicht so viele rückwirkende Fälle ins Jahr 2015 geben... Diese Statistiker sterben jedenfalls nicht aufgrund von Arbeitsstress ;-)

  • Hugo Keller am 14.11.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine kleine Tatsache

    Alles halb so schlimm, zur Zeit leben auf der Welt mehr Menschen, als alle Menschen die je gestorben sind.

  • Thomas C am 14.11.2017 11:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben und sterben lassen

    Wir sterben alle mal, das ist auch gut so. Den Pflanzen schneidet man auch die alten Triebe zurück, damit sie wieder viel Wachstum bringen. Ohne Tod kein Leben. Schöne Statistik, irgendwelche Handlungen sind sicher nicht angezeigt.

  • W25 am 14.11.2017 11:47 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Also, mir gibt es zu denken wie viele junge Menschen Suizid begehen. Ich finde die Allgemeinheit sollte darüber nachdenken, ob es wirklich nötig ist die Jungen so fertig zu machen. Das kenne ich nur von der Schweiz. Vor allem finanziell und beruflich.

  • Ulrich Steiger am 14.11.2017 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Da stimmt doch etwas nicht!

    Vor ein paar Jahren konnte man lesen, dass jeder 5. an Krebs sterbe. Inzwischen ist es jeder 3. Und noch immer wird behauptet, wir würden immer älter. Da kann doch etwas nicht stimmen. Vor allem, weil die wirklich alten Leute kaum an Krebs sterben.

    • SwissSail am 14.11.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      @Ulrich Steiger

      Danke, sie sagen es. 2015 war die Lebenserwartung in der CH erstmals rückläufig! Haben sie das in den Qualitätsmedien gelesen?

    • errare humanum est am 14.11.2017 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Ulrich Steiger

      Dass die Lebenserwartung steigt ist den Statistiken zuzuschreiben. Es gibt kaum noch Kindersterblichkeit und auch der Unfalltod wurde mit verschiedensten Massnahmen etwas herunter gedrückt. Ausserdem ist es logisch, dass die Lebenserwartung steigt wenn ein Land überaltert. Die Geburtenrate und die Gesundheitliche Versorgung erhöhen also die Lebenserwartung eines Landes, was nicht bedeutet, dass die Menschen per se immer älter werden. Selbst in der Antike war man erst ein Greis, wenn man graue Haare hatte. Früher galt man mit vierzig noch nicht als alt, auch wenn die Lebenserwartung dies sagt.

    • Prof Crab am 14.11.2017 12:56 Report Diesen Beitrag melden

      Wissenschaft

      Krebs ist eine auftretende Krankheit die zum Vorschein kommt mit dem Alter. Der menschlche Körper ist nicht für die lange Lebensdauer gemacht, darum kommt früher oder später bei jedem der Krebs und zwingt uns zum Abschied.

    einklappen einklappen