Falsche Übersetzung

07. Dezember 2017 20:21; Akt: 07.12.2017 20:21 Print

Coop verkauft «Frauen» für einen guten Zweck

Auf einer Grittibänz-Verpackung von Coop hat sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen. Das Unternehmen räumt das Missgeschick ein.

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Gabrielle* konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als sie eine «Frau» aus dem Coop essen wollte. Oder besser gesagt einen Grittibänz, den Coop zugunsten des Roten Kreuzes verkauft.

Auf der Verpackung des Gebäcks prangt eine verwirrende Übersetzung. Während der italienische und deutsche Wortlaut darauf hinweisen, dass bei jedem Kauf des Grittibänz 10 Rappen an bedürftige Familien in der Schweiz gehen, lässt sich die französische Version etwas anders übersetzen: «Für jede verkaufte gute Frau spendet Coop 10 Rappen an bedürftige Schweizer Familien.»

Zu wörtlich übersetzt

Das Unternehmen aus Basel bedauert den Fehler und betont, es habe damit weder Frauen beleidigen noch Menschenhandel fördern wollen. «Es handelt sich um eine unglückliche Übersetzung», sagt Coop-Sprecher Ramon Gander.

Im Verkaufsregal würden beide Geschlechter der Grittibänze angeboten. «Bonhomme» bedeutet im Französischen so viel wie Grittibänz. Um die weibliche Form zu kreieren, habe wohl jemand zu wörtlich übersetzt, so Gander. «Es ist aber schwer, den genauen Ursprung des Fehlers zu ermitteln.» Zudem sei die Übersetzung nicht Coop-intern gemacht worden.

Nicht das erste Mal

Zurückrufen möchte das Unternehmen die Verpackungen aber nicht. Es seien bereits alle gedruckt und der Aufwand wäre enorm. Letztes Jahr wurden rund 1,1 Millionen solcher Grittibänze abgesetzt, wodurch Coop dem Schweizerischen Roten Kreuz 110'000 Franken spenden konnte. Fürs nächste Jahr werde man den Text aber anpassen.

Gemäss Gander prangte die falsche Übersetzung schon letztes Jahr auf den Grittibänz-Beuteln, ohne dass es jemand gemerkt habe. «Wir sind aber froh, dass uns jemand darauf aufmerksam gemacht hat», sagt Gander.

Schon 2013 hatte eine falsche Übersetzung von Migros-Erdbeeren bei Kunden für Spott gesorgt. Damals stand auf der Verpackung, die Früchte hätten einen «wilden Kussgeschmack».

*Name von der Redaktion geändert

(ywe/duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marco S am 07.12.2017 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    ein guter Zweck

    Eben habe ich aus zuverlässiger Quelle erfahren, dass innert zwei Tagen 7641 Ehemänner bei COOP angerufen haben und ihre guten Frauen für den Verkauf zur Verfügung gestellt hätten. Ich finde das wirklich ergreifend, da es sich ja schliesslich um einen guten Zweck handelt.....

  • Aaron A. am 07.12.2017 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    En Guete

    Seh kein Grund dass sich Coop entschuldigen sollte. Kann passieren, wird immer wieder passieren. Die, die Humor haben werden sich köstlich amüsieren und s'Grittibänzi geniessen. Frohe Fesstage und nächstes Jahr an Ostern, könnt ihr ja mit dem Satz ""Für jedes verkaufte Ei, eines Mannes. . . . . . ."" beginnen!! Dann kann ich auch mal Schmunzeln.

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  • Joe am 07.12.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich!

    Wieso gibt's da keine Push Nachricht? Ist doch voll wichtig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz Ebner am 08.12.2017 18:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie erhöht man die Nachfrage?

    Vielleicht hat derjenige bei Coop sich doch etwas dabei gedacht. Der männliche Grittibänz soll wie meistens üblich am Tisch gegessen werden. Die weibliche Grittibänzin ist für den "Gluscht" zwischendurch gedacht und schmeckt anscheinend am besten im Bett.

  • David M. am 08.12.2017 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glaube ich nicht.

    Sie müssen nur Geld zuhause abliefern die "Franzosen" !-)

  • Meine Güte am 08.12.2017 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    zum Psychiater

    Darf Coop Männer, Spitzbuben, Berliner und Wiener zu einem "guten" Zweck verkaufen, oder rasten die Zicken nur bei Frauen aus?? Es gibt Arbeit für die Psychiatrie, wen wundert's, dass da die KK-Prämien steigen!

  • marko 32 am 08.12.2017 12:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein

    Das ist nicht in Ordnung

  • Philipp Müller am 08.12.2017 12:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bonhomme

    Wie man weiss lässt Coop die Verpackungen im Ausland drucken. Gleichzeitig will Coop verhindern, dass die Schweizer nicht im Ausland einkaufen.

    • Dimetrius am 08.12.2017 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Philipp Müller

      Richtig....und man stelle sich nur vor was das kosten würde in CH zwecks Überprüfung einen zu finden, der korrekt Deutsch und Französisch (immerhin zwei unserer Landessprachen) beherrscht...Habe übrigens beim Konkurrenten Migros schon Plakate mit hanebüchenen italienischen Texten entdeckt, aber offenbar ist auch DIE Sprache zu exotisch, als dass einer etwas überprüfen könnte....

    • Randbemerker am 08.12.2017 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      ähm....

      Ist das "nicht" geplant? Würde doch ohne viel mehr sinn machen, oder?

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