Oberhallau SH

24. November 2017 06:54; Akt: 24.11.2017 09:59 Print

Retter stehen bis zum Hals in der Gülle

von T. Mathis - Auf einem Bauernhof in Oberhallau SH fielen zwei Kühe in ein Güllenloch. Für die Helfer war die Rettung kräftezehrend.

Ruedi Keller und Celine Blaser vom Grosstierrettungsdienst Schweiz retten zwei Kühe aus einem Güllenloch.
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Ohne zu zögern, sprangen Ruedi Keller und Céline Blaser vom Grosstierrettungsdienst Schweiz in ein rund drei Meter tiefes Güllenloch, um auf einem Bauernhof in Oberhallau zwei Kühe zu retten. Bei ihrem Ganzkörperanzug schauten nur Kopf und Hände heraus. An den Füssen trugen sie Flossen.

«Wir sind uns gewohnt, in die Gülle zu springen», so Keller. Es brauche keine Überwindung dazu. Jährlich würden sie bis zu 50 solche Einsätze bestreiten. «Die Herausforderung in diesem Fall war, dass die Gülle sehr zäh war und man nicht stehen konnte», so Keller. Im Video hört man ihn sagen: «Das ist eine dicke Pampe.»

Kühe seien kooperativ gewesen

Die Rettung sei deshalb kräftezehrend gewesen. «Man hat keinen Halt. Das macht es schwierig, das Rettungsnetz unter dem Tier zu fixieren.» Die Kühe hätten sich jedoch kooperativ verhalten. «Das ist nicht immer so. Pferde etwa müssen wir jeweils zuerst betäuben.» Innerhalb einer Dreiviertelstunde waren die beiden Tiere mit einem Gewicht von 450 und 600 Kilogramm befreit. Zum Einsatz kam dabei der Lastwagenkran eines lokalen Bauunternehmens.

Alarmiert wurden die Tierretter von der Feuerwehr Hallau-Oberhallau-Trasadingen. «Wir sind für solche Fälle nicht ausgerüstet und rufen dann jeweils den spezialisierten Rettungsdienst», sagt Feuerwehrkommandant Patrick Bührer. Die acht Mann hätten sich um die Belüftung des Raums gekümmert.

Tiere sind wohlauf

Passiert war das Unglück laut Bührer, weil der Bauer die Grube geöffnet hatte, um das Rührwerk in Betrieb zu nehmen. Nur kurz habe sich der Landwirt abgewendet und schon sei eine Kuh in der Grube geschwommen. Als der Bauer mit einem Strick herbeieilte, waren es bereits zwei.

Die beiden Kühe haben ihren Aufenthalt im Güllenloch überstanden, wie die «Schaffhauser Nachrichten» berichten. Die stark unterkühlten Kühe seien nach ihrer Rettung mit warmem Wasser abgespritzt worden und seien bereits am Tag danach wieder wohlauf gewesen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K.F. am 24.11.2017 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Würde nicht jeder machen! Gute Arbeit!

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  • Karin am 24.11.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Wow! Danke für den Einsatz!!!

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  • SonjaA am 24.11.2017 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach super!

    Super! Toller Bericht über tolle Menschen, die wirklich alles für ein Tier geben! Meine Hochachtung für eure Leistung! Schöns Tägli und liebs Grüössli aus dem Bernischen! ;)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gruess Us Zug am 25.11.2017 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respect!

    Respekt für die Beiden, die da rein sind. Mir währe es hochgekommen ;)! Super Rettung - die Kuh dankt sicher auch!

  • Pius Weidmann am 25.11.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lausige Sicherung - SUVA wo?

    Bin kein vollkörper Fango-Fan. Bevorzuge als klar denkender Mensch eher schlaue Sicherungsmassnahmen, damit so etwas gar nicht erst nötig ist.

  • Gruusig am 25.11.2017 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Gülle!

    Auch die Red steckt in der Gülle: ZB. wenn sie jammert, dass 2016 von 4 205 655 Frauen in der Schweiz ganze 281 leichte Straftaten begangen hätten!

  • Jamaika Jamal am 25.11.2017 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wortwörtlich

    Scheisse gelaufen was?

  • Edi am 25.11.2017 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Truppe

    Ich bin selber bei der Feuerwehr und durfte die Truppe persönlich kennenlernen. Ich bin von ihrer inneren Begeisterung sofort begeistert gewesen und wenn man bedenkt wie viel Eigenleistung sie erbringen kann man das mit Wort fast nicht beschreiben. Schön das es sie gibt.

    • MonaLisa am 25.11.2017 10:01 Report Diesen Beitrag melden

      bin froh dass die Kühe gerettet wurden!

      Tatsächlich tolle Truppe. Kann die Leute mit Daumen-runter einfach nicht verstehen! (vermutlich nur Leute die keine Ahnung haben von Landwirtschaftsbetriebe) Haben vermutlich das Herz (oder gar keins) am falschen Ort!!! VIELEN DANK an das Einsatzteam :)

    • Sven am 25.11.2017 13:51 Report Diesen Beitrag melden

      Härzig

      Ich bin froh, dass sie Mona Lisa einschlägig mit in Gülle feststeckenden Kühen auskennt!

    • MonaLisa am 25.11.2017 18:48 Report Diesen Beitrag melden

      Gülle oder Galle

      @Sven...ich war nicht dabei...und die Tiere steckten noch nicht fest...! Und ja...kenne mich aus mit Kühen, mehr als mit solchen komischen s'Svens wie Sie.

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