Knatsch bei Green Cross

22. Februar 2017 09:51; Akt: 22.02.2017 11:26 Print

Gorbatschow wirft Bäumle Sabotage vor

Die Umweltschutzorganisation Green Cross und ihre Schweizer Sektion erheben gegenseitige Vorwürfe.

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Ist von seiner Position im Dachverband von Green Cross zurückgetreten: Michail Gorbatschow, ehemaliger Staatspräsident der Sowjetunion. (Archivbild) (Bild: Keystone/Jens Meyer)

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Es herrscht dicke Luft zwischen Green-Cross-Gründer Michail Gorbatschow und Martin Bäumle, Präsident der Schweizer Abteilung. Ersterer ist vor kurzem zurückgetreten – schuld soll das Fehlverhalten der Schweizer Sektion sein. Sie würde ihren Zahlungspflichten nicht nachkommen. Die fehlenden Mitgliederbeiträge würden Green Cross in eine unmittelbare Liquiditätskrise führen, wie die Organisation auf ihrer Websiteschreibt.

Konkret richten sich die Vorwürfe aber gegen Martin Bäumle, dessen Namen mehrfach genannt wird. So schreibt Gorbatschow in einem Briefvon «Intrigen» und «Sabotagen», die letztendlich zu seinem Rücktritt geführt hätten.

Bäumle hält sich noch zurück

Martin Bäumle bestätigt die Auseinandersetzungen auf Anfrage von SRF: «Es gibt Differenzen über die Lage bei Green Cross International. Es ist aber ganz klar, dass wir das intern diskutieren müssen. Im Moment darf und kann ich keine Informationen geben.» In einer Mitteilung soll er dazu jedoch geschrieben haben, dass die Schweiz erst dann wieder bereit sei, ihre Beiträge zu leisten, wenn Green Cross mehr Transparenz in Finanzierungsfragen zeige.

Neben der Schweizer Sektion habe auch die Tochter des verstorbenen polnischen Unternehmers Jan Kulczyk ihre Spendenzahlungen eingestellt. Dominika Kulczyk wird von GCI als eine ihrer wichtigsten Geldgeberinnen bezeichnet. Ausstehend seien auch die Zahlungen der amerikanischen und der italienischen Sektion.

13 Millionen Franken Spenden in der Schweiz

Green Cross International mit Sitz in Genf wurde 1993 nach der UNO-Umwelt-Konferenz in Rio von Gorbatschow gegründet. Die NGO engagiert sich weltweit für die Bewältigung von Folgeschäden aus Industriekatastrophen wie Tschernobyl, für die Sanierung von militärischen Altlasten aus der Zeit des Kalten Krieges und für die Prävention von neuen Kriegen. Green Cross ist in 30 Ländern vertreten.

Green Cross Schweiz nahm im letzten Jahr Spenden in Höhe von 13 Millionen Franken ein. Die Zahl der Mitglieder stieg gleichzeitig auf 51'700. Die Ziele der Umweltorganisation werden von der Parlamentarischen Gruppe Green Cross unterstützt. Diese setzt sich parteiübergreifend aus 28 Ständerätinnen und -räten sowie aus 100 Nationalrätinnen und Nationalräten zusammen.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter von der Tann am 22.02.2017 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwach?

    Wenn eine Weltweite Organisation Liquiditätsprobleme bekommt wenn die Schweizer Sektion nicht zahlt - dann ist nicht wirklich gross...

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  • Nötzli am 22.02.2017 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Tranparenz, kein Geld!

    Wenn Green C. Liquiditätsprobleme hat, muss ja unser Beitrag enorm sein, wie immer für andere, wir können leider nicht zurücktreten (Volk)

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  • Pralinchen am 22.02.2017 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    also..

    egal ob grünes rotes oder blaues Kreuz, man weiß nie wo die Spendengelder hingehen... ich helfe nur noch in der unmittelbaren Umgebung...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Frage am 23.02.2017 01:41 Report Diesen Beitrag melden

    Transparenz

    Ist die Organisation wirklich das, was sie deklariert?

  • alfmir am 22.02.2017 18:26 Report Diesen Beitrag melden

    nicht vertrauenswürdig....

    Wenn das über all die Jahre gesammelte Geld der Hilfswerke , plus der Entwicklungshilfe Gelder, ergibt zusammen hunderte Milliarden, an ihren Bestimmungsorten ankommen würde, müsste schon lange kein Mensch auf der Welt mehr Hungern, oder wäre ohne Bildung. Korruption und Unterschlagung, auch bei diesen Werken, lassen grüssen...

  • Maslik am 22.02.2017 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helfen anstatt Motzen !

    Wahrscheinlich zeigte Grenn Cross CH Vorgänger Peter Beriger mehr Fingerspitzengefühl als Martin Bäumle. Das Green Cross macht sehr viel Gutes und verdient höchste Anerkennung. Wer sonst, ausser Michail Gorbachev hätte diese Organisation auf die Beine stellen können ? Dieser Mann hat so sehr viel Gutes getan. Es gebührt ihm grossen Dank. Die Schweizer Green Cross Mitglieder täten gut daran, die Organisation zu unterstützen !

  • Stefan Huller am 22.02.2017 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hintergründe erkennen

    Es ist immer toll, wenn sich grüne Organisationen welche angeblich dem Umweltschutz frönen, um die lieben Finanzen streiten.

  • Geissenpeter am 22.02.2017 15:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Image Schaden

    wäre ich ein ausl. Spender, ich würde ab jetzt nicht mehr spenden.