Medien-Deal

05. März 2017 11:25; Akt: 05.03.2017 12:09 Print

SVP-Milliardär bietet 230 Millionen für den «Blick»

Ex-SVP-Nationalrat Walter Frey hat Ringier offenbar ein Kaufangebot für die «Blick»-Gruppe unterbreitet. Der Konzern ist davon aber nicht angetan.

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230 Millionen Franken bietet der Autohändler und Milliardär Walter Frey, der für die SVP im Nationalrat sass, dem Medienunternehmen Ringier für die «Blick»-Titel. Das berichtet die «NZZ am Sonntag». Damit würde er den «Sonntagsblick», «Blick» und «Blick am Abend» sowie die Onlineportale der letzen beiden übernehmen. Angesichts des Strukturwandels, unter dem die Ringier-Titel leiden, sind 230 Millionen eine ausserordentlich hohe Summe.

Im Ringier-Kader vorgesprochen hat laut der Zeitung der Basler Anwalt Martin Wagner, der auch Rechtsvertreter der «Basler Zeitung» von Christoph Blocher ist. Wagner soll Frey dabei als wichtigsten Investor genannt haben, wie die Zeitung weiter schreibt. Frey ist bereits Besitzer der Lokalinfo-Gruppe, zu der unter anderem der «Stadt-Anzeiger» von Opfikon gehört.

Steckt Blocher dahinter?

Seine Medienaffinität hat die Ringier-Spitze offenbar aber nicht überzeugt. Die Transparenz über weitere Investoren ist laut dem Bericht nicht gegeben. Im Verkaufsgespräch habe Wagner zudem erwähnt, eine Gratis-Sonntagszeitung voranzutreiben, wenn es nicht zu einem Verkaufsabschluss komme – ein Projekt, von dem auch Christoph Blocher seit letztem Sommer spricht und das eine direkte Konkurrenz für den «Sonntagsblick» darstellen würde.

Hinter dem Deal wird deshalb Blocher selbst oder seine Beteiligung daran vermutet. Eine rechtsorientierte Berichterstattung wäre aber nicht mit dem linksliberal ausgerichtetem Medienhaus kompatibel. Schon in den Achtzigerjahren wurde «Blick»-Chefredaktor Peter Übersax abgesetzt, weil er einen zu rechten Kurs fuhr.

Ringier: «Verkauf steht ausser Diskussion»

Ex-SVP-Bundesrat Blocher verhandelte bereits mit den Mediengruppen Tamedia und AZ Medien, ein Deal kam aber nicht zustande. Das 230 Millionen-Angebot könnte ein weiterer Versuch sein, die mediale Macht von Blocher in der Schweiz zu vergrössern, vermutet die «NZZ am Sonntag».

Blocher sagt im Artikel, er habe noch nie von einem solchen Angebot gehört. Anwalt Wagner wollte das Gerücht nicht kommentieren. Walter Frey selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Beim Medienkonzern heisst es: «Es gibt und gab immer wieder Anfragen bezüglich Firmen von Ringier, auch für die Blick-Gruppe. Der Verkauf der Blick-Gruppe steht aber ausser Diskussion.»

Dies bekräftigte Ringier-CEO Marc Walder am Sonntagmorgen auf Twitter:


(duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Milance17 am 05.03.2017 12:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neutrale Medien gefordert

    Die leute wollen neutrale Medien und nicht links oder rechts. Momentan schreiben die Medien so das sich der Leser gar keine Meinung bilden kann, sondern die Meinung des Verfassers übernehmen soll. Bitte lasst eure eigenen Meinungen und Emotionen ausser acht beim verfassen eines Artikels und bleibt sachlich und neutral, damit sich jeder Mensch seine meinung bilden kann über das geschehene.

    einklappen einklappen
  • A.v.M. am 05.03.2017 13:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    geht günstiger

    Wenn Blick so weitermacht werden immer mehr Abonnenten abspringen und man bekommt die Blickgruppe zum Schnäppchenpreis.

  • dieter Politiker am 05.03.2017 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wäre gut

    am Ende wird die blickgruppe für 100 milionen mehr nach China verkauft

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nix Problem in Sicht am 05.03.2017 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    230 Millionen

    Die sollten das Angebot annehmen, solange noch jemand bereit ist, diesen Betrag zu zahlen! :-) Wenn man sich die Entwicklung der Auflagezahlen ansieht... :-)

  • No Face No Name am 05.03.2017 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Okay

    An der Qualität und Neutralität würde sich nicht viel verändern...

  • Kudi, Weggis am 05.03.2017 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausgleich zu Links

    Da unser TV sehr linkslastig ist, wäre eine neue Stärke für Rechts vermutlich gar nicht schlecht. Will jetzt nicht die linken Zeitungen aufzählen. Ihr kennt sie sicher. Übrigens, ich wähle weder links noch rechts, sondern nach gesundem Menschenverstand.

  • rammirocker am 05.03.2017 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich....

    und wir wären weiter einen Schritt näher an einer Diktatur. Blocher hat ja bereits einen Propaganda-TV-Kanal da wäre es ja auch noch gut für Ihn. wenn er die grösste (bezahl) Tageszeitung unter sich hätte. Nordkorea lässt grüssen. Wie sagt ein altes Sprichwort: Geld regiert die Welt, Traurig aber wahr!!! Danke Ringier, wenigsten, habt ihr Charakter (bis jetzt) gezeigt und auf "neutrale" Berichterstattung gesetzt!!!

  • Leser am 05.03.2017 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollen doch

    Blocher und seine Kumpane kaufen was sie wollen. Die Leser steuern die "Macht" des Mediums. Man kann 'danach' auch den Bluck zum z'Nüni nicht mehr lesen und die SVP läuft ins Leere.