«No Billag»-Initiative

07. Dezember 2017 13:01; Akt: 07.12.2017 13:51 Print

«Spendete erstmals 15 Fr – gegen ‹No Billag›»

von D. Krähenbühl - Um die «No Billag»-Initiative buhlen beide Seiten im Internet um Spenden. Doch wer öffnet das Portemonnaie?

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Vincent Hohler (25), Management Trainee: «Es ist das erste Mal, dass ich eine politische Kampagne finanziell unterstütze. Mir liegt am Herzen, die Schweizer Bevölkerung über das Privileg aufzuklären, das wir speziell in der Schweiz haben: ein neutrales Medienhaus.» L.P.* (30), Autohändler: «Normalerweise interessieren mich Abstimmungen nicht gross. Aber die ‹No Billag›-Initiative betrifft mich persönlich und darum setze ich mich ein. Ich spendete für meine Verhältnisse nicht wenig – also 200 Franken – für das ‹No Billag›-Komitee. Als ich jetzt die finanziellen Beträge der Gegner sah, beschloss ich, gleich nochmals 100 Franken beizutragen.» David Fux (43), Gymnasiallehrer: «Ich habe die Operation Libero in der Kampagne gegen die ‹No Billag›-Initiative mit 50 Franken unterstützt. Die Initiative ist für mich ein Angriff auf die Demokratie schlechthin.» Sonia de Cicco (44), kaufmännische Angestellte: «Zwar habe ich in der ‹No Billag›-Diskussion noch keine Spenden getätigt, werde das aber vielleicht nachholen. Allerdings habe ich der Operation Libero für die Kampagne ‹Ja zur Einbürgerung der 3. Generation› gespendet.» Beat Hofer (49), Unternehmensberater: «Ich spende etwa einmal jährlich bis zu 100 Franken für Initiativen, die ich als wichtig für uns Bürger erachte. Für die ‹No Billag›-Initiative habe ich gespendet, da sie eine wegweisende und wichtige Initiative ist, um die ausufernde Gebührenflut einzudämmen.» Laut Kommunikationsberater Iwan Rickenbacer engagieren sich dank den Online-Plattformen mehr junge Leute: «Es ist populär geworden, sich auf Onlineplattformen in politische Prozesse einzubringen und dort eine jüngere Wählerschaft anzusprechen.»

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Der Kampf um die Abschaffung der Empfangsgebühren ist auch ein Kampf ums Geld: Waren es früher vor allem Parteien und Verbände, die Kampagnen führten, wird Crowdfunding immer wichtiger. So haben die Befürworter der «No Billag»-Initiative auf diesem Weg schon 104'000 Franken eingenommen.

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Noch erfolgreicher sind die Gegner: Die Operation Libero sammelte in nur zwei Tagen über 160'000 Franken. Und der Verein «Nein zum Sendeschluss», der von SRG-Sympathisanten aus Kultur und Politik gegründet wurde, hat über eine halbe Million Franken eingenommen – dank hunderten von Kleinspenden. Laut Ex-SRF-Chefredaktor Diego Yanez engagiert sich die Zivilgesellschaft «in der vollen Breite».

Wer aber sind die Gesichter hinter den nackten Zahlen? Fünf Spender erklären, warum sie eine Kampagne unterstützt haben.

L.P.* (30), Autohändler: «Normalerweise interessieren mich Abstimmungen nicht gross. Aber die ‹No Billag›-Initiative betrifft mich persönlich und darum setze ich mich ein. Ich spendete für meine Verhältnisse nicht wenig – also 200 Franken – für das ‹No Billag›-Komitee. Als ich jetzt die finanziellen Beträge der Gegner sah, beschloss ich, gleich nochmals 100 Franken beizutragen. Ich hoffe, dass ich durch meine Spende bald nicht mehr gezwungen werde, für schlechte TV-Sendungen zu bezahlen, die ich nicht einmal schaue.»

David Fux (43), Gymnasiallehrer: «Ich habe die Operation Libero in der Kampagne gegen die ‹No Billag›-Initiative mit 50 Franken unterstützt. Die Initiative ist für mich ein Angriff auf die Demokratie schlechthin. Sie geht einher mit anderen Versuchen der Rechten, die Gewaltenteilung zu schwächen. Zudem bin ich ein Fan von SRF und finde, dass das Schweizer Fernsehen und besonders auch das Radio ausgezeichnete Arbeit machen. Ich bin der Meinung, dass die Abstimmung eine der allerwichtigsten der letzten Jahre ist, noch wichtiger als die Masseneinwanderungsinitiative.»

Sonia de Cicco (44), kaufmännische Angestellte: «Zwar habe ich in der ‹No Billag›-Diskussion noch keine Spenden getätigt, werde das aber vielleicht nachholen. Allerdings habe ich der Operation Libero für die Kampagne ‹Ja zur Einbürgerung der 3. Generation› gespendet. Ich bin selber Seconda, meine Kinder sind die dritte Generation. Als ich ein Einbürgerungsgesuch stellte, hat die Gemeinde gesagt, ich sei zu wenig gut integriert. Und als Nichtschweizerin ist man doppelt bestraft: Man darf nicht abstimmen und ist gezwungen, die Resultate einer Abstimmung zu akzeptieren. Als sich Operation Libero für dieses Anliegen einsetzte, war für mich klar, dass ich mich für die Zukunft meiner Kinder einsetzen muss.»

Beat Hofer (49), Unternehmensberater: «Ich spende etwa einmal jährlich bis zu 100 Franken für Initiativen, die ich als wichtig für uns Bürger erachte. Für die ‹No Billag›-Initiative habe ich gespendet, da sie eine wegweisende und wichtige Initiative ist, um die ausufernde Gebührenflut einzudämmen. Ausserdem ist die SRG politisch stark polarisierend geprägt und es erinnert mich stark an Staatspropaganda, wenn man beispielsweise die Nachrichtensendungen anschaut. Von ausgewogener Berichterstattung kann keinesfalls ausgegangen werden.»

Vincent Hohler (25), Management Trainee: «Es ist das erste Mal, dass ich eine politische Kampagne finanziell unterstütze. Ich habe 15 Franken gespendet, als Trainee liegt aktuell nicht mehr drin. Mir liegt es am Herzen, die Schweizer Bevölkerung über das Privileg aufzuklären, das wir speziell in der Schweiz haben: ein neutrales Medienhaus. Man muss nur mal im Ausland gewesen sein, um das verstehen zu können. Die USA ist das beste Beispiel, wo man sieht, wie politisch motiviert die Medien sind. Geld allein darf nicht die Informationen beherrschen, die wir aufgetischt bekommen.»

«Mehr jüngere Leute interessieren sich für politische Themen»

Laut Kommunikationsberater Iwan Rickenbacher engagieren sich dank den Online-Plattformen mehr junge Leute: «Es ist populär geworden, sich auf Onlineplattformen in politische Prozesse einzubringen und dort eine jüngere Wählerschaft anzusprechen.» Ausserdem interessierten sich immer mehr jüngere Leute für politische Themen.

Dieses Interesse äussere sich aber nicht auf gewohntem Weg via Parteispende oder -zugehörigkeit. Vielmehr werde das Online-Crowdfunding als politisches Mittel entdeckt, Personen auf direktem Weg anzusprechen und zu mobilisieren. «Der Verein Operation Libero ist ein gutes Anschauungsbeispiel dafür», sagt Rickenbacher.

«Die alteingesessenen Parteien haben jetzt enormen Nachholbedarf und müssen lernen, sich auf den neuen Plattformen zu bewegen», betont Rickenbacher. Bisher richteten sich die Kommunikation der Parteien und auch die Aufrufe zu Parteispenden nämlich vor allem an Personen mittleren oder fortgeschrittenen Alters. Rickenbacher warnt: «Parteien müssen in Zukunft aber auch Online-Communitys ansprechen, wenn sie den Anschluss nicht verlieren wollen».


*Name der Redaktion bekannt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chlapf Anchopf am 07.12.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja zu NoBillag

    Es braucht keine Zwangsgebühren. Wenn all die Gegner der No Billag Initiative sich weiter das SRF antun wollen können sie brav ein SRF Abo bezahlen.

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  • Ursli am 07.12.2017 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung

    Ich bin klar für die Abschaffung der Zwangsgebühren. Die Sendezeit im SRF-TV wird zu etwa 16% durch Werbung genutzt. Es kann nicht sein, dass ich dafür auch noch Gebühren bezahlen muss. Die SRG hat während Jahren aus dem «Goldenen Topf» geschöpft. Es wird Zeit, den Gürtel etwas enger zu schnallen.

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  • SDS am 07.12.2017 13:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldfluss?!

    Ich könnte Wetten, dass mit all den Spendengeldern die in die Kampagnen fliessen, die SRG in einer effizienteren Art locker für ein Jahr finanziert werden könnte. Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass das Geld für Kampagnen verschwendet wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Feierabend am 08.12.2017 18:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spenden, Spenden, ...

    Weil ich ich mich weiterhin unabhängig informieren will, unterstütze ich das NEIN-Lager.

    • Oliver R. am 08.12.2017 19:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Feierabend

      Wie meinen Sie dies, mit unabhängig informieren will? Haben Sie wirklich die Vorstellung, Medien seien unabhängig?

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  • Watchdog am 08.12.2017 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin "no billag"!!

    Ich bin "no billag"!!

  • bluehope am 08.12.2017 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Na wer hat schon...

    die neue Billagrechnung bekommen? werde diese mit annahme verweigert zurück schicken, macht mit!!!

  • Marco am 08.12.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wir werden sehen!

    Ihr könnt schreiben so viel ihr wollt. Ich bin überzeug, dass es ein JA geben wird. Genauso bin ich auch überzeugt, dass es SRF auch danach noch geben wird. Falls es tatsächlich so sein sollte, dass SRF geschlossen werden müsste, wovon ich wirklich nicht ausgehe, wäre das aber auch nicht wirklich weiter tragisch. Wir werden sehen!

  • JayBee am 08.12.2017 15:50 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt Spenden?

    Wieso jetzt spenden? Ich finde, dass Herr Hohler und all die Anderen erst nachdem Ja zur "NO Billag" spenden sollten. Jetzt wird das Geld für nichts aus dem Fenster geworfen. Und wie wollt Ihr dann noch die geliebte SRG unterstützen?