Mütter immer älter

29. Juni 2017 14:05; Akt: 29.06.2017 15:58 Print

So viele Geburten wie seit 1972 nicht mehr

2016 sind in der Schweiz 87'900 Kinder zur Welt gekommen. Die Lebenserwartung steigt – vor allem bei den Männern.

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Im Vergleich zum Vorjahr nahm 2016 die Zahl der Geburten um 1,5 Prozent zu, wie die am Donnerstag publizierten definitiven Ergebnisse der Statistik der natürlichen Bevölkerungsentwicklung zeigen. In seinen provisorischen Zahlen war das Bundesamt für Statistik (BFS) noch von einem Rückgang der Geburten ausgegangen.

Mehr Neugeborene als 2016 gab es mit 91'300 Kindern letztmals 1972. Damals neigte sich in der Schweiz der Babyboom dem Ende zu, der Mitte der 1960er-Jahre mit jeweils über 110'000 Lebendgeburten seinen Höhepunkt erreicht hatte.

Mehr Frauen im gebärfähigen Alter

Die Zahl der Todesfälle sank zwischen 2015 und 2016 von 67'600 auf 65'000, was einem Minus von 3,9 Prozent entspricht. Damit wuchs der Geburtenüberschuss, also die Differenz zwischen Geburten und Todesfällen, auf 22'900 Personen. Das ist der höchste Stand seit 25 Jahren. Der Geburtenüberschuss ist neben der Zuwanderung der zweite Treiber des Bevölkerungswachstums.

Mehr Neugeborene gab es im vergangenen Jahr vor allem bei ausländischen Staatsangehörigen. Von einem neuerlichen Babyboom kann aber gemäss BFS nicht gesprochen werden. Vielmehr hänge die Entwicklung mit der wachsenden Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zusammen. Die Geburtenziffer blieb denn auch stabil bei 1,5 Kindern pro Frau.

Älteste Mütter waren 59

Das Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes stieg hingegen weiter an und lag 2016 bei 30,8 Jahren (2015: 30,7). Seit 2001 beträgt das Plus fast zwei Jahre. Die beiden ältesten Mütter des Landes kamen letztes Jahr aus den Kantonen Zürich und Neuenburg und zählten beide 59 Jahre.

Drei Viertel der Kinder werden in der Schweiz nach wie vor im Rahmen einer Ehe geboren. Der Anteil der nichtehelichen Geburten nimmt aber zu, im Jahr 2016 um 7,5 Prozent auf 21'300. Parallel dazu verläuft die Zahl der Vaterschaftsanerkennungen. Sie erhöhte sich letztes Jahr um 4,6 Prozent auf 20'400 Fälle.

Männer holen auf

2015 war es wegen der Grippe und des Hitzesommers zu einem starken Anstieg der Todesfälle gekommen. Damit verbunden war ein Rückgang der Lebenserwartung. 2016 hat diese wieder zugenommen. Bei den Männern stieg sie bei Geburt von 80,7 im Vorjahr auf 81,5 Jahre, bei den Frauen von 84,9 auf 85,3 Jahre.

Der Geschlechtsunterschied bei der Lebenserwartung hat sich weiter verringert und betrug 2016 noch 3,8 Jahre, im Jahr 2001 waren es noch 5,7 Jahre. Die verbleibende Lebenserwartung im Alter von 65 liegt für Männer aktuell bei 19,8 Jahren, für Frauen bei 22,6 Jahren. Damit hat sie sich seit 2001 bei den Männern stärker erhöht (2,5 Jahre) als bei den Frauen (1,5 Jahre).

Mehr Heiraten und Scheidungen

Anders als es die provisorischen Zahlen erwarten liessen, nahmen 2016 auch die Heiraten und Scheidungen zu. So wurden 41'600 Ehen geschlossen, 0,5 Prozent mehr als 2015. Einzig schweizerische Staatsangehörige gaben sich etwas weniger (-0,2 Prozent) das Ja-Wort.

Etwas mehr als 700 gleichgeschlechtliche Paare entschieden sich für eine eingetragene Partnerschaft, was einem Plus von 4 Prozent entspricht. Bei den Männern gab es ein Anstieg um 14 Prozent oder 62 Paare, bei den Frauen hingegen einen Rückgang um 13 Prozent oder 34 Paare.

Geschieden wurden 2016 gut 17'000 Ehen (0,4 Prozent). Bei Fortsetzung der beobachteten Trends kann laut BFS davon ausgegangen werden, dass zwei von fünf Ehen eines Tages geschieden werden.

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Realist am 29.06.2017 15:47 Report Diesen Beitrag melden

    Wer will die ganze Welt integrieren?

    Sommaruga will die ganze Welt in der Schweiz integrieren.Das wird noch viel schlimmer werden.Das ist völlig absurd und realitätsfremd.

  • Leserin* am 29.06.2017 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Kulturen und Lebensweisen

    Ich glaube, wie im Bericht auch erwähnt wurde, dass wir einfach viele Menschen aus Ländern bei uns haben, wo grosse bis sehr grosse Familien normal und erwünscht sind.. Dass zwei viel ältere Mütter noch Kinder bekommen haben, wird hier wohl nicht wirklich ins Gewicht gefallen sein..

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  • Sparfuchs Aargau am 29.06.2017 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat wird es schon richten

    Der äusserst grosszügige Sozialstaat, zieht die ganze Welt an.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kinderlos am 03.07.2017 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stress

    Bin aus einer Grossfamilie . Bin immer das schwarze Schaf . Bin auch im Jahr 1972 geboren . Wollte nie Kinder ! Vielleicht auch wegen der Vergangenheit ! Kinder dürfen nicht mehr Kinder sein ! Viele sind überall dabei auch neben der Schule ! Eltern machen auch Stress weil die Leistung perfekt sein muss !

  • Alles Gehört Mir am 01.07.2017 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fraglich

    Gut für uns Alten, das gibt neue Steuerzahler. Wir haben dasLebenlang eingezahlt. Das gibt mehr Nettozahler! Oder gibt es mehr Sozialhilfeempfänger?

  • Mensch am 30.06.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Menschheit wird immer Älter!

    Ich finde die Bevölkerung wird immer Älter! Und somit haben wir automatisch mehr Menschen auf dieser Erde. Die Lebenserwartung ist gestiegen. Ich weiss früher haben die Leute mehr Kinder gemacht als heute. Heute sind es im schnitt 2 Kinder pro Familie und früher waren es 4 Kinder.

  • Yamayka am 30.06.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Blinde Statistik ohne Aussage

    Lieder die Statistik sagt uns nichts über die Gründe dieses "Boomes". Welche Bevölkerungsteil, aus welchen Kulturen und mit welchem Sozialstatus

  • Tim am 30.06.2017 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    Geburtenziffer

    Man braucht nur eine Kennzahl: Die Geburtenziffer/Frau in der Schweiz liegt unter 1.5. 2 müssten es mindestens sein. Mit jeder Generation gibt es also weniger Schweizer.