Verhandlung am Militärgericht

22. November 2017 08:20; Akt: 23.11.2017 17:15 Print

Verteidiger will Freispruch in allen Punkten

Heute steht ein Grenzwächter vor Gericht. Eine schwangere Syrerin verlor während der Rückführung ihr Kind. War es seine Schuld?

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Vor drei Jahren wollte eine syrische Grossfamilie von Mailand über die Schweiz nach Paris und in ihr Zielland Deutschland reisen. In der Schweiz wurden sie von der Grenzwache aufgehalten. Der zuständige Grenzwächter verordnete daraufhin die Rückführung der Familie nach Italien. Er brachte sie zuerst nach Brig VS.

Die damals 22-jährige schwangere Frau brach dort zusammen, die Wehen setzten ein. Obwohl der Ehemann der Frau den verantwortlichen Grenzwächter mehrmals auf ihren schlechten Gesundheitszustand aufmerksam machte, blieb er untätig. Er habe die Rückführung nach Italien durchziehen wollen. Als die Familie schliesslich mit dem Zug in Italien ankam, wurde die Frau sofort ins Spital gebracht – und erlitt eine Totgeburt.

Heute beginnt nun der Prozess gegen den verantwortlichen Grenzwächter am Militärgericht in Bern. Er wird voraussichtlich bis am Freitag dauern. Im schwersten Fall plädiert die Anklage auf vorsätzliche Tötung, im leichtesten auf untauglichen Tötungsversuch.

(sil)