Freysinger am Abgrund

09. März 2017 22:50; Akt: 10.03.2017 10:26 Print

«Seit 20 Jahren gehe ich durch die Hölle»

Oskar Freysinger spricht über seine drohende Abwahl aus der Walliser Regierung. Und wie es danach weitergehen könnte.

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Oskar Freysinger hat im Wallis fast die Hälfte seines Wähleranteils eingebüsst. Zwar wird er zum zweiten Wahlgang antreten. Doch angesichts des glänzenden Resultats von CVP-Mann Christophe Darbellay und Freysingers abgeschlagenem sechsten Rang ist die Wiederwahl in den Staatsrat ungewiss.

Er wolle bis zum Schluss weiterkämpfen und sei optimistisch, sagte Freysinger dem «Blick». Sollte er scheitern, erfinde er sein Leben neu.

Weitermachen oder aufhören?

Es könne dann gut sein, dass er sich weiterhin in der SVP Schweiz einsetzen würde. «Möglich ist aber auch, dass ich mich ganz aus der Politik verabschiede. Ich habe genug gelitten», sagte er dem «Blick». Und: «Seit 20 Jahren gehe ich durch die Hölle.»

Freysinger nimmt das Resultat der Staatsratswahlen nicht persönlich. «Ich habe mein Departement im Griff», sagte er bereits vor drei Tagen dem «Tages-Anzeiger». Wenn er nicht wiedergewählt werden sollte, gehe er in den Ruhestand.

Familie Darbellay reicht Anzeige ein

Im Wallis sorgen zurzeit Plakate für Aufregung, auf denen CVP-Staatsratskandidat Christophe Darbellay und sein Vater verunglimpft werden. Diesem wird unterstellt, er habe öffentliche Gelder für eine Wahlkampagne seines Sohnes verwendet. Die Familie Darbellay reichte am Mittwoch Strafanzeige ein, die Urheberschaft ist unklar.

Die Plakate wurden entlang der grossen Verkehrsachsen im Zentralwallis sowie in den Regionen von Savièse, Conthey und Fully angeschlagen, wie Christophe Darbellay am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte damit einen Bericht von Radio Rhône FM.

«Abstossend und gemein»

Staatsratskandidat Darbellay hat eines der Plakate fotografiert und auf seine Facebook-Seite gestellt. Zu den mutmasslichen Urhebern wollte er sich nicht äussern. Er habe Vertrauen in die Polizei und die Staatsanwaltschaft, sagte er.

Auch SVP-Staatsrat Oskar Freysinger hat nach eigenen Angaben bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen unbekannt eingereicht. Er bezeichnet die Plakate gegen die Familie Darbellay als «abstossend» und «gemein». Ausserdem seien sie auch ihm gegenüber diffamierend, weil die Urheber eine grafische Gestaltung verwendet hätten, die an die Plakate der SVP zur Ausschaffung krimineller Ausländer erinnern solle.

(oli/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ChrisT am 09.03.2017 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    20 Jahre durch die Hölle und das freiwillig?

    Wieso?

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  • Franziskus am 09.03.2017 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Der Arme...

    Wenn man ihn jeweils austeilen hört, kommt es einem gar nicht vor, als ob es ihm so schlecht ginge. Aber man sagt ja, dass ein von Hass vergifteter Geist durchaus sehr ungesund sein kann, ja sogar die, wie er es nennt, Hölle auf Erde.

  • Innerschweizer am 09.03.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jammern

    Es hat in niemand dazu gezwungen in die Politik zu gehen, oder versucht er sich als armes Opfer darzustellen damit er vielleicht doch noch ein paar stimmen bekommt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ein schelm am 11.03.2017 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man man man

    ich frage mich warum? mir würde da 1 monat schon reichen...

  • Nepomuk007 am 10.03.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegen Utopia von links

    Freysinger ist das zweite Opfer von Trumps Wahlerfolg (Hofer war das erste). Weil Trump ein derart negatives Image hat - ob zu Recht oder nicht sei mal dahingestellt - überlegen sich wiele Wähler, ob sie einen Politikwechsel wirklich wollen und verbleiben dann im letzten Moment der Wahlentscheidung bei den verbliebenen Parteien. Die Wähler scheuen in diesem Moment den Sprung ins kalte Wasser. Es ist also wesentlich, dass Trump weiterhin so unbeliebt bleibt, damit die National-konservativen die künftigen Wahlen verlieren. Meine Prognose ist darum, dass Wilders, le Pen und die AfD die Wahlen 2017 massiv verlieren werden - leider, und so können die Linken ihre Chaospolitik weiter vorantreiben. Ich hoffe, dass die Oppositionsparteien dies rechtzeitig bemerken.

  • Chl am 10.03.2017 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bedauern?

    30 Jahre leiden, dann hat er sich den ruhigen Ruhestand aber schwer verdient!

  • Möörli am 10.03.2017 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Moor

    Guten Tag Herr Freysinger, 2O Jahre so exponiert in der Politik. Was Sie auch geleistet haben, gedankt wird es nicht, aber nach Haaren in der "Suppe"gesucht. Geniessen Sie Ihre neue Freiheit, falls Sie nicht gewählt würden. Der Moor hat seine Schuldigkeit getan, der Moor kann gehen, oder:)

  • Köbeli am 10.03.2017 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pilgerweg

    Seit 20 Jahren durch die Hölle? Da verkommt jeder Pilgerweg zur Farce.