Obergerlafingen SO

03. November 2017 19:16; Akt: 13.11.2017 14:57 Print

Dreiste Diebe brechen in CBD-Anlage ein

20 Kilo legaler Hanf lagen bereit für die Produktion von Zigaretten. Diebe haben die Ware mit einem Volumen von acht 120-Liter-Fässern abtransportiert.

Die Diebe sind eingebrochen, obwohl sie gesehen haben mussten, dass noch jemand im Gebäude ist. «Das finde ich dreist», sagt Dario Tobler von der Firma Zitronic Hemplements, die Zigaretten mit CBD-Hanf herstellt.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Nachdem der Geschäftspartner von Dario Tobler in der Nacht auf Montag um Mitternacht nach Hause gegangen war, dachte Tobler, dass er allein auf dem Areal der Firma Zitronic Hemplements in Obergerlafingen SO sei. Später habe er aber gehört, dass in der Gärtnerei neben dem Büro etwas vor sich gegangen sei. Als er nachsehen wollte, hätten zwei Männer in weissen Overalls vor ihm gestanden.

Die beiden Unbekannten machten sich sofort auf die Socken. Tobler verfolgte sie noch rund um die Gärtnerei herum, erwischte sie aber nicht mehr. Sie verschwanden im Gebüsch. «Im ersten Moment dachte ich, dass ich die Diebe auf frischer Tat ertappt habe», sagt Tobler. Erst als er zurück in der Gärtnerei war, merkte er, dass der frisch geerntete CBD-Hanf weg ist. Den finanziellen Schaden beziffert Tobler auf rund 80'000 Franken.

Hanf hatte Volumen von acht 120-Liter-Fässern

Es handelte sich um rund 20 Kilo legalen Hanf, der in knapp drei Wochen als Zigaretten auf den Markt hätte kommen sollen. 6666 Schachteln hätte es daraus gegeben. «Das Material hat ein grosses Volumen von rund acht 120-Liter-Fässern und passt kaum in ein normales Auto», so Tobler. Die Täter seien wohl mit einem Lieferwagen gekommen. Und es seien sicherlich mehr als nur zwei Personen gewesen.

Das zeigen auch die Bilder der Überwachungskamera. In einem Video ist zu sehen, wie die Täter eintreffen und dann die Kamera gegen den Himmel richten. Was Tobler nach wie vor beschäftigt, ist die Dreistigkeit der Täter: «Ich finde es unglaublich, dass die Täter eingebrochen sind, obwohl sie gesehen haben mussten, dass noch jemand im Gebäude ist.»

«Es ist eine herbe Einbusse im ersten Betriebsjahr»

Es sei nicht der erste Einbruch gewesen, sagt Tobler. Vor kurzem sei jemand über das Dach in die Gärtnerei eingestiegen. Dass es am Standort, den das Unternehmen erst vor einem Jahr bezogen hat, schon zum zweiten Mal zu einem Polizeieinsatz gekommen ist, ist dem Unternehmer unangenehm. Zudem stelle ein solcher Schaden im ersten Betriebsjahr eine herbe Einbusse dar.

Die Kantonspolizei Solothurn bestätigt den Einsatz. Bisher fehle von den Tätern noch jede Spur. Die Polizei ermittle in diesem Fall.

(tam)