E-Zigaretten

05. August 2017 09:16; Akt: 05.08.2017 09:16 Print

Hier dürfen Sie in den Ferien noch dampfen

Ein Schweizer wurde in Thailand wegen einer E-Zigarette verhaftet. Der Bund weiss von ähnlichen Fällen. Auch andere Länder sind äusserst restriktiv.

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Einem Schweizer drohen nach seiner Verhaftung in Thailand bis zu zehn Jahre Haft. Sein Vergehen: Er hat eine E-Zigarette geraucht. Das Land ist bekannt für seine restriktiven Regeln, wenn es um Drogen oder Rauschmittel geht. Nun scheinen auch E-Zigaretten stärker in den Fokus der Behörden zu geraten. Neben Thailand haben auch Brunei, Kambodscha, Indonesien, Singapur, Hongkong und Vietnam ein umfassendes Verbot von E-Zigaretten eingeführt, wie eine Auflistung von «Tobacco Asia» zeigt.

Brunei hat demnach den Import und Verkauf von E-Zigaretten schon 2010 unter Strafe gestellt. Bei Zuwiderhandlung drohen Bussen von umgerechnet knapp 5000 Franken, im Wiederholungsfall bis zum doppelten Betrag. Private Konsumenten werden allerdings kaum bestraft, könnten aber beim ersten Mal mit knapp 300 Franken gebüsst werden.

Liberales Vietnam

In Indonesien sind die elektronischen Zigaretten ebenfalls verboten, in Touristenorten scheint das Gesetz aber nicht durchgesetzt zu werden. Allenfalls könnten die Zigaretten konfisziert werden. Singapur wiederum geht strenger vor: Umgerechnet 3600 Franken Strafe drohen, wenn man mit der E-Zigarette erwischt wird. Die Strafe muss aber durch ein Gericht gesprochen werden.

In Kambodscha soll gemäss dem «Wall Street Journal» der Premierminster persönlich die E-Zigaretten verboten haben – wegen «negativem Einfluss auf die Jugend». Das Gesetz scheint aber nicht besonders restriktiv angewendet zu werden. Auch in Vietnam hat der Bann eher theoretischen Charakter, und fehlbare Touristen müssen kaum mit Sanktionen rechnen.

12'000 Franken Strafe oder Haft

Verboten ist der Konsum von E-Zigaretten in Hongkong. Die Strafen sind drastisch: Für den Besitz von E-Zigaretten können Bussen in der Höhe von umgerechnet bis zu 12'000 Franken verhängt werden. Sogar Gefängnisstrafen von bis zu zwei Jahren sind denkbar – es sei denn, es handle sich um nikotinfreie Geräte, die legal sind.

In den USA unterscheidet sich die Regulierung von Bundesstaat zu Bundesstaat, grundsätzlich ist der Verkauf von E-Zigaretten an Volljährige aber erlaubt. In Japan sind nikotinfreie E-Zigaretten erlaubt und nikotinhaltige generell verboten. In Südkorea und auf den Philippinen wiederum sind die Regeln äusserst liberal und Reisende müssen nicht mit Konsequenzen rechnen.

Gelegentliche Verhaftungen in Thailand

In Thailand selbst wird das Gesetz unterschiedlich streng gehandhabt. Gemäss «Tobacco Asia» scheine der Privatkonsum kein Problem darzustellen. Beim Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) heisst es hingegen auf Anfrage von 20 Minuten, Verhaftungen geschähen in Thailand gelegentlich. Es handle sich nun aber um den ersten Schweizer, der deswegen verhaftet worden sei.

In den Reisehinweisen des EDA zu Thailand wird nicht explizit vor den E-Zigaretten gewarnt. Die Reisehinweise hätten nicht den Anspruch, umfassende Reise-Informationen zu bieten, sagt eine EDA-Sprecherin. Sie seien eine Ergänzung zu anderen Informationsquellen. Sie würden aber laufend überprüft und bei Bedarf angepasst und könnten sich auch kurzfristig ändern. Das EDA lege in den Hinweisen den Fokus auf die Sicherheit in den Bereichen Politik und Kriminalität.

(ehs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jemal am 05.08.2017 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überall gibt es Übertreibungen

    Jetzt schütteln wir den Kopf aber auf der Liste mit strengsten Verkehrsstrafen sind wir weltweit auch auf erster Stelle. Da schütteln halt die anderen den Kopf.

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  • Nichtraucher am 05.08.2017 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wer soll an sowas denken?

    Wie soll jemand auf die Idee kommen, dass er wegen E-Zigaretten in grosse Schwierigkeiten geraten kann?

  • Faebu am 05.08.2017 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Ich verstehe das Problem der e-zigis nicht??? Stinkt doch weniger als normale oder?!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mara am 06.08.2017 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Lobbyismus pur

    Klar wird das Dampfen aufs Übelste bekämpft. Wie viele ehemalige Raucher sind durch das Dampfen von diesen stinkenden Glimmstängeln losgekommen? Ich bin eine von ihnen. Aber die Tabaklobby sieht das gar nicht gerne, zumal E-Dampfen nicht nur der Tabakmafia böse Profiteinbussen beschert sondern auch der Pharmaindustrie. Aufhörwillige Raucher brauchen weder Pillchen noch Pülverchen noch sonstwas und dampfen ist nachgewiesen deutlich (!) weniger schlimm als rauchen. Klar greifen die Lobbys mit allen Mitteln durch.

  • Hildi am 06.08.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Klar unverhältnismässig

    ...diese Strafen oftmals, aber Leute: Von daher bin ich, obwohl ich selten reise, einfach so froh, dass ich gar nichts (mehr) rauche. Es lebe die Unabhängigkeit, die Gesundheit, und nirgends Trouble und anecken wegen irgendwas, wie Gestank, Littering noch Beschaffungsstress... ;-)

  • luapsong am 06.08.2017 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsinnige Gesetze

    werden offenbar nicht nur in der Schweiz geboren !

  • Mage Co am 06.08.2017 06:13 Report Diesen Beitrag melden

    Fachkompentenz?

    "es sei denn, es handle sich um nikotinfreie Geräte, die legal sind." Solche Regeln zeigen wie wenig Ahnung die Leute haben die solche Regeln aufstellen. Ich dampfe mit Nikotin aber zumindest meine Geräte sind alle nikotienfrei. Die sind die meisten aus nikotinfreiem Edelstahl hahah

  • Anakena am 06.08.2017 02:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll's

    In anderen Ländern schüttelt man den Kopf darüber, dass wir weltweit die dümmsten Politiker haben. So sorgt jedes Land irgendwo für Kopfschütteln. Mir persönlich wäre es lieber, wir hätten intelligentere Politiker und dafür sonst etwas, worüber der Kopf geschüttelt werden kann.