Energiestrategie 2050

27. November 2016 23:58; Akt: 27.11.2016 23:58 Print

«Wir brauchen früher oder später neue AKW»

von D. Pomper - Nachdem die Schweiz klar Nein zum Atomausstieg gesagt hat, schliessen rechte Politiker neue AKW nicht aus. Die Mitte und die Linke dagegen sehen die Energiewende gestärkt.

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Kaum waren die ersten Hochrechnungen da, entbrannte die Diskussion über die korrekte Deutung zum deutlichen Nein zur Atomausstiegsinitiative. Für den FDP-Vizepräsidenten Christian Wasserfallen ist klar: Technologien entwickelten sich weiter, auch bei der Kernenergie. «Da muss man schauen, was die Zukunft bringt.» «AKW werden nicht jünger. Irgendwann müssen sie vom Netz, weil sich der Betrieb für die Betreiber nicht mehr rentiert. Damit es keine Stromlücke gibt, braucht es in der Schweiz früher oder später neue AKW», sagt SVP-Nationalrat Christian Imark. Auch SVP-Präsident Albert Rösti schliesst neue AKW nicht aus: «Vielleicht wird in zwanzig Jahren die Speichertechnologie so effizient, dass Solarkraft nutzbar ist. Oder aber es gibt ein neues zu Fall bringen. CVP-Nationalrätin Kathy Riklin wirft der Rechten vor, das Abstimmungsresultat für ihre eigenen Interessen zu missbrauchen: «Das Volk hat die Initiative abgelehnt, weil es keinen überstürzten Ausstieg aus der Atomenergie will, das im Chaos endet. Es bevorzugt einen .» Die Grünen-Präsidentin Regula Rytz ruft die Bürgerlichen dazu auf, sich an ihr Versprechen während des Wahlkampfes zu halten. «» Die Energiestrategie 2050 müsse umgesetzt werden. Dass in der Schweiz keine neuen AKW gebaut werden, steht für SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann ausser Frage: «Der Atomausstieg wird kommen - auch ohne die Initiative zum geordneten Atomausstieg.» Im Abstimmungskampf sei der Fakt, dass Atomkraftwerke gigantische Geldverschleuderungsmaschinen seien, ins Bewusstsein der Menschen gerückt.

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Kaum waren die ersten Hochrechnungen da, entbrannte die Diskussion über die korrekte Deutung zum deutlichen Nein zur Atomausstiegsinitiative. Ist das Resultat ein klares Votum der Bevölkerung für die Atomenergie? Oder aber zeigt es vielmehr, dass die Stimmbürger durchaus eine Energiewende vollziehen möchten, einfach nicht in dem Tempo, wie es die Initiative vorsah?

Für den FDP-Vizepräsidenten Christian Wasserfallen ist klar: «Die Schweizer Bevölkerung will nicht aus der Atomenergie aussteigen.» Technologien entwickelten sich weiter, auch bei der Kernenergie. «Da muss man schauen, was die Zukunft bringt.» SVP-Nationalrat Christian Imark glaubt zu wissen, was die Zukunft bringt: «AKW werden nicht jünger. Irgendwann müssen sie vom Netz, weil sich der Betrieb nicht mehr rentiert. Damit es keine Stromlücke gibt, braucht es in der Schweiz früher oder später neue AKW.»

Energiestrategie 2050 unter Beschuss

Auch SVP-Präsident Albert Rösti schliesst neue AKW nicht a priori aus: «Vielleicht wird in zwanzig Jahren die Speichertechnologie so effizient, dass Solarkraft nutzbar ist. Oder aber es gibt ein neues Kernkraftwerk der vierten Generation ohne Verstrahlung.» Es sei nicht am Staat, zu sagen, welche Technologie die richtige sei.

Nun will die SVP die Energiestrategie 2050 des Bundes mit einem Referendum zu Fall bringen. Die Strategie sieht unter anderem den Ausstieg aus der Kernenergie vor, es dürften keine neuen AKW mehr gebaut werden (siehe Box). «Das Abstimmungsresultat hat gezeigt, dass die Bevölkerung gegen die Verstaatlichung und Regulierung des Energieverbrauchs ist», sagt Rösti. Die Energiestrategie 2050 gehe weit über die Frage der Stromversorgung der Schweiz hinaus und koste rund 200 Milliarden Franken oder rund 3200 Franken pro Familie und Jahr.

«Bösartige Fehlinterpretation des Volkswillens»

CVP-Nationalrätin Kathy Riklin wirft der Rechten vor, das Abstimmungsresultat für ihre eigenen Interessen zu missbrauchen: «Das Volk hat die Initiative abgelehnt, weil es keinen überstürzten Ausstieg aus der Atomenergie will, der im Chaos geendet hätte. Es bevorzugt einen langsamen Ausstieg und erneuerbare Energien, wie es die Energiestrategie vorsieht.» Die Bevölkerung habe genug von alten Technologien des letzten Jahrhunderts, die mit hohen Risiken verbunden seien. Sie wolle gewiss keine neuen AKW. «Das ist eine bösartige Fehlinterpretation des Volkswillens.»

Die Grünen-Präsidentin Regula Rytz ruft die Bürgerlichen dazu auf, sich an ihr Versprechen während des Wahlkampfs zu halten. «Sie haben die Energiestrategie als den richtigen Weg, um aus der Atomenergie auszusteigen, angepriesen. Wir werden sie jetzt beim Wort nehmen.» Die Energiestrategie 2050 müsse umgesetzt werden. Dass in der Schweiz keine neuen AKW gebaut werden, steht für SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann ausser Frage: «Der Atomausstieg wird kommen – auch ohne die Initiative zum geordneten Atomausstieg.» Im Abstimmungskampf sei der Fakt, dass Atomkraftwerke gigantische Geldverschleuderungsmaschinen seien, ins Bewusstsein der Menschen gerückt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruce am 28.11.2016 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FALSCH, FALSCH, FALSCH!

    Ich WILL aussteigen! Nur nicht ganz so schnell. Das heisst jetzt auf keinen Fall, dass man mit dem gefährlichen Spiel von vorne beginnen kann. Vom ungelösten Müllproblem nicht zu sprechen!!!! Gehts noch!!!

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  • Hellseher am 28.11.2016 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn es nicht so traurig wäre...

    Was schenkt ihr euren Kindern zu Weihnachten..... Eine "strahlende" Zukunft.

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  • Doni am 28.11.2016 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja ganz spannend

    Links und Rechts verwenden also beide das gleiche (!) Abstimmingsresultat zur Begründung, wieso keine bzw. noch mehr AKW gebaut werden sollen. Muss man nicht verstehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • RT am 29.11.2016 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach so wie das restliche Europa

    Solange andere Europäische Länder Atomkraftwerke haben Bauen Betreiben muss die Schweiz nichts unternehmen jeder weiss warum !!!!!

  • Atomius am 29.11.2016 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Standort

    Mit der Abstimmung vom Sonntag haben wir auch gleichzeitig den Standort für das Endlager von atomaren Abfällen gefunden. Es soll in dem Kanton liegen, wo %-ual zur Bevölkerung am meisten Nein-Stimmen in die Urne gelegt wurden. Das ist Fair.

    • Atomius am 29.11.2016 07:35 Report Diesen Beitrag melden

      zum 2.

      Nach Recherche wäre das Muotathal im Kanton Schwyz. Eigentlich ein perfekter Ort, dort stört der Atommüll niemanden.

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  • dB am 28.11.2016 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neues AKW bauen

    Die Japaner bauen auch wieder AKW's und die sind viel klüger als wir Schweizer. Schon nur ihre Maschinenindustrie ist unsere überlegen. Warum also keine neuen Bauen?

  • Mirko am 28.11.2016 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder eine Schlagzeile

    die auf purer Behauptung basiert. Kein Wunder, verlieren die Mainstreammedien an Leser. Hätte nie gedacht, dass das Sägen am eigenen Ast so Spass machen kann ;-)

    • M.Rissi am 29.11.2016 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mirko

      Kein Wunder die Mainstreammedien sind alle Links/grün und haben so oder so nur noch eine kurze Lebensdauer wenn alle dahinter kommen.

    • Sek-Schüler am 29.11.2016 19:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Mirko

      Der kleine Wutbürger holt sein "Wissen" auf Facebook & Co und glaubt, wenn er viele likes erhält, dass er richtig liegt!;) Das ist wie wenn du glaubst, du sitze auf dem Klo aber dem war nicht so!;))

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  • Stöff am 28.11.2016 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Christian Wasserfallen

    Der messerscharfe Umsetzer, äh Reinsetzer ins nächste Fettnäpfchen. So jung und so daneben, einfach nur meilenweit entfernt von der Bevölkerung.

    • Peschee am 29.11.2016 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      Toller Volksvertreter!

      tja, so sieht ein Nachwuchsstar der Classe Politique oder der Wirtschaftselite aus. Hat selber noch nie richtig gearbeitet, weiss aber, wie er sich hocharbeiten muss um selber am meisten davon zu profitieren.

    • Peter Müller am 29.11.2016 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Cedric Wermuth ist schlimmer

      noch nie gearbeitet, aber weiss was die Arbeiterklasse will und wie sich die einfachen Leute fühlen

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