Seile, Steine, Stangen

30. Oktober 2017 09:40; Akt: 30.10.2017 09:40 Print

Velo-Hasser verüben gefährliche Sabotage-Akte

Mit über einen Weg gespannten Seilen wurden Velofahrer in Basel in Lebensgefahr gebracht. Es ist nicht der erste Sabotageakt von Velo-Hassern in der Schweiz.

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Unbekannte spannten Seile über den Veloweg in der Langen Erle in Basel – und brachten so zwei Velofahrer zu Fall. Beide zogen sich Verletzungen zu. Ein dritter Velofahrer, der sich der Stelle ebenfalls näherte, konnte von einem der Verunfallten rechtzeitig gewarnt werden. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt hat gegen die Täter ein Verfahren wegen Störung des öffentlichen Verkehrs und Gefährdung des Lebens eingeleitet.

Pro Velo verurteilt den Vorfall mit den Velofahrer in der Langen Erle entschieden. «Das war sehr gefährlich – die beiden Betroffenen hätten schwer verletzt werden können», sagt Sprecherin Bettina Maeschli.

Mit dem Hals in Schnur hängen geblieben

Leser-Reporter A. H.* hat im letzten Jahr einen ähnlichen Zwischenfall erlebt: Eines Nachts war er mit dem E-Bike auf dem Schweizerhofquai in Luzern unterwegs, als er plötzlich mit rund 35 km/h mit dem Hals auf eine Schnur traf, die über den Weg gespannt war, erzählt er. «Sie war zwischen zwei Bäumen gespannt. Es hing nichts daran.» Der Vorfall sei spät abends passiert, als H. von der Arbeit als Koch nach Hause fahren wollte, in einem Bereich, der eigentlich kein Veloweg ist.

Gestürzt sei er nicht, erzählt H. «Ich blieb in der Schnur hängen und wurde dadurch gewürgt. Mein Arzt sagte, wäre sie dünner gewesen, hätte das weit schlimmer enden können.» Zwei Passanten hätten ihm geholfen. «Ich habe die Schnur daraufhin abgenommen und bin weiter gefahren.» Der Polizei meldete er den Vorfall nicht.

Ähnliche Fälle in Zürich, Bern und Graubünden

Glücklicherweise handle es sich um Einzelfälle – man habe bei Pro Velo in der letzten Zeit keine Häufung von Sabotageakten gegen Velofahrer beobachten können, sagt Maeschli. «Wenn mal ein solcher Fall auftritt, dann eher in Zusammenhang mit Nutzungskonflikten zwischen Mountainbikern, Wanderern und Hündelern, wie es etwa in Zürich am Uetliberg der Fall ist. Aber auch das sind Einzelfälle», sagt Maeschli.

Im Mai dieses Jahres hatte ein Unbekannter Eisenstangen in einen von Mountainbikern genutzten Weg am Uetliberg gesteckt. Und in diesem Juli wurden in Oberhofen BE wiederholt Hindernisse für Mountainbiker auf Wanderwegen postiert.

Zu Sabotageakten kam es im Herbst des letzten Jahres auch im Bündnerland: Dort wurde der Bike-Trail zwischen Alp Muntatsch und Samedan mit Steinen und Holz für die Mountainbiker unbenutzbar gemacht, wie die «Südostschweiz» berichtete.

Wander- und Biker-Wege entflechten

Maeschli bestätigt, dass Nutzungskonflikte zwischen Wanderern und Mountainbikern auch in den Schweizer Tourismusregionen auftreten. «Darauf reagieren die Ferienorte, indem sie Wander- und Bikewege zunehmend entflechten.»

*Name der Redaktion bekannt

(lüs/vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TheTraveler am 30.10.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Strafverfolgung?

    Man erreicht mit einem normalen (nicht elektrischen) Velo auch problemlos 50, oder bergab 60 bis 70 km/h. Fährt man mit einer solchen Geschwindigkeit in einen solche Schnur auf Halshöhe, ist es wohl nicht ausgeschlossen dass man stirbt. Ich würde es daher begrüssen, wenn die Akteure hinter solchen Seilspannungen nicht mit Samthandschuhen behandelt würden sondern deren Taten entsprechend geahndet würden.

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  • Severin am 30.10.2017 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    anderer Ermittlungsgrund

    "Gefährdung des Lebens"? Ermittelb wegen Versuchten Mordes und fahrlässiger Tötung. Das hat nix mehr mit Velo-Hass zu tun, sondern schwerste psychische Störung mit Tötungswille.

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  • Mobiler am 30.10.2017 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    miteinander!

    Auto vs. Velo, Velo vs. Fussgänger usw. Wohin soll das alles noch führen? Wann verstehen wir endlich, dass wir miteinander und nicht gegeneinander leben sollen? Schlimm so was!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bertb am 30.10.2017 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gegen solche sabotage!

    aber die velofahrern, haben den velo- hasser erschaffen. mit ihrem verhalten im strassenverkehr. das soll nicht bedeuten dass ich sowas gut finde sondern dass sich die velofahrer auch mal besinnen sollten.

  • Bubeli am 30.10.2017 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Schlussendlich sind diese Taten ein Beispiel mehr für unseren Egoismus. Sei es auf der Strasse (im Auto, per Velo oder zu Fuss), beim Skifahren, Wandern etc.: Es fehlt immer mehr an gegenseitiger Rücksichtnahme. Was ist so schwer, kurz auf sein eigenes Ego zu verzichten und jemandem anderen den Vortritt lassen?

  • Pesche am 30.10.2017 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Toleranz

    Es gibt doch wunderbare positive Beispiele wo Fussgänger und Velofahrer problemlos aneinander vorbei kommen!!! In Thun vom Mühleplatz Richtung Oberhofen. Es lebe Thun!

  • Pete am 30.10.2017 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleiche Ellen gelten nicht für alle

    Autofahrer als die stärkeren Verkehrsteilnehmer werden immer in die Verantwortung gezogen, was auch rechtens ist. Die Velofahrer, die gegenüber den Fussgängern stärker sind, müssten auch in die Verantwortung gezogen werden. Warum ist das nicht so?

  • AngryMan am 30.10.2017 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einzelfälle?

    Einzelfälle? Ab 3 Fälle nenne ich das eine Serie! Und jeder weiss wie gefährlich ein gespannntes Seil sein kann. Somit wird ein tödlicher Unfall einkalkuliert = Mordversuch!