Bundesrat sucht Lösung

17. Mai 2017 08:03; Akt: 17.05.2017 10:29 Print

Rettungsfahrzeuge sollen in der Nacht leiser werden

Der MCG-Nationalrat Roger Golay will, dass Rettungsfahrzeuge in der Nacht leiser werden. Der Bundesrat zieht jetzt nach und sucht nach einer Lösung.

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Feuerwehr-, Ambulanz- oder Polizeifahrzeuge haben ein besonderes Vortrittsrecht, wenn sie Blaulicht und Martinshorn eingeschaltet haben. Was Menschen in einer Notlage helfen soll, stösst aber allmählich auf Kritik. Der Genfer MCG-Nationalrat Roger Golay ärgert sich über den nächtlichen Lärm: «Die Lärmbelastung durch vortrittsberechtigte Fahrzeuge nimmt im städtischen Gebiet ständig zu, insbesondere in der Umgebung von Spitälern. Diese Problematik kann nicht ignoriert werden», zitiert ihn die «Aargauer Zeitung».

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Golay hat deshalb eine Motion eingereicht. Er will, dass die Rettungsfahrzeuge in der Nacht nicht mehr so laut sind. Beim Bundesrat stösst er damit auf offene Ohren, wie aus seiner Antwort hervorgeht. Er will die Lärmbelastung nun senken. «Der Bundesrat möchte die Verwendung von Blaulicht und Wechselklanghorn trennen und dadurch eine Verbesserung erreichen», heisst es in der Antwort. In der zweiten Jahreshälfte will er Vorschläge in die Vernehmlassung schicken.

Es gibt schlimmere Lärmemissionen

«Beim Wechselklanghorn geht es nicht nur um den Schutz der anderen Verkehrsteilnehmer, sondern auch von unseren eigenen Mitarbeitenden, die Gefahren ausgesetzt sind. Sie müssen hör- und sichtbar sein», sagt Roland Portmann, Sprecher der Blaulichtorganisationen der Stadt Zürich, zur Zeitung. Die Rettungskräfte versuchten in der Regel, Rücksicht zu nehmen – und würden nachts in Quartieren auch einmal ohne Horn fahren. Die Organisation will die Vorschläge des Bundesrats analysieren.

Der Aargauer BDP-Nationalrat Bernhard Guhl hingegen hält eine Neuerung für unnötig – und gefährlich. «Man kann schon sagen, wir schalten das Signal ab und halten an jeder Kreuzung an. Doch gerade bei Bränden sind die ersten Minuten matchentscheidend.» Die Sirenen leiser zu stellen und die Verantwortung für Unfälle bei den Fahrern zu lassen, hält er für falsch. Guhl: «Ambulanzen sind vielleicht in Genf ein Lärmproblem, es gibt in Städten aber viel schlimmere Lärmemissionen.»

(vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Shiraz am 17.05.2017 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist eine Frechheit...

    .....wegen den paar Minuzten Schlaf die einem maximal fehlen Menschenleben und die Gesundheit der Retter zu gefährden. Aber wehe man braucht die dann mal selber, dann zählt auf einmal jede Sekunde. Hier in D wo ich lebe ist es die selbe Sch.....dieses elektronische LaLü ist fast nicht zu hören wenn man das Radio normal laut oder einen Helm auf hat, zunindest erst 2-3 Autos hinter einem und das ist für alle definitiv zu spät. Im Gegenteil: ich wünsche mir die guten alten Teile zurück die mal richtig Lärm machen, denn nur darum geht es: auf Entfernung gehört werden um Leben zu retten.

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  • Marcel am 17.05.2017 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .... was?

    Lool das sind echt Probleme. Haben teils Politiker echt so wenig zu tun, dass sie auf solche Ideen kommen? Jeder der in einer Notlage ist, wird froh sein dass ihm. so schnell wie möglich geholfen wird!

  • SumoSulsi am 17.05.2017 08:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tzzz

    Davon sind wir in der Schweiz leider noch viel zu weit weg, aber es gibt nichts geileres wie wenn Ami-Sirenen durch die Häuserschluchten heulen... da weisste schon 5 Blocks weiter dass was geht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Aber ja am 18.05.2017 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    Aber nein

    Es wird wiedermal nur herumstudiert, wo es keinen Sinn macht.. Ich wache ja sehr leicht auf, aber als ich in Basel direkt im Quartier hinter dem Spital wohnte (Schlafzimmer/Bett direkt zur Quartierhauptstrasse), bin ich nicht 1Mal wegen einer vorbeifahrenden Ambulanz aufgewacht..! Wenn das der Fall wäre, müsste man wohl eher dichtere Fenster haben (Dank dem neuen Gesetz bezüglich Lärmemission/Hauptstrasse müssen ja sowieso alle Fenster ausgewechselt werden, die Strassenlärm durchlassen - war in meiner letzten Wohnung vor einigen Monaten auch der Fall), als an der Ambulanz herumzumeckern..

  • Dani am 18.05.2017 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber Hallo

    Der Bundesrat schläft doch am Tag, oder täusch ich mich?

  • Langjähriger Rettungssanitäter am 18.05.2017 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wäre lösbar

    Man müsste nur mal das Dringlichkeitsaufgebot der Situation anpassen,dann gäbe es 50% weniger Blaulichteinsätze."sitzt betrunken auf der Bank" oder "Bauschmerzen seit gestern" usw. wird ständig mit Blaulicht aufgeboten. Und das mit unglaublicher Rechtfertigung.

  • Désy am 18.05.2017 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Désy

    Ich finde den Krankenwagen sollte man schon gut hören können, denn es geht öfter um leben oder tot . In der Nacht stört es mich überhaupt nicht. Ich bete dann immer dass die Retter rechtzeitig am kommen um dem hilfsbedürftige zu helfen.

  • Mark am 18.05.2017 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Fahrverbot von 22:00 - 5:00

    Das einfachste ist doch ab 22:00 Uhr bis 5:00 Uhr morgens ein Fahrverbot für jegliche Einsatzfahrzeuge, sollen die sterbenden, verletzten, besoffenen und der Rest schauen was sie machen oder einfach sich selbst überlassen, dann gibt's keine Lärmklagen der BR schläft ruhig und der Politiker der den quatsch erreicht hat soll sich sterbenden damit abfinden, so einfach ist das!