400 Beschwerden

03. Dezember 2017 13:41; Akt: 04.12.2017 09:15 Print

Diese Online-Plattformen sorgen für Ärger

Online-Betrügereien haben laut dem Konsumentenforum 2017 deutlich zugenommen. Die meisten Reklamationen gingen aufs Konto des Tickethändlers Viagogo.

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Raubkopien, Vertragsbrüche, Online-Betrug – die Rechtsberater des Konsumentenforums hatten dieses Jahr viel zu tun. 402 Fällen mussten sie sich annehmen, 280 davon betrafen betrügerischen Online-Handel, wie es in einer Mitteilung heisst.

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Die meisten Beschwerden diesbezüglich kamen wegen des Online-Tickethändlers Viagogo, der Kunden immer wieder nervt. Das Portal verkauft beispielsweise Billette für Sportereignisse oder Konzerte. Häufig komme es aber vor, dass das Ticket nicht ankomme, auf einen falschen Namen laute, komplett ungültig sei oder dem Kunden nach dem Kauf hohe Zusatzkosten verrechnet würden.

«Professioneller Beschiss»

Letzteres passierte 20-Minuten-Leser H.*, der über Viagogo zwei Tickets für die Vorstellung des Circus Conelli für je rund 170 Franken bestellt hatte. «Meiner Kreditkarte wurden insgesamt 460 Franken belastet», sagt H. Also 120 Franken mehr, als beim Kauf angegeben war. Das Original-Ticket ist jedoch nur 90 Franken wert, wie er beim Ausdrucken der Tickets bemerkte.

Zudem prangte ein tschechischer Name in der Adresszeile. Trotz sofortiger Reklamation habe die Kreditkartenfirma die zu hohe Belastung nicht mehr rückgängig machen können. «Das ist professioneller Beschiss», regt sich H. auf. Und dürfte mit dieser Meinung nicht allein dastehen.

Viagogo häufig nicht erreichbar

Dominique Roten, Sprecher des Konsumentenforums, ist das Problem bekannt: «Wir probieren in jedem Fall, dafür zu sorgen, dass der Kunde sein Geld zurückerhält. In etwa einem Drittel der 111 Fälle war jedoch ein Kontakt mit Viagogo unmöglich.» Dann müsse der Konsument selbst rechtliche Schritte einleiten. «Deshalb warnen wir immer wieder vor diesem Anbieter», betont Roten. Viagogo liess eine Anfrage von 20 Minuten am Freitag unbeantwortet.

Auf Platz 2 der häufigsten Beschwerden zu Online-Händlern liegt die Website Dragonslim.com, die Präparate zum Abnehmen verkauft. In sechs Fällen beschwerten sich Kunden gemäss Roten über hohe Abo-Rechnungen, obwohl sie im Online-Shop lediglich ein Gratismuster bestellt hätten. Deshalb rate das Konsumentenforum ausdrücklich davon ab, die Schlankheitspillen Dragon Slim Xtreme zu bestellen.

Nicht alles Betrügereien

Weitere Unternehmen, zu denen das Konsumentenforum mehrere Beschwerden erhielt, sind unter anderem Apple, Microspot oder PC Ostschweiz. Diesen könne man jedoch kein betrügerisches Handeln vorwerfen, da sie sich jeweils zu einer Zusammenarbeit mit der Rechtsberatung des Konsumentenforums bereit erklärten, heisst es in der Mitteilung.

Auch bei den nicht-digitalen Fällen handle es sich nicht um Betrugsfälle, sondern um Versehen oder Fehleinschätzungen, da eine Kooperation mit der Rechtsberatung stets vorhanden gewesen sei.

Welche anderen Firmen an der Spitze der Beschwerde-Fällen sind, erfahren Sie in der Bildstrecke.

*Name der Redaktion bekannt

(duf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A.K am 03.12.2017 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viagogo

    Es wurde schon etliche male, im Fernsehen und im Internet, von diesen betrügerischen Machenschaften von Viagogo gewarnt. Ich verstehe nicht, wieso man immer noch darauf reinfällt.

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  • Fred am 03.12.2017 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf Fake-Seiten reingefallen

    Bei den angeblichen Betrügereien von Microsoft, Apple, Swisscom,... handelt es sich wohl eher um Fälle wo der Konsument auf betrügerische Fake-Seiten reingefallen ist. Der Fehler ist daher bei ihm selber zu suchen.

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  • Theorie & Praxis am 03.12.2017 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einmal und nie wieder

    Kauft niemals bei viagogo tickets. Da kommen alle mögliche steuern dazu und man bezahlt um einiges mehr ! Kaufe die tickets nur noch zb über der homepage einer fussballmannschaft. Geht schneller, zuverlässiger und billiger

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gabler am 04.12.2017 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Kenn ich!

    Bin da solchen Betrügern auf den Leim gegangen, die nannten sich Steuerverwaltung vom Kanton sowieso, hab denen knapp 21% von meinen Jahresgehalt überwiesen, weil sie mit Betreibungen drohten, nach Rücksprache mit sehr unkooperativem und gehässigem Personal, hiess es, ich könne Akonto für nächstes Jahr zahlen, als hätt ich irgendein Abo gelöst?! Ich hab mich jetzt an den Verbraucherschutz gewandt, den eine Gegenleistung steht immer noch offen, hab da nie was erhalten.

  • Der Realist am 04.12.2017 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafen erhöhen und es wirkt Wunder

    Es gibt nur eines und zwar alle Firmen die betrügen, müssen Busse auf ihren Jahresumsatz bezahlen, bspw. 5% des Jahresumsatzes und Firmen die Schliessflucht betreiben, auf das Privatvermögen der Geschäftsführer oder auf die neu erstellte Firmen. Ich kann nicht verstehen , dass man ständig alle mit Samthandschuhen anfasst und das Betrügen dadurch lukrativ gestaltet. Nur erzieherische Massnahmen die spürbar sind greifen! Alles andere ist doch quatsch...

  • Assentatio am 04.12.2017 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tomorrowland... Es geht auch anders!

    Ich hatte im April zwei Tickets über Viagogo für Tomorrowland bestellt. Leider konnte ich aus beruflichen Gründen nicht gehen und hatte deshalb meine zwei Tickets einem Freund geschenkt. Es hat alles bestens geklappt! Auch der Kundendienst war freundlich und zuvorkommend!

  • Geprellter Kunde am 03.12.2017 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Microspot - Hilfe :-(

    Habe im September ein Gerät mit erheblichen Mängeln erworben und sofort reklamiert. Mails bleiben generell unbeantwortet. Nach einem Anruf wurde das Gerät endlich in die Reparatur geschickt, ohne dass etwas gemacht wurde; angeblich ein Versehen. Erneut Mails und Anrufe - zwei Wochen Wartezeit bis zur nächsten Reaktion mit einem Reparaturversprechen. Seither wieder nichts passiert. Leider ist man in der CH dem konsumentenfeindlichen Gesetz total ausgeliefert. Selbst bei fabrikneuen Geräten. Was kann ich machen, um an mein Geld zu kommen um das Gerät bei einem seriösen zu kaufen? Danke für Tipps

  • Viagogo Sorgt für ärger am 03.12.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cooper

    Bin auch schon viagogo auf den Leim gegangen, die machen das ziemlich clever. Ich dachte sie sind der offizielle Veranstalter und Tiketverkäufer. Passiert mir jedenfalls nie wieder!