Juncker wird emotional

14. Februar 2018 21:19; Akt: 15.02.2018 11:09 Print

«Die Schweiz hat ein falsches Bild von mir»

Jean-Claude Juncker beklagt sich über nicht eingehaltene Versprechen der Schweiz und wird dabei emotional. Ist er persönlich beleidigt?

Er denke, die schweizerische Regierung habe ein Bild von ihm entworfen, das nicht der Wirklichkeit entspricht, sagt Jean-Claude Juncker. (Video: Tamedia/SRF)
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EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat bei einer Medienkonferenz in Brüssel emotional reagiert. Achtmal habe er mit dem Schweizer Bundespräsidenten seit Amtsbeginn gesprochen und immer wieder darauf hingewiesen, dass man einen institutionellen Rahmenvertrag brauche, sagt er in einem Interview mit der «Tagesschau».

Der sei ihm mehrfach versprochen worden und nicht zustande gekommen. «Ich bleibe aber trotzdem ein Freund der Schweiz», sagt Juncker. «Ich denke, dass die schweizerische Regierung und auch die schweizerische Presse ein Bild von mir entworfen hat, das in keinerlei Weise der Wirklichkeit entspricht.»

Am Nachmittag hatte Juncker gemäss «SRF» bei einer Pressekonferenz in Brüssel gesagt, das Rahmenabkommen mit der Schweiz sei ihm «mehrfach versprochen» worden, aber es sei noch immer «nicht zustande kommen».

«Er scheint genervt zu sein»

Sie werde den Eindruck nicht los, der Mann sei persönlich beleidigt, sagt Tagesschau-Sprecherin Katja Stauber. SRF-Korrespondent Sebastian Ramspeck fügt hinzu: «Er scheint tatsächlich genervt zu sein, weil dieses Rahmenabkommen, über das seit 2014 verhandelt wird, noch immer nicht unter Dach und Fach ist.»

Er fühle sich hingehalten und offenbar auch missverstanden. Nun giesse er aber rhetorisch Öl ins Feuer und mache damit das schwierige Verhältnis zwischen der EU und der Schweiz ganz sicher nicht einfacher.

(oli)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick_Name am 14.02.2018 21:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Soso

    Unser Bundespräsident hat also versprochen. Ob diese(r) wohl jeweils die Schweizer Demokratie nicht ganz verstanden hat. Ergo: entweder Junker lügt, oder es stehen Rücktritte in unserem Bundesrat an.

  • Mayer am 14.02.2018 21:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verzerrte Wahrnehmung

    Ach ja, dann aber die Schweiz mit der Anerkennung der Börse erpressen. Die Schweizer Börse erfüllt ganz klar alle Kriterien für eine permanente Anerkennung, wie z.B. Hong Kong oder Australien. Aber, jetzt sind's wieder die bösen, bösen Schweizer.

  • marko 33 am 14.02.2018 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU Rahmenabkommen

    Juncker muss ein wenig Geduld haben bei uns gibt es Abstimmungen Und das dauert seiner Zeit Und ich finde es super das wir Schweizerbürger das letzte Wort haben Und es kann sein das das Rahmenabkommen nicht zu Stande kommt !

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Der Stadthalter am 15.02.2018 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja,ja! Auf die Kleinen ä!

    Man kann es niemanden recht machen. Ich hoffe und glaube jetzt mal das unser Bundesrat das Beste für unser Land macht.

  • Willy Amport am 15.02.2018 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Schweiz

    Jungs + Mädels das kommt schon gut,...mir kann das ja egal sein was die dort oben mit der Schweiz so alles zusammen schweißen ,....ich weiss nur das ich in vier Jahren das schon lange die Schweiz werde verlassen ....wie sagt man so schön hinter mir die Sintflut und vor mir das schöne ich bin dann Pensioniert

  • Mario am 15.02.2018 18:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nein, Herr Juncker, Sie verstehen nicht!

    Herr Juncker, es ist vollkommen belanglos was Ihnen unsere 7 Bundesräte versprechen. Am Schluss entscheidet eben immer das Schweizer Volk und nicht die Bundesräte. Kein Wunder, dass einer wie Sie in einer reine parlamentarischen Demokratie, den Sinn der direkten Demokratie nie verstehen wird. Und bitte nicht persönlich nehmen, denn wir Schweizer lassen uns nicht mit Pleiten-Geier-Klubs ein. Unser Wohlstand wächst schliesslich nicht auf Bäumen.

  • Remo am 15.02.2018 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt

    ...wir hatten ein falsches Bild von Junker und zu viel Vertrauen, bis er seinen Emotionen freien Lauf liess und den CH Börsenplatz nur befristet anerkannte (trotz der Einwände mehrerer EU Staaten). Nun die Schuld der offiziellen Schweiz zuzuschieben zeigt sein Verständnis von Demokratie und Freiheit eines Drittstaates.

  • Rudi B-rüssel am 15.02.2018 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wolf im Wolfspelz

    Nein nein, die Schweiz sieht schon richtig, nur ihre Politiker nicht. Einen Gessler erkennen wir von Weitem.