«Unhold von Fiesch»

10. Oktober 2018 12:23; Akt: 10.10.2018 12:28 Print

Mädchen-Vergewaltiger kämpft gegen Verwahrung

Am Dienstag trat ein 69-jähriger Sexualstraftäter vor das Walliser Gericht. Er will für seine Freilassung kämpfen und hat Beschwerde gegen seine Verwahrung erhoben.

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Der Fall liegt zwar weit zurück, doch die Taten lassen nach wie vor erschaudern: In den 90er-Jahren vergewaltigte ein Berner im im Sport- und Freizeitcenter Fiesch im Oberwallis mehrere Mädchen.

2012 wurde er für seine Taten zu einer Freiheitsstrafe von 11 Jahren und 8 Monaten verurteilt. Die Liste der Straftatbestände ist lang: Es ging um mehrfache versuchte und vollendete sexuelle Handlungen mit Kindern, mehrfache versuchte und vollendete sexuelle Nötigung, mehrfache versuchte Vergewaltigung, Vergewaltigung, qualifizierte Vergewaltigung, einfache Körperverletzung und Drohung.

Das Gericht gab damals bekannt, das der Täter verwahrt wird – als zu hoch hatten forensische Psychiater seine Rückfallgefahr eingeschätzt.

Antrag auf Freilassung

Jetzt stand der als «Unhold von Fiesch» bekannte Mann wieder vor Gericht. Mit Fussfesseln trat der Sexualtäter am Dienstag vor den Richter. Gemeinsam mit seinem Anwalt focht er die ausgesprochene Verwahrung an.

Laut dem Walliser Onlineportal 1815.ch bemängelt der Anwalt vor Gericht, dass kein Test zur Abklärung organischer Hirnschädigungen erfolgt sei. Er stellte deshalb den Antrag, nicht auf die Verwahrung einzugehen, seinen Mandanten mit sofortiger Wirkung auf freien Fuss zu setzen und das Verfahren an die Vorinstanz zurückzuweisen. Dort solle man nochmals über die Freiheitsstrafe befinden; denn auch in diesem Entscheid kritisieren der Angeklagte und sein Rechtsvertreter das Vorgehen der Justiz.

Was das Gericht nun weiter entscheiden wird, ist derzeit noch unklar. Das Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt schriftlich eröffnet. Sollte es nicht nach dem Willen des Angeklagten gefällt werden, ist für ihn klar: «Ansonsten gehe ich nach Lausanne ans Bundesgericht.»


(miw)