Lyssach BE

09. Januar 2018 16:51; Akt: 09.01.2018 16:52 Print

Hund Loki schluckte Fleisch mit Rasierklingen

In Kirchberg BE frass ein Hund ein mit Rasierklingen versetztes Stück Rollschinken von der Strasse. «Kein Einzelfall», weiss der behandelnde Tierarzt in Lyssach.

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Kein schöner Wochenstart: Am Montagnachmittag brachte eine Halterin ihren Hund Loki in die Tierklinik in Lyssach: Sie befürchtete, ihm seien schwerwiegende Schäden zugefügt worden. Stunden zuvor hatte der Vierbeiner ein mit zerbrochenen Rasierklingen versetztes Stück Rollschinken gefressen, das auf einem Parkplatz in Kirchberg BE lag. Die gute Erziehung des jungen Rüden zahlten sich in diesem Fall aus: Loki gab das Fleisch dank sofortiger Reaktion der Besitzerin wieder heraus und er erlitt keinerlei inneren Schäden.

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Zur Kontrolle brachte sie ihren Hund dann aber doch noch in die MeikoVet Praxis in Lyss. «Der Hund hatte Glück, es hätte schlimm enden können», sagt Tierarzt Reto Curti gegenüber 20 Minuten. Er selbst war einige Stunden zuvor am selben Ort mit seinem Hund spazieren. «Das verunsichert mich als Hundebesitzer sehr. Meiner hätte das Fleisch nämlich sicher nicht wieder ausgespuckt», sagt Curti.

Messerklingen und Rattengift

Curti weiss von einem Fall im Jahr 2015, bei dem verschluckte Klingen die Speiseröhre eines Hundes aufschlitzten. «Dieses Gewebe ist fast nicht mehr heilfähig. Es bleiben schwerwiegende Verletzungen zurück», sagt er. Symptome einer solchen Verletzung wären Magenschmerzen, blutiges Spucken, Erbrechen oder Würgereiz.

Im Fall von 2015 war der Köder doppelt perfid: Die Wurst, die er schluckte, war zudem mit Rattengift versetzt. «Die Blutwerte gingen rasant den Berg hinunter», wie Curti sagt, «man wusste erst nach einigen Untersuchungen, dass der Hund Rattengift gefressen hatte.»

Der erfahrene Tierarzt rät deshalb, seinen Hund bei einem Verdacht lieber einmal mehr zur Untersuchung vorbeizubringen als einmal zu wenig.

(nla)