Elektrosensibilität

10. Januar 2018 05:48; Akt: 10.01.2018 05:48 Print

«Im Grossraumbüro ist es eine Katastrophe»

M.Z.* (49) leidet an Elektrosensibilität. WLAN- und Handystrahlung lösen bei ihm Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit aus. Dennoch kann er heute damit leben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der 20-Minuten-Artikel schlug hohe Wellen: Ein Mann aus der Region Olten zog gegen seinen Nachbarn bis vor Bundesgericht, weil er angeblich physisch unter den Emissionen von dessen WLAN litt. Über 400 Kommentare wurden dazu verfasst. In vielen wird deutlich: Elektrosensible Menschen treffen oft auf Unverständnis oder gar Spott. «Soll er doch auch die Natur verklagen, die Strahlen abgibt», meint etwa ein Leser.

Umfrage
Sind Sie elektrosensibel?

Elektrosensibilität sei jedoch kein geringfügiges Problem, sagt Peter Schlegel, Elektrosmog-Experte vom «Gesundheitstipp»: Gemäss Umfragen in den letzten Jahren würden über zehn Prozent Prozent der Schweizer Bevölkerung auf elektromagnetische Felder im Alltag reagieren.

Ferien öffneten K. die Augen

Zu ihnen gehört auch M.Z.* (49). Der IT-Experte erträgt keine Handys, keine Wireless-Systeme (WLAN) und auch keine schnurlosen Telefone. Jahrelang litt er an Schlafstörungen, Kopfschmerzen und plötzlich auftretenden Muskelentzündungen.

Dass seine Beschwerden etwas mit dem Umfeld zuhause und am Arbeitsplatz zu tun haben könnten, wurde ihm vor zehn Jahren auf einer Namibia-Reise klar. «Dort ging es mir richtig gut und ich schlief wie ein Baby», erinnert er sich. Kaum zuhause, sei er wieder nachts erwacht und habe bis am Morgen wach gelegen. Auch in einem Hotel in Mainz, wo er wenig später anlässlich eines Firmenkurses weilte, habe er bestens schlafen können.

Zufällig stiess Z. auf das Thema Elektrosmog und kaufte sich ein entsprechendes Messgerät. «Ich war überrascht, wie hoch die Strahlung in meiner Wohnung war», sagt er. Kein Wunder: In seinem Schlafzimmer waren ein Schnurlos-Telefon und ein WLAN-Router stationiert, der sogar strahlte, wenn das WLAN deaktiviert war. Nachts lag auch das Handy neben seinem Bett.

Was nicht gebraucht wird, bleibt ausgeschaltet

Jetzt handelte Z.: Er schaltete und steckte möglichst alles aus, was er nicht brauchte – vor allem nachts. Zudem kaufte er sich ein Schnurlos-Telefon mit Ecomode plus, das nur dann strahlt, wenn man damit telefoniert. «Sogar dem Nachbarn habe ich so eines geschenkt», sagt Z. Die Massnahmen zeigten Wirkung. Heute gehe es ihm wesentlich besser – zumindest zuhause, sagt er. «Dort erhole ich mich super, im Grossraumbüro ist es aber noch immer eine Katastrophe.» Deshalb arbeite er viel von zuhause aus und achte im Büro darauf, möglichst in einer Ecke «weit weg von den elektronischen Sendequellen» zu sitzen.

Z.s Fazit: Seine Situation könne man zwar merklich verbessern, doch ganz von der Elektrosensibilität befreien könne man sich nicht. «Ich zumindest kenne niemanden, der sie je ganz wegbrachte.»

* Name der Redaktion bekannt

(sul)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lea B. am 10.01.2018 07:00 Report Diesen Beitrag melden

    Schlafzimmer zum schlafen

    Wer stationiert denn einen WLAN-Router und ein Schnurlos-Telefon in seinem eigenen Schlafzimmer?

    einklappen einklappen
  • franz am 10.01.2018 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Grossraumbüro ist immer eine Katastrophe

    Grossraumbüros sind generell eine Katastrophe, da man nicht in Ruhe und konzentriert arbeiten kann.

    einklappen einklappen
  • Pragmatiker am 10.01.2018 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Symptom

    Bei den meisten kommen die "Strahlen Beschwerden" erst, wenn sie die Tafel mit dem WLAN Symbol gesehen haben.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Albert Bischoff am 11.01.2018 16:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alufolie und Mückengitter gegen WLAN

    Gegen einen einzigen oder zwei WLAN-Nachbarn kann man sich noch relativ gut mit Alufolie oder Alumückengitter schützen.Bei Youtube "Alufolie gegen Mobilfunkstrahlung" eingeben. Wenn die Strahlung von allen Seiten reinkommt, wird es zusehends schwieriger.

  • Claus am 11.01.2018 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schon wieder

    Soll er sich doch bei GWUP melden und dort seine Fähigkeiten auf diese Strahlung zu reagieren beweisen. Sollte es ihm gelingen wäre er der Erste und bekäme erst noch einen kleinen Zustupf in seine Reisekasse. Ansonsten ist dieser Artikel eine mehr oder weniger gut gemachte Werbung für alle Baubiologen und sonstige Quacksalber die auf Ängste abgewiesen sind damit ihr Geschäft funktioniert.

    • Sonja MAX am 11.01.2018 22:16 Report Diesen Beitrag melden

      Genferin

      Lieber Herr Claus, Elektrosensibilitaet funktioniert nicht auf die bei GWUP erwartete Weise, weil der Mensch dafuer keinen separaten Sinn hat. ZB wenn man Licht an oder ausdreht, wird das vom Auge SOFORT wahrgenommen. Aber das Nervensystem hat eine Art "Verzoegerungsfunktion": wird es durch Strahlung ueberreizt, spuert der betroffene Mensch Symptome. Hoert die Strahlung auf, klingen diese zeitverzoegert ab, das kann Minuten dauern, oder Wochen - je nach Art der vorangehenden Belastung.

    einklappen einklappen
  • Silvia Grütter am 11.01.2018 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    schützt Euch mit the Shield von IPC

    Dafür gibt es eine Lösung, die heisst the Shield, schützt vor Elektrosmog und Handystrahlung, Mikrowellen und Induktionsstrahlung

  • Anna Lia Ramseier, am 10.01.2018 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Elektrosmog

    Sensible Menschen merken einfach früher, wenn ein Ort negativ belastet ist. Die andern wachen erst auf, wenn der Körper definitiv schlapp macht. Im Extremfall heisst die Diagnose dann Krebs. Und was ist mit dem Wasser, unserem Trinkwasser und unseren Körperflüssigkeiten? Sie sind für die heutigen chaotischen Dauerbestrahlungen aller Art einfach nicht gemacht. Stress allüberall .....

  • ShaBijan am 10.01.2018 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Beweis?

    das könnte auch erklären, warum ich wenn ich mal auf dem handy liegend einschlafe, viel mehr Träume als wenn ich das Handy neben mir stehen habe .