Bern

21. Dezember 2016 15:24; Akt: 21.12.2016 16:47 Print

Reitschul-Messerstecher stellt sich der Polizei

Der Mann, der vor zwei Wochen einen 43-Jährigen lebensgefährlich verletzte, hat sich gestellt.

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Im Fall des Anfang Dezember in Bern schwerverletzten 43-jährigen Algeriers hat sich am Freitagnachmittag ein mutmasslicher Täter der Staatsanwaltschaft gestellt.

Es handelt sich um das schwarze Wochenende vom 3. und 4. Dezember, an dem rund um die Reitschule gleich mehrere Gewalttaten zwei Schwerverletzte forderten. So wurde der erwähnte 43-Jährige niedergestochen. In derselben Nacht wurde auch der Dead-End-Sicherheitsmann P. B.* (✝32) beim Henkerbrünnli schwer am Kopf verletzt . Er starb wenige Tage später im Spital.

Streit mit Security ging voran

Der Mann, der sich wegen des ersten Gewaltdelikts auf der Schützenmatte der Polizei gestellt hatte, zeigte sich nun bei der Einvernahme geständig. Es handelt sich um einen 21-jährigen Schweizer. Er habe den Algerier in der Nacht auf Sonntag, 4. Dezember, auf dem Parkplatz Schützenmatte verletzt und sich anschliessend vom Tatort entfernt. Um den Inhalt des bisherigen Geständnisses zu verifizieren, wurden die laufenden Ermittlungen weitergeführt.

Inzwischen konnte die Polizei die Umstände der Tat weitgehend klären. So ist davon auszugehen, dass das spätere Opfer vor der Reitschule zunächst mit Personen des internen Sicherheitsdienstes der Reitschule aneinandergeraten war. Anlässlich dieser Konfrontation traf der mutmassliche Täter im Bereich der Parkplatzausfahrt auf den Algerier und verletzte diesen aus unbekannten Gründen mit einem Messer.

Reitschüler wurden vorgeladen

Da der mutmassliche Täter seinen Aussagen zufolge stark alkoholisiert war und die Tat selber nur ansatzweise beschreiben konnte, wurden die Ermittlungen in den vergangenen Tagen noch einmal verstärkt. Genau das kritisierten die Reitschüler gestern noch auf Facebook. Die Polizei sei privat bei den Mitarbeitenden der Reitschule aufgetaucht. Sie seien zum Verhör vorgeladen worden und «anschliessend in eine Verhörzelle gesteckt» worden, schreiben sie in einer Medienmitteilung.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, konnte jedoch ausgeschlossen werden, dass Sicherheitsdienstmitarbeiter der Reithalle etwas mit der Tat zu tun hatten. Der 21-Jährige habe allein gehandelt. Der mutmassliche Täter befindet sich in Haft und wird sich vor der Justiz zu verantworten haben. Weitere Ermittlungen sind noch im Gang.

Der Zustand des Opfers ist klinisch stabil, es ist aber mit bleibenden schweren Hirnschäden zu rechnen.

*Name der Redaktion bekannt

(ct)