Grossanlässe in Bern

22. August 2017 17:28; Akt: 22.08.2017 17:28 Print

Nause will Events in der Stadt besser schützen

Ob Zibelemärit oder Rendez-Vous Bundesplatz: Grössere Events in Bern sollen jetzt sicher gemacht werden.

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Die Stadt Bern wappnet sich gegen Terror-Gefahren und passt ihr Sicherheitskonzept bei Grossveranstaltungen an, wie Radio Energy berichtete.

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Die Stadt Bern werde wie bis anhin jede Veranstaltung im Vorfeld auf mögliche Sicherheitsbedenken überprüfen, so Gemeinderat Reto Nause: «Besonders symbolträchtige Events mit grösserem Publikumsaufkommen werden wir intensiv auf Gefahren überprüfen.» Um die Sicherheit der Besucher an Berner Grossanlässen besser zu gewährleisten, hat Nause jedoch eine Reihe neuer Massnahmen ausgearbeitet.

So sollen gemäss dem CVP-Gemeinderat etwa auch bei Veranstaltungen im öffentlichen Raum Notausgänge signalisiert werden, damit die Besucher wissen, wo sie in brenzligen Situationen das Areal verlassen können. «Die Massenpanik beim Champions-League-Final in Turin hat gezeigt, wie wichtig solche Instrumente sind», sagt Nause. In der norditalienischen Stadt wurden im Juni bei einem Public Vieweing 1400 Personen verletzt, nachdem auf dem Platz eine Massenpanik entstanden war.

Betonblöcke gegen Terror auf Rädern

Auch die allfällige Warnung der Besucher rückt in den Fokus der Sicherheitsexperten: «Bei Gefahr müssen die Besucher über Lautsprecher informiert und beruhigt werden können», sagt Nause. Weiter sollen die Zufahrtsstrassen zu den Anlässen für Amoktäter in Fahrzeugen verbaut werden – etwa mit mobilen Betonsperren. Diese wurden in Bern bereits mehrfach verwendet, etwa auf dem Münsterplatz am 1. August oder an der Bümplizer Chilbi. Damit soll verhindert werden, dass sich Attentate wie auf der Ramblas in Barcelona, beim Berliner Weihnachtsmarkt oder der Strandpromenade in Nizza wiederholen. In allen Fällen steuerten Terroristen Fahrzeuge in eine Menschenmenge.

Die jüngere Vergangenheit habe gezeigt, dass Veranstaltungen mit einem hohen Publikumsaufkommen im öffentlichen Raum gewisse Gefahren mit sich bringen, sagte Reto Nause: «Dennoch wird es immer gewisse Risiken geben, alle Gefahren können wir nicht eliminieren.»

«Ich werde keine Namen nennen»

Laut Radio Energy soll Nauses Sicherheitskonzept etwa beim Zibelemärit oder dem Lichtspiel Rendez-vous Bundesplatz angewandt werden. Gegenüber 20 Minuten will der städtische Sicherheitsdirektor dies nicht bestätigen: «Ich werde keine Namen nennen. Ausserdem macht es einen Unterschied, ob der Event auf dem Bundesplatz oder in der engen Altstadt stattfindet.» Auch Faktoren wie Inhalt und aktuelles Weltgeschehen würden in die Beurteilung einfliessen.

(cho/sda)