Abgesagte Kundgebung in Bern

18. März 2017 17:05; Akt: 18.03.2017 17:09 Print

Viele Polizisten aber keine Demonstranten

Nach der Absage der Kundgebung «Wir sind direkte Demokratie» ist es bisher in der Berner Innenstadt ruhig geblieben. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot präsent.

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Sie hat den Auftrag, keinerlei Kundgebungen zu tolerieren, wie der Berner Gemeinderat am Donnerstag bekanntgab. Die Polizei hat deshalb Geländewagen mit Gittern und einen Wasserwerfer in der Innenstadt postiert. Ausserdem stehen an jeder zweiten Ecke Kastenwagen. Zahlreiche Polizisten stehen an neuralgischen Punkten bereit.

Ramona Mock, Sprecherin der Berner Kantonspolizei, sagte am Samstag gegen 16 Uhr auf Anfrage, die Polizei behalte die Situation im Auge. Der Einsatz sei noch nicht beendet. Zwei Personen seien zur Kontrolle in Polizeiräumlichkeiten geführt worden, weil bei ihnen Vermummungsmaterial gefunden worden sei.

Aufrufe im Internet

Immer wieder untersuchten Polizisten in der Innenstadt Personen, die beispielsweise Rucksäcke bei sich trugen. Das zeigte ein Augenschein.

Die Berner Behörden hatten den Polizeieinsatz trotz der «Wir sind Demokratie»-Kundgebungsabsage mit der Aussage begründet, weiterhin kursierten im Internet Aufrufe zu Gegendemonstrationen. Die Lage sei unübersichtlich.

«Massive Gewaltandrohung»

Ein Verein namens «Brennpunkt Schweiz» hatte ursprünglich am Samstag auf dem Bundesplatz für eine starke Demokratie und eine unabhängige Schweiz demonstrieren wollen. Die Kundgebung war auch als Protest gedacht gegen die aus Sicht des Vereins ungenügend umgesetzte Masseneinwanderungsinitiative.

Nils Fiechter, Organisator der Kundgebung, ist traurig, den Bundesplatz so sehen zu müssen. «Ich bin gekommen, um zu beobachten, nicht zu demonstrieren», sagt er zu 20 Minuten. «Ich hoffe, die Polizei hat heute nichts mehr zu tun hier.» Fiechter fragt sich, ob wohl alle mitbekommen hätten, dass die Kundgebung abgesagt wurde.

Das Organisationskomitee sagte den Anlass nach eigenen Aussagen wegen der «massiven Gewaltandrohung» linker Kreise und Sicherheitsbedenken ab. Die Stadt Bern hatte dem Verein eine Bewilligung in Aussicht gestellt. Formell bewilligt war die Kundgebung zum Zeitpunkt der Absage aber noch nicht.

(sda)