Bern

21. März 2017 06:01; Akt: 21.03.2017 08:13 Print

Schüler demonstrierten gegen Sparmassnahmen

Hunderte Berner Schüler demonstrierten am Montag auf dem Rathausplatz für eine offene und humane Bildung. Sie wehrten sich gegen die befürchteten Einsparungen.

Das sagen die Schüler über die befürchteten Sparmassnahmen.
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Die Frühlingssession im Grossen Rat hat am Montag begonnen und dort wird bald über das Budget diskutiert. Aus Angst vor bevorstehenden Einsparungen in der Bildung versammelten sich am Montagnachmittag zwischen 500 und 800 Schüler mit Transparenten und Bannern, um schon mal vorsorglich ein Zeichen zu setzen. Dazu spielte ein Musiker auf und die Schüler sangen ein Lied.

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Sollte in der Bildung gespart werden?

«Unsere Kundgebung richtet sich gegen Sparmassnahmen und Kürzungen in der Bildung. Wir stehen für eine möglichst offene und humane Bildung ein», erklärte Tim Kummer vom OK Gemeinsam für Bildung und Schüler am Gymnasium Kirchenfeld. Lukas Falb, Schüler am Gymer Lebermatt, ergänzt: «Wir demonstrieren für eine fördernde und individuelle Bildung für Jugendliche und Kinder». Man wolle die Politiker frühzeitig darauf aufmerksam machen, dass sich die Schüler von den Sparmassnahmen gestört fühlen und davor Angst haben.

Schüler Demonstration gegen Sparmassnahmen

Nicht bei künstlerischen Fächern sparen

Die Schüler sind der Meinung, dass alle Fächer nützlich seien und speziell in den künstlerischen Fächern nicht gespart werden sollte. «Es ist wichtig, dass es eine grosse Auswahl von Fächern gibt und man nicht einige höher bewertet als andere», so Anna Jegher, Schülerin am Gymnasium Kirchenfeld. «Bei Musik und bildnerischem Gestalten sollte man nicht sparen. Denn das befürchten wir.» Merit Röhl von der selben Schule ergänzt: «Ausserdem finde ich es schade, dass man nur noch ein Kunstfach zur Auswahl hat.»

Viele Schüler finden, dass die Bildung generell der falsche Ort zum Sparen sei. «Es gibt durchaus Bereiche, wo man sparen kann, aber sicher nicht bei der Bildung», so Gymnasiastin Julie Mader. «Man kann sich auch durchaus überlegen ob es im Vergleich zu inhaltlichen Kürzungen sinnvoll ist, für jeden Schüler ein eigenes iPad anzuschaffen.»

Diskussionen im Grossen Rat

Das Engagement der Jungen erfreut Erziehungsdirektor Bernhard Pulver. «Ich bin froh, wenn sich die Jungen für Politik interessieren, man muss sie unterstützen und fördern», sagt er. Wie und wann Sparmassnahmen umgesetzt werden, kann Pulver nicht sagen. Doch er beruhigt, dass dies nicht so bald der Fall sein werde: «In den nächsten Monaten werde wir in der Erziehungsdirektion das weitere Vorgehen besprechen und im November im Grossen Rat diskutieren. Einzelne Massnahmen werden dann erst im Budget 2018 oder 2020 umgesetzt.»


(stm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der unbequeme Schreiber am 21.03.2017 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich...

    Mir fällt im kanton bern immer wieder auf, dass die kantonsstrassen auf dem Land so was von unnötig umgebaut werden (neue Kreisel wo gar kein Verkehr ist, Inseln wo keine nötig sind, usw.). Und zwar jahr für Jahr. Scheinbar scheint hier das Budget unbegrenzt uns wird einfach aufgebraucht! Finde das so eine Frechheit, dass hier Millionen in den Sand gesteckt werden und ausgerechnet bei der Bildung, eines der Steckenpferde der schweiz, will man immer weiter sparen...

    einklappen einklappen
  • Dan am 21.03.2017 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geits no

    Da kommen mir andere Einsparungsmöglichkeiten in den Sinn, als bei der Bildung. Jeder schreit nach nach Bildung, den Anschluss an Europa nicht verlieren aber unsere Herren Politiker sehen da Sparmassnahmen. Recht so, Schülerinnen und Schüler, wehrt Euch!

  • Doris k am 21.03.2017 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gefrässige Annexdisziplinen

    Für die Bildung selber wäre längstens genug Geld vorhanden, da die Bildungsbudgets gemäss der Staatsrechnung in den letzten Jahren immer gestiegen sind. Doch ist es Annexdisziplinen gelungen ihren Rüssel am Schulsystem anzudocken und stattliche Mengen dieses Geldes in ihrem Schlund verschwinden zu lassen. Dabei geht es um Leute und Berufe, für die es in der Privatwirtschaft keine Verwendung gibt und die auch keinen Verwaltungsratssitz erhalten würden. Für die Bildung ist also mehr als genug Geld vorhanden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fraz am 22.03.2017 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt!

    Einzig an einer Reform unseres Bildungswesens sollte nicht gespart werden, das wäre bitternötig! Warum wohl schiessen Privatschulen wie Pilze aus dem Boden? Weil unser Bildungssystem durch die aufgezwungene Gleichmacherei mehr und mehr versagt. Ungeachtet der Stärken und Schwächen des Einzelnen wird fröhlich weiter gewurstelt mit immer mehr Lehrern, Psychologen, Logopäden, Dolmetschern, Sozialarbeitern....., nur an der Wurzel wird nichts verändert. Sollte und nicht langsam ein Licht aufgehen? Jaaaa, an der Bildung, so wie wir sie betreiben, muss gespart werden!

  • AlecMonopoly am 21.03.2017 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Kinder

    Warum nicht im Asylwesen sparen? Warum nicht zuerst für unsere eigene Zukunft investieren anstatt für alle?

  • Ruth am 21.03.2017 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wär zahlt befiehlt und nicht umgekehrt

    Die Schüler sollen lernen und nicht streiken. Zudem sollten die Schüler zuerst selbst mal Steuergeld an den Staat abliefern - Wunschkonzerte gibt in der Finanz- und Wirtschafts-Krise nicht mehr. Das Geld kann nicht mehr von den Bäumen gepflückt werden. Auserdem braucht die Schweiz das Geld heute nicht mehr für Schulen, sondern für Flüchtlings- und Terror-Gefahren und Sachbeschädigungen von streikenden Chaoten. Hirnzellenn aktivieren ist angesagt.

  • marko 32 am 21.03.2017 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Demonstration

    Ich finde das super ich bin auf Ihrer Seite

  • citoyen am 21.03.2017 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Jammern auf höchstem Niveau

    Der linke Schreckruf "Nicht bei der Bildung sparen!" ist eine Wahrnehmungsstörung der gröbsten Art. Am 23.12.16 schrieb der Tages-Anzeiger unter der Überschrift: "Die Ausgaben für die Bildung steigen", dass die öffentlichen Bildungsausgaben in der Schweiz von 2005 bis 2014 "um mehr als ein Viertel" gewachsen sind. Unser Land gab 2012 pro Schüler 17'000$ aus. Das ist Weltspitze. Der Anteil der Bildungsausgaben beträgt bei uns 17%, ebenfalls Nr.1. (Zum Vergleich: D 11%, Japan 8%) Es gibt sehr wohl Sparpotential, und zwar ohne Leistungsabbau. z.B bei Lehrerlöhnen und der Bildungsbürokratie.