Basel

10. Oktober 2018 12:10; Akt: 10.10.2018 17:00 Print

10 Gratis-«Weltwochen» spalten die Universität

Der Studierendenrat der Universität Basel hält an seinem Entscheid fest, die Gratisexemplare der «Weltwoche» vom Campus zu verbannen. Der Entscheid polarisiert die Studierenden.

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Seit dem 1. Oktober sorgt eine Kontroverse um Gratis-Exemplare der «Weltwoche», die im Kollegiengebäude der Universität Basel aufgelegt werden, für Unruhe unter den Studierenden. Der Studierendenrat beschloss damals, dass das Rektorat überzeugt werden solle, die Gratis-Auslage der rechtskonservativen Wochenzeitschrift zu verbieten. In den Augen der Antragsteller ist Roger Köppels Blatt durchsetzt mit «rassistischen, islamophoben und rechtspopulistischen Inhalten».

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Studierende wollen «Die Weltwoche» aus der Universität Basel verbannen, was denken Sie darüber?

Am Dienstagabend hat der Studierendenrat diesen Entscheid bekräftigt, nachdem zuvor ein Gegenantrag eingegangen war. Dies allerdings denkbar knapp mit 12 zu 10 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Der Beschluss des Gremiums bleibt nicht ohne Konsequenzen: Die Debatte um die Gratis-Auslage der «Weltwoche» hat einen Keil zwischen die Studierenden getrieben. Laut Giuliano Borter, dem Präsidenten der studentischen Körperschaft Skuba, geht es um zehn Exemplare.

«Unangenehme Meinungen unerwünscht»

Weil Borter als Präsident der Skuba den Entscheid zwar vertreten muss, aber persönlich nicht dahinterstehen kann, hat er am Mittwoch seinen Rücktritt per Ende Oktober bekannt gegeben. «Als Jurist sind mir die Presse- und Meinungsfreiheit sehr wichtig», erklärt Borter. Er ist nicht der Einzige, der sich mit dem Entscheid des Gremiums schwer tut.

«Sehr schade», sagt Philosophie- und Geschichtsstudentin Naomi Reichlin zum Entscheid. Die Vizepräsidentin der Baselbieter FDP findet es zwar erfreulich, dass einige Studenten ihre Meinung geändert hätten. «Aber die Signalwirkung bleibt die gleiche: Unangenehme Meinungen sind vom Studierendenrat der Uni Basel nicht gewünscht», schreibt sie auf Twitter, wo sie mehrere Posts zum Thema veröffentlicht hat.


Nehmen Studierende Köppels Einladung an?

Nach wie vor offen ist, ob die Studierenden das Angebot von «Weltwoche»-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel annehmen, der sich einer öffentlichen Blattkritik an der Uni stellen würde. «Das Thema kam gestern nicht zur Sprache», so Borter. Allerdings habe die Fachgruppe Soziologie Bereitschaft gezeigt, eine solche Veranstaltung durchzuführen. «Unsere Überlegungen sind schon recht konkret», teilte die FG auf Anfrage mit. Man suche aber noch den Kontakt mit anderen Fachgruppen.

(lha)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sugo am 10.10.2018 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn wunderts.

    Wundert das wirklich jemanden? Es sind immer die Toleranten die anderen Meinungen gegenüber völlig intolerant sind. Das ist in der Politik täglich zu beobachten.

  • Ex Studi am 10.10.2018 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Extremismus

    Kann mich noch gut an meine Studentenzeit erinnern. 80% Linke, wobei jeder das Gefühl hatte, je weiter links, umso intelligenter. Vielfalt und Offenheit gab es in dem Sinn nicht, auch wenn man sich stets als weltoffen bezeichnete...

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  • Demo Kratie am 10.10.2018 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt wahr?

    Presse- und Meinungsfreiheit? Die Uni Basel beschreitet da einen feigen Weg!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yolanda Hecht am 10.10.2018 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    Viel Lärm für R.Köppel

    An alle, die nicht wissen, um was es eigentlich geht. Weder der Studierendenrat, noch die Skuba sind die Universität Basel. Sie sind noch nicht mal "die" Studentinnen und Studenten der Universität Basel. Macht haben sie auch keine. Sie können nur einen Antrag stellen, welcher wirklich dumm und kontraproduktiv ist und die denkbar beste Werbung für die Weltwoche. Das Rektorat der Universität wird diesem nicht zustimmen, wenn es dann mal Zeit findet, ihn zu behandeln. Niemand muss sich um die Pressefreiheit sorgen wegen ein paar engstirnigen Studenten.

  • coldasgold am 10.10.2018 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meinungsfreiheit?

    Die Weltwoche ist eine bürgerliche Wochenzeitung und hat keinerlei illegale Inhalte. Niemand zwingt Studenten, die Weltwoche zu mögen, aber eine Uni sollte ein Ort sein, an dem Meinungsfreiheit und -vielfalt gefördert werden und offen diskutiert werden kann. Diese Aktion wirft ein sehr fragwürdiges Licht auf die Uni Basel.

  • Michel am 10.10.2018 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeugnis

    Wow .. was für ein Armutszeugnis für diese Studierenden. Was für eine Voreingenommheit. Ausgerechnet an einer Uni.. da hätte ich mehr erwartet. Somit werden wieder mal alle Klischees bedient. Bin ja auch kein Fan vom Köppel, aber gerade an einer Uni erwarte ich , dass diese Zukünftigen Leader sich auch mit Ihnen unangenehmen Positionen/Meinungen auseinander setzen müssten. Im Prinzip spielen Sie der SVP und Köppel somit direkt in die Hände.

  • T. Lindemann am 10.10.2018 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin selber UniBas Student

    Weltweit kämpfen Studenten und Gelehrte für die Pressefreiheit und in Basel wird sie eingeschränkt. Ich bin enttäuscht.

    • humpty am 10.10.2018 16:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @T. Lindemann

      also bitte!! das hat dich rein gar nichts mit einschränkung der pressefreiheit zu tun. man verbietet das blatt ja nicht. jeder hat die freiheit es zu kaufen, abonieren, klauen oder zum tapezieren zu nutzen! aber gratis exemplare an einer uni müssen ja nicht sein. man könnte fast von rechter propaganda sprechen...

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  • Streifenkarl am 10.10.2018 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Und umgekehrt?

    Wenn politisch bürgerliche Studenten dagegen gewesen wären, das z.B. ein Tages Anzeiger gratis ausgelegt würde. Dann hätte man gleich geschrien, das sei Zensur und gegen die freie Meinungsäusserung und dass man sich an die 30er Jahre erinnert fühlt.