Futternot

08. Januar 2018 15:30; Akt: 08.01.2018 15:59 Print

Wildschweine richten «enorme Schäden» an

Der Spätfrost und die Trockenheit haben letztes Jahr den Wäldern zugesetzt. Wildschweine finden dort kaum mehr Eicheln und richten in der Region Basel hohe Flurschäden an.

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Wildschweine richten in der Region Basel deutlich mehr Flurschäden an, weil sie im Wald nicht mehr genug zu essen finden. (Bild: Keystone/Lino Mirgeler/Symbolbild)

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Spätfrost und Trockenheit haben 2017 auch Wäldern zugesetzt. Da zudem ein mageres Eicheln- und Buchennuss-Jahr war, finden Wildschweine jetzt im Winter weniger Nahrung im Wald. Das treibt sie hinaus auf die Felder.

Nachdem 2016 Eichen in vielen Teilen der Schweiz sehr viele Früchte getragen hatten, fiel der Fruchtbehang 2017 zyklusgemäss schwach aus. Auch Buchennüsse waren landesweit sehr rar, wie bei der Forschungseinheit Walddynamik der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zu erfahren ist.

Wegen des knappen winterlichen Nahrungsangebots im Wald sei damit zu rechnen, dass sich Schwarzwild nun mehr im Freien verpflegt, schätzt man beim Amt für Wald beider Basel. Tatsächlich stellt die Baselbieter Jagdverwaltung bereits mehr Wildschweine auf Feldern und an «Kirrungen» (Fütterungsstellen von Jägern) fest.

Wildschweine richten mehr Flurschäden an

Auch ein Jäger aus dem Raum Sissach BL beobachtet schon seit Kältebeginn im November, dass die Wildschweine sehr aktiv seien und auf Nahrungssuche Laubhaufen und losen Boden umpflügten. Doch punkto Futter sei der Wald heuer sozusagen «leer», was die bereits jetzt «enormen Schäden» an Feldern und Kulturen erkläre.

Hatten sich die Schadenmeldungen im Kanton Baselland im gesamten vergangenen Jagdjahr zu 210'00 Franken summiert, stand man jetzt schon vor Silvester bei knapp 180'000 Franken, und das Jagdjahr dauert noch volle drei Monate. Immerhin sind die Tiere ausserhalb des Waldes einfacher ins Visier zu nehmen.

Weil 2016 ein sogenanntes «Mastjahr» mit vielen Eicheln gewesen war, aber 2017 kaum welche zu finden sind, dürften Schäden und Abschüsse landesweit deutlich steigen. Jahre mit vielen Eicheln im Wald heissen übrigens «Mastjahre», weil früher Bauern dann ihre Schweine zum Fressen in den Wald brachten - Wildschweine machen nun den umgekehrten Weg.

Spätfrost setzte Eichen zu

Der Spätfrost vom April hat auch früh knospenden Baumarten geschadet. Bei den Eichen ist frühes Blattwerk teils erfroren. Betroffene Bäume bildeten neue Triebe, als es wieder warm wurde. Bis mit solchen Nachtrieben wieder Blattwerk nachgewachsen ist, verstreicht aber wertvolle Zeit der Vegetationsperiode, und das Ergebnis ist meist kleineres Laub als normal. Im Raum Basel waren laut Amt für Wald heuer etwa Eichenblätter teilweise kaum halb so gross wie üblich.

Auch die starke Trockenheit des vergangenen Jahres hat mancherorts Bäume geschwächt. So lagen in manchen vermeintlich gesunden Wäldern vermehrt abgebrochene vermeintlich gesunde Äste am Boden – laut WSL ein Stresssignal.

Trockenheit bedroht Baum-Arten

Das trockene 2017 ist kein Ausreisser: Nachdem der Jurasüdfuss vom Genfersee bis nach Schaffhausen schon länger zu den trockenen Landesgegenden zählt, wird es inzwischen auch am Juranordfuss zunehmend trockener, was das Artenspektrum verändert. Forscher rechnen dabei mit Zyklen von 80 bis 100 Jahren.

Zunehmend Mühe haben beispielsweise im Raum Basel Bergahorn und Weisstannen, die gemäss Amt für Wald beider Basel unübersehbar unter der Trockenheit leiden. Manche Forstbetriebe sähen deswegen schon deren Verschwinden nahen.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Radix am 08.01.2018 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rettet Flur und Wald

    Esst mehr Wildschwein. Ein Bionaturprodukt erster Güte, Tiere allesamt aus glücklichem Freilandaufwuchs.

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  • carmen diaz am 08.01.2018 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    wildschweine sind auch dann...

    ...draussen auf den feldern, wenn das eichel- und buchennussjahr geschichtsträchtig erfolgreich war. schweine sind clever und sie gehen dorthin wo es am einfachsten ist an nahrung zu kommen...

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  • swissmawi am 08.01.2018 15:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abschiessen und essen

    Abschiessen und essen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andre am 11.01.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wildschweine

    ich habe gesehen wie Wildschweine ein ganzes Dorfausraubten, den Dorfladen plünderten und die Kassiererin entführten!

    • Herrcool.es am 15.01.2018 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andre

      Einfach herrlich. Danke Ihnen

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  • Lukas am 11.01.2018 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Schande

    Menschen richten Weltweit die abartigsten und grössten Schäden an. Lass die Wildtiere einmal in Ruhe. Das Hauptproblem ist ganz einfach. Es gibt einfach zu viele Menschen und die Tiere haben keinen Platz mehr!

  • stefan tschopp am 10.01.2018 02:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ne

    enorme schäden verursachen wir menschen. dass ist enorm. dine wildsau heitzt nicht fährt kein auto und schmeist plastik weg. also der praktikant der den bericht schrieb sollte besser was anderes suchen. enorme schäden hahahah.

  • K.rento am 09.01.2018 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt doch noch Futtermais

    Leert doch ein Maissilo und verteilt es im Wald. Ist ja subvebtioniert und es gibt eine Menge davon liebe Bauern.

  • Edmund Studet am 08.01.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    So schnell geht's...

    Tja - uns Berglern den Wolf und euch die Wildsau... Jetzt konsequent bleiben und nix mit abschiessen!!!

    • Ernrsto am 08.01.2018 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Edmund Studet

      Ha Ha das haben Die sehr gut gesagt

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