Basel

05. Juli 2017 05:47; Akt: 05.07.2017 07:47 Print

«Wir helfen, wenn der Futternapf leer bleibt»

In Lausen wurde neu der Verein Schweizer Tiertafel gegründet. Er setzt sich dafür ein, dass sich Bedürftige nicht von ihren Haustieren trennen müssen.

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Es kann so schnell passieren: Nach einem Unfall, Todesfall oder Jobverlust rückt ein geregeltes Leben in weite Ferne, weiss Arlette Sumi (47), Gründerin der Schweizer Tiertafel. Schicksalsschläge hätten oft existenzielle Probleme zur Folge. «Richtig schlimm wird es, wenn der Betroffene nicht nur sich selber oder seine Familie über die Runden bringen, sondern auch noch einen Vierbeiner versorgen sollte», so Sumi.

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Die Baselbieterin erinnert sich an etliche solcher Fälle, die sie in ihrem Arbeitsalltag mit «tiergestützter Sozialarbeit» erlebt hat. «Die Sozialämter drängen dann jeweils darauf, dass der Hund oder die Katze ins Tierheim abgegeben werden soll», sagt sie. Sie habe sich jedoch stets dafür eingesetzt, dass die Tiere bei den Bedürftigen bleiben konnten.

Zusammenarbeit mit Tierärzten

«Anfänglich habe ich auf Facebook Geld für die tierischen Familienmitglieder gesammelt, aber nachhaltig ist das am Ende nicht», sagt Sumi. Also hat sie kürzlich mit zwei gleichgesinnten Kolleginnen den Verein Schweizer Tiertafel ins Leben gerufen. «Uns ist wichtig, dass Institutionen, die mit den betroffen Leuten zusammenarbeiten, wissen, dass es uns gibt.» Der Verein hilft, wenn der Napf von Miezi oder Bello leer bleibt oder ein kostenintensiver Tierarztbesuch ansteht. Existieren kann der Verein dank der Zusammenarbeit mit Futterherstellern und Tierärzten. Sumi: «In der Region Basel greift uns die Kleintierpraxis Am Ring unter die Arme.»

Sie weiss: «Für IV-Bezüger, Menschen mit einer kleinen Rente und Familien, die unter dem Existenzminimun leben, ist ein Haustier oft der einzige Grund, noch am Leben zu bleiben und der letzte soziale Kontakt», sagt sie weiter und erzählt etwa von Hunden, die mit ihrem Herrchen auf der Strasse leben. «Diese Tiere sind meist gesünder und besser erzogen als ihre Artgenossen, die in geregelten Verhältnissen leben.» Sumi erlebte selbst, was es heisst, von Null anfangen zu müssen. «Nach dem überraschenden Tod meines Mannes erkrankte ich an Krebs. Mein Hund ist bis heute mein Ein und Alles.»

Weitere Sektionen in Planung

«Jeder Kanton soll seine eigene Tiertafel mit den Statuten des Vereins kriegen», erklärt Sumi. «In Schaffhausen gibt es bereits eine Sektion. Mit Zürich und Bern sind wir im Gespräch und haben gute Chancen auf eine Zusammenarbeit.»

(jd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anubis am 05.07.2017 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal ne gute Idee

    Das finde ich sehr gut. Die Menschen denen es so schlecht geht haben oft nur ihr Tier auf dass sie sich verlassen können und ihnen Schutz gibt.

  • Tam_Tam am 05.07.2017 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Tolle Sache! Vielen Dank an die Helfer <3

  • Typhoeus am 05.07.2017 06:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich sollte in der reichen Schweiz

    niemand mit Existenzminimum suf der Strasse leben müssen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jasmin am 05.07.2017 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Richtig toll! Schön, dass es noch Menschen gibt, die anderen helfen und auch an die Tiere denken! Würde gerne meinen Beitrag in Form einer Spende leisten.

  • Lea am 05.07.2017 16:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Tolle Sache finde ich super Ich finde schlimm das viele denke. Wen du sozial Gelder beziehst oder IV hast das mein keine Tier haben darfst.ich finde das es allen hilft und jeder hat das Recht ein Tier ein Zuhause zu geben auch wen er nicht viel hat. Wie kann man Unterstützen?

  • Hündeler am 05.07.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut - vielen Dank

    Für Randständige sind Tiere so was wie der letzte Anker. Bedingungslose Freunde, die mit durch Dick und Dünn gehen. Zudem fördern sie einen Tagesablauf und Verantwortung tragen. Meine persönliche Erfahrung hat gezeigt, dass viele Hunde dieser Personen besser sozialisiert sind und besser folgen als die meisten andere Hunde. Und die Sozialämter, die vorschlagen den letzten Halt ins Tierheim abzugeben, sollten sich vielleicht mal klug machen! So was von unsozial und menschenverachtend!

  • Jenny A am 05.07.2017 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    Züri vor!

    Also los Zürich macht vorwärts, ich kann einiges an Katzenfutter bieten.

  • Tierfreund am 05.07.2017 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Sache

    Tolle sache gibt es bereits in mehreren städten zb auch in Winterthur danke an alle die sich für solche Menschen und Tiere einsetzten .