Region Basel

20. November 2017 19:07; Akt: 21.11.2017 08:10 Print

Unvorsichtige Mitarbeiter legten Tramlinien lahm

Zweimal kam es am Wochenende zu Zwischenfällen bei der BLT, zweimal war ein Stromausfall die Ursache. Der Grund ist den Verantwortlichen im Nachhinein sichtlich peinlich.

storybild

Trampanne: Am Wochenende blieb der 10er in Münchenstein zweimal liegen. (Bild: Leser-Reporter)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das letzte Wochenende war für die BLT wie verhext. Zweimal musste sie im Bereich Dreispitz einen Unterbruch des Tramverkehrs verzeichnen. Der Grund war am Samstagmorgen wie auch am Sonntagnachmittag derselbe: ein Stromausfall. Auf der Linie 10 ging nichts mehr, am Sonntag war auch die Linie 11 betroffen.

Umfrage
Störungen im ÖV – wie gut kennen Sie das Problem?

Die undankbare Aufgabe, die Fahrgäste über die Störungen zu informieren, übernahm wie gewohnt die nette männliche Stimme der BVB-Leitstelle per Lautsprecherdurchsage. Auch auf dem Twitter-Profil der BVB gabs am Wochenende dann nur ein Thema.



Mit falschem Handgriff das Netz ausgehebelt

Das Problem konnten die BLT-Techniker beide Male innert weniger als einer Stunde beheben – dessen Ursache blieb ihnen aber ein Rätsel. Bis sich am Montagmorgen schliesslich ein Ingenieur zum Dreispitz begab und dem Fehlerteufel auf die Schliche kam: «Bei routinemässigen Wartungsarbeiten am dortigen Gleichrichter vergassen unsere Servicemitarbeiter, diesen vom manuellen wieder auf den automatischen Betrieb zurückzustellen», erklärte BLT-Direktor Andreas Büttiker auf Anfrage von 20 Minuten. Der Grund war also schlicht und einfach «menschliches Versagen».

Dieser kleine Moment der Unachtsamkeit zog eine zweitägige Fehlerkette nach sich. Der Gleichrichter wandelt den Wechselstrom auf dem Tramnetz in Gleichstrom um. Werde auf manuellen Betrieb umgestellt, so erfolge bei grösseren Spannungsschwankungen keine automatische Korrektur und die Stromzufuhr im entsprechenden Bereich wird abgeschaltet – mit unerwünschten Folgen für den Tramverkehr, so Büttiker. So wurde mittels eines falschen Handgriffs das gesamte Netz ausgehebelt.


Das Drämmli fuhr nicht mehr, die Fahrgäste mussten aussteigen. (Video: Leserreporter)

Die Folge waren Verspätungen und genervte Fahrgäste. «Nachdem das Tram an der Haltestelle Dreispitz nicht mehr weiterfahren konnte und kein Ersatzbus kam, ging ich zum Bahnhof Dreispitz und musste dort eine halbe Stunde lang auf den Zug warten. Ersatzbusse waren angekündigt gewesen, es kam aber während der ganzen Zeit keiner», berichtet eine Betroffene nach dem Zwischenfall am Sonntag. Laut Büttiker trafen die Ersatzbusse an beiden Tagen ein. Er bestätigt aber, dass es eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen könne, bis die Busse eintreffen. Am Sonntag war wegen des Weihnachtsmarktes in Münchenstein zudem die Strasse gesperrt, was die Anfahrt verzögerte.

BLT entschuldigt sich

Was lernt die BLT aus den peinlichen Vorkommnissen? «Wir werden nun bei jedem unserer 15 Gleichrichter ein Hinweisschild anbringen, das unsere Techniker darin erinnert, dass beim Verlassen des Gleichrichters die Automatik eingeschaltet sein muss», so Büttiker. Die BLT entschuldige sich für die Vorfälle. Immerhin können sie und ihre Fahrgäste fest davon ausgehen, dass solch ein Zwischenfall nicht so schnell wieder passieren wird.

(daf)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Erik76 am 20.11.2017 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemand ist Perfekt

    Niemand ist perfekt!! Man sollte dies mit dem nötigen Humor nehmen auch wenn man vielleicht in Eile ist!!!

    einklappen einklappen
  • marko 32 am 20.11.2017 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Kann passieren

  • TommyM am 20.11.2017 23:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo gehobelt wird fallen Spähne

    Hoppla. Und wie immer verdient dieser Gesellschaftlich relevante Mitarbeiter wohl weniger als sein Irrelevanter Vorgesetzte...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bähndler housi am 07.12.2017 20:33 Report Diesen Beitrag melden

    Selbstverständlich

    Etwas weniger hektik würde uns bestimmt nicht schaden. So alle 2 wochen für einen tag in der ganzen schweiz keinen pfuus für den normalbürger ( notdienste/spitäler audgenommen ) mag brachial tönen, aber man würds überleben und evtl einmal daran denken, was alles heutzutage selbstverständlich ist

  • Ottokar Rec am 23.11.2017 01:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährliche Manipulationen

    Super instruierte Mitarbeiter! Frage der Zeit, bis sich ein schwerer Unfall ereignet!

  • C. am 22.11.2017 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glück gehabt war es ein Sonntag

    Ich hatte Glück. Musste zur Arbeit und nach nur 1 Station ging nichts mehr.Zum Glück war Sonntag.Ich telefonierte meinem Mann und der fuhr mich zur Arbeit. Sonst währe ich zu spät gekommen.

  • B-Mobil am 21.11.2017 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sympa Stimme

    ...also mir gefällt die Stimme, welche am Sonntag die Durchsage an die Fahrgäste machte...weiter so...:-)

    • André Bösch am 24.11.2017 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @B-Mobil

      Besten Dank für das Lob. Die BVB-Stimme vom Sonntag :-)

    einklappen einklappen
  • K. Lustmehr am 21.11.2017 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Madagaskar läuft, wenn auch langsam

    Nein, bei diesen Preisen dürfen keine "malheurs" passieren. Nicht mal Rolex funktioniert. Made in Switcherland.