Basel

08. Oktober 2018 05:46; Akt: 10.10.2018 08:40 Print

«Die ganze Zeit geweint, es war unbeschreiblich»

Dank der Spenden der Facebook-Gruppe Basler Mamis 2.0 konnte Selina* für ihren tot geborenen Sohn ihren Wunschgrabstein anfertigen lassen. Am Donnerstag wurde er gesetzt.

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Selinas Sohn wurde am 29. Juli 2014 in den Himmel geboren. Das Licht der Welt erblickte er nie. Selina sparte lange für eine würdige Ruhestätte für ihren tot geborenen Sohn, doch für einen richtigen Grabstein reichte das Geld nicht. Im November vor einem Jahr setzte sie diesen Post in die Facebook-Gruppe Basler Mamis 2.0: «Ist jemand Schreinerin? Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Grabstein für meinen Sohn. Einen ‹normalen› werde ich mir nicht leisten können.»

Am vergangenen Donnerstag nun wurde der Grabstein gesetzt, den sich die 36-Jährige so sehr gewünscht hatte. «Es war unbeschreiblich, ich habe die ganze Zeit geweint», erzählt sie. Nie hätte sie mit einer solchen Reaktion auf den Post gerechnet. Das Grabmal ihres Sohnes ziert das Schweinchen aus «Winnie Puuh», das ein rotes Ballon-Herz steigen lässt.

Ihre Tochter hatte ein Plüsch-Schweinchen für ihr Brüderchen gekauft. «Er wurde mit ihm eingesargt», erzählt Selina. Für sie war darum auch klar, dass die Comicfigur auf den Grabstein muss. Dafür musste die Baslerin sogar die Erlaubnis von Disney einholen. Der Zeichentrick-Konzern hatte nichts dagegen.

Eine neue Freundschaft fürs Leben

Die Grabsteinsetzung fand im engsten Kreis im solothurnischen Gretzenbach statt, wo Selina früher wohnte. Mit dabei war auch Aline Steinacher. Sie hatte vor einem Jahr zusammen mit drei anderen bei den Basler Mamis 2.0 dazu aufgerufen, für Selina zu spenden. Persönlich kannten sich die beiden Mütter damals noch nicht. «Jetzt sind wir beste Freunde», sagt Selina.

«Die Sammelaktion schlug ein wie eine Bombe», erinnert sich Steinacher. Derart, dass sogar noch 2500 Franken übrig geblieben sind, die Selina nun dem Verein Herzensbilder spenden kann. Dieser schenkt Eltern von schwer kranken, behinderten oder auch tot geborenen Kindern Foto-Shootings mit Profifotografen.

*Name der Redaktion bekannt

(lha)