Germanwings-Absturz

20. März 2017 22:24; Akt: 24.03.2017 11:13 Print

Vater von Todespilot spricht von «Unfall»

Germanwings-Pilot Andreas Lubitz ist dafür verantwortlich, dass Flug 9525 mit 149 Passagieren an Bord abstürzte. Das will sein Vater bis heute offenbar nicht hinnehmen.

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Am 24. März 2015 zerschellte Germanwings-Flug 9525 von Barcelona nach Düsseldorf auf dem Gebiet der Gemeinde Prads-Haute-Bléone im südfranzösischen Département Alpes-de-Haute-Provence. (25. März 2015) Alle 150 Insassen kamen dabei ums Leben. Helikopter bringen die Einsatzkräfte zur Unfallstelle. (26. März 2015) Unwegsames Gelände: Die Einsatzkräfte sichern sich mit Seilen. (29. März 2015) Bergungsarbeiten in der Felswand: Ein Helfer untersucht ein Wrackteil der verunglückten A320. (29. März 2015) Fundstellen tragen sie auf einer Karte ein: Rettungskräfte am Ort des Absturzes der Germanwings-Maschine. (29. März 2015) Die Bergungsarbeiten: Einsatzkräfte durchsuchen das Trümmerfeld des verunglückten Germanwings-Flugzeugs. Total geschwärzt: Ein Bild des zweiten Flugdatenschreibers. (2. April 2015) Mitglieder der französischen Polizei an der Absturzstelle. (1. April 2015) Das unwegsame Gelände an der Absturzstelle erschwert den Helfern die Arbeit. (26. März 2015) Auch Wrackteile vom Rumpf ... ... sind auszumachen. (26. März 2015) Ausgerüstet mit Rechen durchkämmen sie das Trümmerfeld. (26. März 2015) Akribische Spurensuche: Ein Mitglied der Gendarmerie klettert über das Absturzgebiet. (26. März 2015) Die Leichnahme der Opfer werden mit dem Helikopter ins Tal gebracht. (26. März 2015) Beschädigt, aber auswertbar: Die gefundene Blackbox, auf der die Gespräche der Piloten aufgezeichnet worden sind. (25. März 2015) Wegen der schwer zugänglichen Unglücksstelle fliegt die Bergungsmannschaft mit Helikoptern hin. (25. März 2015) Von der abgestürzten Maschine sind vorwiegend kleine Wrackteile übrig geblieben. (25. März 2015) Die Trümmer: Zerschellte Flugzeugteile oder ... (24. März 2015) ... gar ein Seitenteil des Flugzeugrumpfes ...(25. März 2015) ... liegen grossflächig an den Felswänden.(24. März 2015) Das Heck der Germanwings-Maschine. (24. März 2015) Die Bergungstruppen klettern den steilen Felswänden entlang ... ... und untersuchen die Wrackteile. (25. März 2015)

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Am 24. März 2015 zerschellte ein Airbus von Germanwings in den französischen Alpen. 150 Menschen starben, darunter auch Copilot Andreas Lubitz. Der Abschlussbericht der Kommission zur Flugunfalluntersuchung zur Ursache des Absturzes ist eindeutig: Lubitz habe die Maschine extra abstürzen lassen, weil er Suizid begehen wollte.

Der 27-Jährige hatte den Piloten während des Flugs aus dem Cockpit ausgesperrt, das zeigten Auswertungen der Blackbox. Lubitz litt an psychischen Problemen und hatte auch verheimlicht, dass er an dem Tag krankgeschrieben war.

All diese Erkenntnisse will die Familie des Copiloten nicht hinnehmen. Lange hatte sie sich nicht geäussert, dann, diesen Februar, meldete sich erstmals Vater Günter Lubitz zu Wort und sprach von einem «Unfall». Es gebe rund um den Absturz «noch viele unbeantwortete Fragen, merkwürdige Sachverhalte und Zweifel am bisher kommunizierten Unfallhergang. Wir sind im Moment selber noch am Recherchieren.»

Jetzt will er die Ergebnisse dieser Recherche an einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorstellen: «Bis heute wird an der Annahme des dauerdepressiven Copiloten, der vorsätzlich und geplant in suizidaler Absicht das Flugzeug in den Berg gesteuert haben soll, festgehalten», heisst es in dem Einladungsschreiben, das der «Bild»-Zeitung vorliegt. «Wir sind der festen Überzeugung, dass dies so nicht richtig ist.»

Schwieriges Trauern

Offenbar hat die Familie einen Gutachter angestellt, der die Unschuld des Copiloten beweisen soll. Wieso die Pressekonferenz ausgerechnet am zweiten Jahrestag des Absturzes stattfinden soll, bleibt offen.

Im April 2016 hatte die Familie Lubitz eine Todesanzeige geschaltet und sich für die Unterstützung von Freunden und Verwandten bedankt. Der Familie dürfte mit grosser Ablehnung und Hass konfrontiert worden sein. So wurden bei der Trauerfeier zum Jahrestag der Katastrophe im französischen Le Vernet 149 und nicht 150 Namen verlesen. In der Todesanzeige vom letzten Frühjahr erwähnte auch sie die Angehörigen der 149 Opfer mit keinem Wort.

(gux)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

dass hier viele Verständnis für den Copiloten und seinen Vater zeigen. Ich kannte eines der spanischen Opfer persönlich. Ein rechtschaffener Familienvater aus Murcia, der Frau und 2 kleine Kinder hinterlassen hat. Ein Hohn, von einem Unfall zu sprechen. Dieser Copilot ist für mich ein Psychopath, nicht besser als ein IS-Mörder. – Jorge

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Brumm am 20.03.2017 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Normales Verhalten

    Obwohl er weiss was sein Sohn gemacht will er es trotzdem nicht wahrhaben weil es sein Sohn ist/war.

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  • Sehr Traurig am 20.03.2017 23:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der blanke Hohn

    Ich kann verstehen dass es für die Eltern des Herrn Lubitz schwer ist, so einer unfassbaren Schreckenstat ins Auge zu blicken. Für die unschuldig Verstorbenen und deren Angehörigen ist so ein Verhalten jedoch der blanke Hohn! Wirklich sehr, sehr traurig!

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  • Luis am 20.03.2017 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schreckliche Tragödie

    Man muss auch verstehen das eine nahe stehende Person (in diesem Fall der Vater) immer zu seinen Fleisch und Blut halten wird. Was Andreas Lubitz tat war 149 facher Mord und nichts anders, wir können aber nicht erwarten das der Vater oder die Mutter von Andreas Lubitz ihn als Mörder bezeichnen werden auch wenn er einer war.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • R. Ealistin, M. Utter am 21.03.2017 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhe in Frieden - akzeptieren!!!

    Ich als Eltern würde mich ganz ruhig verhalten und keinen Schuldigen suchen! Sein Umfeld wie Eltern, Aerzte, Freunde haben nicht reagiert, obwohl doch bekannt war, dass er ein Problem hatte. Kann es sein das der Vater sein Gewissen beruhigen möchte und mit einer anderen These als Suizid besser leben könnte?

  • Brian am 21.03.2017 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    von der ganz schnellen Sorte

    Bereits nach ein paar Stunden sprach man von Selbstmord.. Da war jemand aber ganz schnell mit ermitteln. Die Wahrheit kommt in 2-3 Jahrzehnten ans Licht, wenn es niemanden mehr interessiert..

  • Jörg Dittmer am 21.03.2017 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungewissheit?

    Als erstes: Mein Beileid AUCH dem Herren Lubitz. Kein Vater verdient den Verlust seines Sohnes! Es tut mir allerdings leid sagen zu müssen, das es nach einem Geistigen Aussetzer seines Sohnes aussieht. Niemand darf aber vergessen, das niemand von uns die Aufnahmen voll zu hören oder Daten zu sehen bekommen hat.

  • eric am 21.03.2017 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leider traurig aber....

    als eltern glaubt man immer an die unschuld, aber er hat es leider absichtlich getan. er hat das flugzeug bewusst im boden versenkt, die daten sorechen genau dies aus....

  • Sigmund am 21.03.2017 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schutzprogramm für die eigene Psyche...

    Die Eltern von Terroristen sagen jeweils auch, dass ihr Sohn ganz sicher kein Terrorist gewesen sei, auch wenn er 2 Tage vorher mit einem Lastwagen ein paar Dutzend Ungläubige überrollt hat, über Social Media dem IS ewige Treue schwörte etc. etc. - Fazit: Eltern sind kaum DIE objektive Fachstelle in solchen Angelegenheiten. Das negieren der Fakten und der Aufbau einer eigenen Realität sind quasi "Schutzmechanismen der Psyche".