Australien

10. Januar 2018 21:08; Akt: 10.01.2018 21:08 Print

Hitze brutzelt Fledermäusen Hirn weg

In Australien ächzen Mensch wie Tier unter einer Rekordhitze, die den Asphalt schmelzen lässt. Für junge Fledermäuse und Flughunde ist die Hitze tödlich.

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Die USA ächzten unter schweren Winterstürmen, selbst in Florida war es so kalt, dass Haie einen tödlichen Kälteschock erlitten und Leguane erstarrt von den Bäumen fielen.

Auch in Australien fallen Tiere vom Himmel – wegen der herrschenden Rekordhitze. Ihr fallen Tausende von Wildtieren zum Opfer, etwa Fledermäuse und Flughunde. «Sie vertragen Hitze ganz schlecht», sagt Cate Ryan, die als Freiwillige mit der Tierrettung unterwegs ist. «Ihr Gehirn verbrutzelt regelrecht, sie werden ganz wirr.» Gerade die Jungtiere fielen wegen Überhitzung massenhaft von den Bäumen und verendeten dehydriert. Älteren Tiere gelinge es noch eher, im Schatten von Schluchten Zuflucht zu suchen.

«Herzzerreissende Szenen»

Laut «Geo» können schon Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke schädlich für junge Fledermäuse und Flughunde sein. 40 Grad und mehr sind auch für erwachsene Tiere potenziell lebensbedrohlich. In der australischen Metropole Sydney herrschten etwa am Sonntag Temperaturen von 47,3 Grad. So heiss war es seit fast 80 Jahren nicht mehr.

Freiwillige Helfer beschreiben «herzzerreissende Szenen» von Hunderten sterbenden Fledermaus-Babys am Boden der Stadt Campbelltown im Osten des australischen Bundesstaates New South Wales. «So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen», sagen sie.

Die Organisation «Help Save the Wildlife and Bushlands» sammelte um die 200 verendete Flughunde ein, die meisten von ihnen Jungtiere. Sie rechnet mit weiteren Tausenden toter Fledertiere, da viele von ihnen für die Freiwilligen unerreichbar von den Bäumen hingen.

Schmelzender Asphalt und verbrannte Pfoten

Die Hitze belastet Menschen und Tiere gleichermassen: Der Strassenbelag schmilzt regelrecht dahin, Possums verbrennen sich die Pfoten auf Strassen und Dächern, Koalas werden mit Wasser besprayt, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Wegen der extremen Bedingungen sei der für Hitzewellen vorgesehene Aktionsplan in Kraft gesetzt worden, sagte die stellvertretende Polizeichefin des Staates New South Wales, Catherine Burn.

Passend zur Rekordhitze präsentierte die australische Wetterbehörde (BOM) ihren jährlichen Klimabericht: Demnach war 2017 in Australien das drittheisseste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Nur 2013 und 2005 hätten die Durchschnittstemperaturen noch höher gelegen, teilte das BOM mit. Meistens treibe das Wetterphänomen El Niño die Temperaturen in die Höhe – doch dieses sei im vergangenen Jahr ausgeblieben.

Experten machen Klimawandel verantwortlich

Rekordverdächtig war das vergangene Jahr auch mit Blick auf den gesamten Planeten: 2017 sei eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen, heisst es in dem Bericht. Unter allen Jahren, in denen El Niño ausblieb, sei es sogar das heisseste gewesen. Das Wetterphänomen El Niño tritt auf, wenn die Passatwinde über dem tropischen Pazifik nachlassen und die Temperaturen an der Meeresoberfläche ansteigen.

Verantwortlich für den Temperaturanstieg ist Experten zufolge der Klimawandel. Die Folge seien unter anderem ein Anstieg extrem heisser Tage und heftiger Waldbrände.

(gux/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bud am 10.01.2018 21:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Filme werden wahr!!!

    soviel zum lansamen aber sicheren weltuntergang!

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  • 5 vor 12 am 10.01.2018 21:45 Report Diesen Beitrag melden

    Tja Leute, es geht dem Ende zu

    Geniesst den kleinen Rest der noch übrig bleibt. Bedanken könnt ihr euch bei den hochgeschulten Politikern, die das ganze erst möglich machten.

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  • Roman am 10.01.2018 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Welche Fledermäuse

    Zur info dies sind Flughunde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Zigi am 11.01.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und

    The Game is over, aber macht weiter Party, der letzte löscht das Licht!

  • Rene Meier am 11.01.2018 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    FAKE NEWS

    Meine Chefin sitzt in Sydney und musste in den letzten 2 Wochen nicht mal ihre Klimaanlage anstellen! Woher kommen diese Info? Wenn man google nach "Sydney historic temperatures" sucht dann findet man Grafiken, wo es aber nirgends 47° heiss ist. Scheint eine Klimaerwärmungs Lobby zu sein, welche hier Propaganda verbreitet.

    • David Stoop am 11.01.2018 09:38 Report Diesen Beitrag melden

      Hab nachgeschaut

      Ich habe mal mit Ihren Suchparametern nachgeschaut und für Sonntag, den 07.01.2018, 43,4 Grad Celsius gefunden (praktisch die ersten Ergebnisse). Haben Sie evtl. falsch gesucht oder das gefundene nicht verstanden? Sie müssen natürlich schon die Tageshöchsttemperatur nehmen, nicht den Durchschnitt über 24 Stunden (ist ja logisch, dass es Nachts keine 43 Grad sind).

    • Markus Buser am 11.01.2018 11:05 Report Diesen Beitrag melden

      Ne...

      Das stimmt schon, was Rene Meier schreibt. Gibste beim Wetter Sidney ein, bringt er um 14h Mittags 27 Grad im Moment.

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  • F.D. am 11.01.2018 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Hundevögel

    Diese Flughunde mit ihren kleinen Hundeköpfchen sind so süss!

  • Jan.Z am 11.01.2018 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleichgewicht?

    Echt traurig wie du die Welt anschaust, der der es nicht verstehst bist du. Denkst du die Millionen tiere sterben gerne? Diese flughunde sterben aus natur. Und das gibt kein Ungleichgewicht. Das ungleichgewich ensteht aus der Tierhaltung vorallem rinder. Diese produzierne so viel CO2 dass sich die Atmosphäre verdichtet und es eine erderwärmung gibt(da tragen natürlich noch andere sachen von den Menschm dazu bei, aber das sind 30%) Das zerstört dazu auch noch die Ozeane und überflutet inseln, da das Eis an den Polkappen schmilzt. Du scheinst es echt nicht zu verstehen

    • Stefano am 11.01.2018 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jan.Z

      Ich nehme an, Sie und alle Befürworter haben noch nie sich mit dem Beginn der Industrialisierung im 18. Jhr beschäftigt - Allein die Tatsache dass die Natur sich selber reguliert ist ein Widerspruch wenn man Nutztieren die Hauptschuld überträgt, aber es ist leider bekanntlich, dass der Mensch bei der Problemfindung nur in kleinen Dimensionen denkt: Der Weg des geringsten Widerstandes zählt trotzdem nicht als Gesetz der Physik beim Menschlichem Versagen. Mut zur Veränderung! Wissen für die Veränderung! Geradestehen für dass, was wir Menschen das über der sogn. "Natürlichen Selektion" steht! Ursache und Wirkung...

    • Jan.Z am 11.01.2018 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefano

      Deine Aussage ist ziemlich komisch und unverständlich, und was meinst du mit befürworter? befürworter für was?

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  • Michel am 11.01.2018 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Ort

    Bei Temperaturen über 30 Grad haben die Fledermäuse und Flughund schon Probleme? Na dann haben sie sich aber das falsche Land ausgesucht. Denke die Angaben sind leicht übertrieben, 40 Grad machen wohl eher Probleme. Auf jeden Fall sollten sich die Australier bezüglich Klimawandel mal selbst an der Nase nehmen. In keinem anderen Land konnte ich eine solche Doppelmoral erleben wie bei dem Aussies. Überall Umweltschutz hier und da aber gleichzeitig massiver Raubbau an der Natur und immer mehr Export von Rohstoffen.

    • DC am 11.01.2018 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Michel

      Aber die Amis und Chinesen sind auch nicht besser!!

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