Festnahme in Mexiko

10. August 2018 20:50; Akt: 11.08.2018 19:20 Print

Drogenboss fliegt trotz Haartransplantation auf

Er liess sich den Magen verkleinern und Haare transplantieren. Genutzt haben die Operationen dem mexikanischen Drogenboss «El Betito» nichts.

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Um der Polizei zu entgehen, hat ein mexikanischer Bandenchef versucht, sein Äusseres zu verändern, und dafür zu drastischen Mitteln gegriffen: Der «El Betito» genannte Drogenboss liess sich neue Haare transplantieren und unterzog sich einer Magenverkleinerung. Der Aufwand hat sich nicht gelohnt. Beamte erkannten den Anführer der Drogenbande La Unión Tepito trotzdem.

Vorher-nachher-Bilder des 37-Jährigen:


Gemeinsam mit seinem Bruder sei er im Süden von Mexiko-Stadt festgenommen worden, sagte Renato Sales, ein Sicherheitsbeauftragter der mexikanischen Hauptstadt, am Donnerstag.

30 Kilogramm leichter

Roberto Moyado, wie El Betito mit bürgerlichem Namen heisst, habe nach der Magenverkleinerung 30 Kilogramm verloren, so Sales. Bei seiner Festnahme hatte der 37-Jährige rund 10'000 US-Dollar, 140 Päckchen des Rauschgifts Crystal Meth sowie eine Schusswaffe bei sich.

La Unión Tepito ist Sales zufolge für den Verkauf und die Verbreitung von Drogen sowie Erpressungen von Nachtclubs in der Hauptstadt verantwortlich. Die Bande gilt als die mächtigste in Mexiko-Stadt. Der namensgebende Stadtteil ist eines der gefährlichsten Viertel dort.

El Betito ist nicht der erste mexikanische Kriminelle, der sein Aussehen mittels plastischer Chirurgie zu verändern versucht. Amado Carrillo Fuentes, einer der damals meistgesuchten Verbrecher Mexikos, starb 1997 an den Folgen einer Gesichtsoperation.

20 Tote innerhalb einer Woche

Die Verhaftung von El Betito und seinem Bruder dürften die Behörden als Erfolg feiern. Doch der Kampf gegen die organisierte Kriminalität nimmt kein Ende: Im Westen Mexikos sind innerhalb einer Woche 20 Tote in verborgenen Gräbern gefunden worden.

Die Leichen von sechs Männern und einer Frau wurden am Donnerstag in einem Gebäude in der Stadt Tlajomulco entdeckt, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Jalisco mitteilte.

Alle Toten wiesen Schusswunden auf. Im selben Anwesen waren bereits am Dienstag die Leichen von drei Männern gefunden worden. Wegen des Geruchs in dem Gebäude hatten Spürhunde nach weiteren Opfern gesucht. Bei drei der Toten könnte es sich um als vermisst gemeldete Personen handeln, sagte Staatsanwalt Raúl Sánchez.

Dutzende Leichen seit Anfang Juli

Am vergangenen Freitag war in Guadalajara, der Hauptstadt des Bundesstaats, in einem Vorgarten ein Grab mit zehn Leichen entdeckt worden. Vier der Toten galten als vermisst, wie Sánchez sagte. Seit Anfang Juli wurden in Jalisco 40 Leichen gefunden. Es wurde ein Zusammenhang mit organisierter Kriminalität vermutet.

Der Bundesstaat Jalisco gilt als die Wiege des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación, mit dem auch El Betitos La Unión Tepito operieren soll. Das für seine Brutalität bekannte Verbrechersyndikat gilt derzeit als Mexikos mächtigstes Kartell.

(kko/sda/afp)