Daniel Thielk

12. Oktober 2018 12:40; Akt: 12.10.2018 12:40 Print

Dieser Velofahrer ist der «Held von Mallorca»

Eine Frau stirbt, als sie versucht, ihre siebenjährige Tochter während des Unwetters auf Mallorca aus dem Auto zu schaffen. Das Mädchen wird gerettet – auch dank Hilfe eines Velofahrers.

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Daniel Thielk aus Brandenburg war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Im Interview mit RTL erzählt er ... ... von der Rettung der siebenjährigen Ursula. «Sie hat mich gar nicht mehr losgelassen», so Thielk (hier im Facebook-Profilbild). Derweil geht die traurige ... ... Suche nach drei Vermissten weiter. Darunter ist auch der fünfjährige Bruder des geretteten Mädchens. Aufräumarbeiten im Regen. Der Ort Sant Llorenc im Osten Mallorcas war von dem Unwetter am Dienstag mit am stärksten betroffen. Die Bewohner können sich nicht erinnern, je ein solches Unwetter erlebt zu haben: Eine Frau steht vor von den Wassermassen zusammengeschobenen Autos. (10. Oktober 2018) Unzählige Autos müssen wohl verschrottet werden. Bewohner schöpfen Wasser aus ihren Häusern in dem stark betroffenen Ort Sant Llorenc auf Mallorca. Bagger und Lastwagen schaffen Schutt und kaputtes Inventar weg. An so manchen Strassenecken stapeln sich Autos. Aufräumarbeiten in Sant Llorenc. Die Kraft des Wassers wird etwa in diesem Bild sichtbar. Ein Mann putzt sein Haus. An den Wänden sieht man, wie hoch das schlammige Wasser stand. Die Gassen im stark betroffenen Ort Sant Llorenc sind voller Schlamm. Zerstörung nach dem Unwetter. Überall sind weggespülte Autos zu sehen. «Es ist wirklich schlimm», sagt Leserin B. Lendl (l.). Sie macht mit ihrer Familie jedes Jahr Ferien auf Mallorca. Die Familie aus Solothurn macht jedes Jahr Ferien auf Mallorca. Aber an solch ein Unwetter könne sich nicht einmal der Vermieter ihrer Finca erinnern. Polizeibeamte suchen am Tag nach dem Unwetter nach Vermissten. Auch im Wasser suchen Rettungskräfte nach weiteren möglichen Opfern des Unwetters. Beschädigte Strasse nach dem Unwetter. An manchen Stellen ist die Fahrbahn aufgerissen. Vom Unwetter verschobene Leitplanke. Die meisten Bewohner der Insel haben so etwas noch nie erlebt. Dieses Auto eines Leserreporters stand unter Wasser. Viele Strandabschnitte sind nach dem heftigen Regen gesperrt. Das Wasser habe regelrechte Schneisen in den Sand gerissen, berichtet eine Schweizer Touristin. Am Tag zuvor war hier alles voller Sand, den das Unwetter nun weggespült hat. In der Nacht auf den Mittwoch ist es auf Mallorca zu einem heftigen Unwetter gekommen. Innerhalb von nur zwei Stunden sind laut der Regionalregierung rund «220 Liter Regen pro Quadratkilometer» gefallen. Eine Windhose zieht über das Meer. Das Unwetter verursachte auf der Insel Chaos und Überschwemmungen. Strassen wurden von heftigen Wassermassen übrflutet. Videoaufnahmen zeigen beängstigende Fluten mitten durch den Ort Sant Llorenc. Durch die Unwetter kamen mehrere Personen ums Leben. Betroffen war vor allem der Osten Mallorcas. Leute, die evakuiert wurden, verbringen die Nacht in einer Turnhalle. Noch immer werden Personen vermisst. Am Tag danach: Autos, die nicht mehr weiterkamen ... ... liegen überall am Strassenrand ... ... oder stehen verlassen ... ... mitten auf überfluteten Feldern. Viele Wege sind nicht passierbar. Ein vom Sturm umgeknicktes Strassenschild. Die Schäden werden am Tag nach dem Unwetter sichtbar. Abgerissene und umgestürzte Bäume. Geflutetes Feld. Die Wolken lichten sich langsam über einem überfluteten Feld.

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Beim verheerenden Unwetter auf Mallorca starben zwölf Personen. Darunter ist auch die zweifache Mutter Joana Llitere (40). Sie war mit ihrer Tochter Ursula (7) und Sohn Artur (5) im Auto unterwegs, als die Fluten sie im Kreisverkehr Richtung Son Carrió mit voller Wucht überraschten.

Augenzeugen berichten, dass es der Frau mit Hilfe eines Velofahrers gelungen sei, die Siebenjährige aus dem Wagen zu ziehen. Dann versuchte die Frau, ihren Sohn zu retten. Doch da wurde das Auto vom Wasser weggerissen. Die Frau ertrank im Innern des Autos. Der Bub wird immer noch vermisst. Man hat bislang nur seinen Rucksack gefunden.

«Wer ist der Held von Mallorca?»

Der damals unbekannte Helfer brachte das siebenjährige Mädchen derweil in Sicherheit nach Son Carrió. Bevor er ging, gab er lediglich an, aus Deutschland zu stammen und Daniel zu heissen.

Angehörige der Familie starteten nach der Katastrophe die Suche nach dem Mann, um sich für seine lebensrettende Hilfe zu bedanken. Bald schon titelten Lokalzeitungen: «Wer ist der Held von Mallorca?» Der Mann solle sich melden, damit man den Kontakt herstellen könne.

Jetzt ist der «Held von Mallorca» aufgetaucht: Daniel Thielk aus Brandenburg war zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle.

«Sie hat mich nicht mehr losgelassen»

Gegenüber RTL erzählt er, dass er es geschafft habe, «die Kleene» aus dem reissenden Strom zu ziehen. «Sie hat mich gar nicht mehr losgelassen», so Thielk.

Danach habe er sich mit der Kleinen vor den Wassermassen in einen Schuppen gerettet. Zwei Stunden lang hätten sie dort ausgeharrt.

Er will das Mädchen gern wiedersehen – wenn auch nur, um ihr das T-Shirt zurückzugeben, das er ihr im Tausch gegen seinen Pulli ausgezogen habe. «Es war ja alles total durchnässt.»
Er sei im Übrigen kein Held, sagt Thielk.

Deutscher Reporter ums Leben gekommen

Auf Mallorca sind derweil die Aufräumarbeiten im Gang. Noch immer werden Menschen vermisst: Neben dem fünfjährigen Artur zwei weitere Personen.

Insgesamt starben zwölf Menschen in den Sturzfluten, darunter drei Deutsche. Bei Letzteren handelt es sich um ein deutsches Ehepaar, das nach Informationen des Notdienstes der Balearen seinen Wohnsitz auf Mallorca hatte, sowie einen Journalisten aus Niedersachsen. Der Reporter war demnach auf der Insel in den Ferien und wollte eine Freundin vom Flughafen abholen. Dort kam er aber nie an. Die Freundin und eine Nachbarin haben den Mann mittlerweile identifiziert.

Drei Tage nach der Katastrophe auf der Ferieninsel will sich das spanische Königspaar am Freitag selbst ein Bild von der Lage machen. König Felipe werde am Morgen zunächst in Madrid die Militärparade anlässlich des spanischen Nationalfeiertages abnehmen und am Nachmittag mit Königin Letizia auf die Balearen-Insel fliegen, berichteten Medien unter Berufung auf Informationen aus dem Königshaus.

(gux)