Häusliche Gewalt in Italien

11. November 2017 12:29; Akt: 11.11.2017 12:29 Print

Darum muss sich diese Ikea-Kundin verteidigen

In Ikea-Filialen in ganz Italien werden Szenen häuslicher Gewalt live gespielt – als Teil einer Kampagne, die misshandelte Frauen ansprechen soll.

Ikea lanciert in Italien eine Kampagne gegen häusliche Gewalt. (Video: Tamedia/Ikea)
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Das schwedische Einrichtungshaus Ikea engagiert sich in Italien für die Sensibilisierung gegenüber häuslicher Gewalt gegen Frauen. Zusammen mit der Hilfsorganisation Telefono Donna hat das Unternehmen eine grosse Werbekampagne lanciert.

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Vom 13. bis 25. November werden Schauspieler in den eingerichteten Räumen der 21 italienischen Ikea-Filialen Gewaltszenen spielen. Dies solle Kundinnen, die sich dabei angesprochen fühlten, Mut machen, um Gewaltsituationen anzuzeigen. «Wir wollen mit dieser Kampagne die Mauer des Schweigens durchbrechen», sagt Sara Del Fabbro, stellvertretende Leiterin von Ikea Italien, zur Zeitung «La Repubblica».

Werbespot als Teil der Kampagne

Die Kampagne wird zudem von einem Werbespot begleitet. Darin ist eine Frau mittleren Alters zu sehen, die sich beim Rundgang in einer Ikea-Filiale Möbel und Dekorationsartikel ansieht.

Die Protagonistin greift etwa nach einem metallenen Kerzenständer oder nach einem robusten Serviertablett. Sie klettert in einen Schrank, um zu sehen, ob sie hineinpasst. Bald wird dem Zuschauer klar, mit welcher Absicht: Die Frau will sich vor ihrem Partner schützen. «Das Haus dient nicht zur eigenen Verteidigung», heisst es am Schluss des Clips.

Erschreckende Zahlen aus Italien

Im südlichen Nachbarsland ist laut einer amtlichen Statistik des Instituts Istat im Jahr 2016 ein Drittel aller Italienerinnen Opfer häuslicher Gewalt geworden. Aus der Statistik geht auch hervor, dass 80 Prozent der misshandelten Frauen ihren Partner nicht denunzieren. Im Durchschnitt tun sie das erst nach sieben Vorfällen.

(kle)