Bodenseegebiet

10. August 2018 09:28; Akt: 10.08.2018 09:28 Print

«Granate» entpuppt sich als harmloser Grenzpfahl

Der Kampfmittelräumdienst rückt in Konstanz wegen eines Sprengstoff-Funds aus dem Zweiten Weltkrieg aus. Doch die vermeintliche Granate entpuppt sich als Grenzpfahl.

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Die «Granate»: Polizei und Kampfmittelräumdienst rückten an, die Bundesstrasse wurde gesperrt. Und am Ende war es nur ein Grenzpfahl. Zum Vergleich: Diese 25 Zentimeter lange und 47 Millimeter dicke Granate wurde 2016 im Dorenbach in Binningen BL gefunden. Von weitem schwer zu erkennen: Hier lagen rund 100 Gramm Sprengstoff. Nach der Sprengung durch Spezialisten der Armee blieb wenig mehr als ein schwarzer Fleck übrig. Verletzt wurde niemand. Eine scharfe Minenwerfergranate sorgte im Sommer 2014 in Birrhard AG für Aufregung. Das Geschoss konnte schliesslich von Spezialisten der Schweizer Armee geborgen werden, ohne Schaden anzurichten. Das Gebiet war zuvor aus Sicherheitsgründen abgesperrt worden. Mehr als 500 Kilogramm brachte ein Weltkriegsbomben-Fund 2013 in Nürnberg auf die Waage. Für die Entschärfung mussten 1300 Anwohner in einem Radius von mehr als 400 Metern ihre Wohnungen verlassen. Da stockte selbst den abgebrühten Beamten der Kantonspolizei Bern im November 2017 kurz der Atem: Ein Mann spazierte mit einer Armee-Rakete auf die Polizeiwache und gab sie am Schalter ab. «Aus Sicherheitsgründen brachten wir die Munition nach draussen und warteten dort auf die Spezialisten der Armee», sagte Kapo-Sprecher Christoph Gnägi damals. Wie sich bald herausstellte, ging von der Rakete keine Gefahr aus. «Es handelte sich um Übungsmunition, sie war also nicht scharf». Solche Funde seien nicht selten, allein 2016 wurden 209 Blindgänger des Typs Übungsrakete 64 beseitigt. Im Mai 2018 hielt eine alte Fliegerbombe die Bevölkerung in Dresden (D) in Atem. Nach einer missglückten Entschärfung war es zu einer Teildetonation des 250-Kilo-Sprengkörpers gekommen. Zum Schutz der Umgebung wurde eine Mauer aufgebaut. Beim ersten Versuch, die Bombe zu entschärfen, brach ein Feuer aus. Die Polizei hatte das Gelände rund um den Fundort der alten Fliegerbombe weiträumig abgeriegelt. Mehr als 9000 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. Ein Teil der Bombe explodierte und ein gepanzerter Bagger räumte das verbrannte Dämmmaterial über dem Sprengkörper weg. Die Evakuierten mussten zwei Nächte in Notunterkünften übernachten. (24. Mai 2018) Eine englische 50-Kilo Bombe musste im Februar 2018 in Frankfurt am Main unschädlich gemacht werden: Die Bombe war bei Bauarbeiten entdeckt worden: Rund 9000 Menschen hatten ihre Wohnungen vorübergehend verlassen müssen. Die entschärfte Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf der Ladefläche eines Transporters.

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Die Entschärfung von Sprengkörper-Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg ist aufwendig und gefährlich. Beim Fund einer vergleichsweise kleinen Bombe in Frankfurt am Main musste im Februar dieses Jahres gleich ein ganzer Stadtteil evakuiert werden. Entsprechend gross war die Aufregung am Donnerstag im beschaulichen Örtchen Sigmaringen in der Nähe von Konstanz.

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Über Notruf ging mittags die Meldung eines Verkehrsteilnehmers ein. Er habe an der Bundesstrasse 311 bei Krauchenwies eine etwa anderthalb Meter lange Weltkriegsgranate entdeckt.

Grenzpfahl statt Granate

Das Projektil sei von einem Landwirt mit seinem Traktor bei Pflugarbeiten auf dessen Acker unbemerkt aus der Erde gezogen worden. Polizei und Kampfmittelräumdienst rückten an, die Bundesstrasse wurde gesperrt. Doch bald konnten die Anwohner aufatmen: Bei der «Granate» handelte es sich um einen Grenzpfahl aus Beton.

(jdr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Loisel 63 am 10.08.2018 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht allzu ernst nehmen

    Wieviele Blindgänger laufen täglich auf unseren Strassen herum??

  • Mark am 10.08.2018 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Glück gehabt

    Trotzdem gut wurde es gemeldet

  • M.Furrer am 10.08.2018 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Zum Glück

    Sich Irren ist Menschlich. Manchmal ist es auch ein Glück sich zu Irren!

Die neusten Leser-Kommentare

  • G.Ott am 11.08.2018 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Kenne die

    Es ist eine Grenpfahlgranate 42. Saugefährlich.

  • Coco404 am 11.08.2018 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Gut hat man wieder einmal mehr panik verbreitet. Man muss ja den Leuten immer angst machen!

  • Cihocast am 11.08.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Fachleute

    Fachleute unter sich hier, hm? Lieber genau hinschauen als einmal zu wenig.

  • Mara am 11.08.2018 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Kann man ja nicht wirklich erkennen

    Man kann ja wirklich nicht sehen, ob es eine Granate oder ein Stück von einem Zaunpfahl ist.

  • leser am 11.08.2018 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    vielen dank

    wow, hier macht es natürlich sinn die kommentarfunktion zu aktivieren. es gibt viel zu diskutieren.