Stürme in Europa

10. August 2018 02:51; Akt: 10.08.2018 10:42 Print

Athletik-Fans dürfen Stadion nicht verlassen

In Deutschland tobten heftige Unwetter. Das bekamen etwa die Fans der Leichtathletik-EM in Berlin zu spüren. Und der Zugverkehr ist noch immer massiv beeinträchtigt.

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Die Folgen der schweren Unwetter haben auch am Freitagmorgen den Bahnverkehr in Norddeutschland massiv beeinträchtigt. Im Fernverkehr fuhren zwischen Hannover und Hamburg, Hamburg und Bremen sowie Osnabrück und Löhne zunächst keine Züge, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch der Nahverkehr war in Norddeutschland weiter stark beeinträchtigt.

Eine Gewitterfront hat am Donnerstag weite Teile Deutschlands in Atem gehalten. Die Zuschauer der Leichtathletik-Europameisterschaften im Berliner Olympiastadion wurden aufgefordert, wegen eines aufziehenden Gewitters zunächst im Stadion zu bleiben.

Unwetter legte zeitweise Flughafen und Hauptbahnhof lahm

Umgestürzte Bäume führten zu Streckensperrungen bei der Deutschen Bahn. Auf dem Frankfurter Hauptbahnhof wurde der Zugverkehr am Nachmittag vorübergehend vollständig eingestellt. Im Nah- wie Fernverkehr der Bahn kam es am Abend vor allem im Norden Deutschlands zu zahlreichen Verspätungen. Für Passagiere, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, stellte die Bahn nach eigenen Angaben Aufenthaltszüge bereit.

Bereits ab Nachmittag hatte die Gewitterfront in Teilen Deutschlands für Chaos gesorgt. Für rund eine halbe Stunde stand der Flugverkehr auf dem Flughafen Frankfurt am Main still, weil sich eine Gewitterzelle über dem Airportgelände befand.

Waldbrand in Bayern

In Bayern kämpften Feuerwehrleute unterdessen mit Löschhelikoptern gegen einen Waldbrand in der Gemeinde Kiefersfelden. Der Landkreis Rosenheim rief den Katastrophenfall aus. Die nahe gelegene Ramsauer Alp wurde den Angaben zufolge vorsorglich evakuiert. Feuerwehrleute positionierten sich, um ein Übergreifen der Flammen auf die Alp zu verhindern. Rund 200 Kräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Bergwacht seien im Einsatz.

Der Deutsche Wetterdienst hatte ab Donnerstagnachmittag vor teils schweren Gewittern und Sturmböen in der Westhälfte Deutschlands gewarnt. In der Nacht zum Freitag werde sich der Gewitterschwerpunkt in den Norden und Osten verlagern.

Sturzfluten in Südfrankreich

Nach sintflutartigen Regenfällen sind in Südfrankreich 750 Menschen von fünf Campingplätzen in Sicherheit gebracht worden. Ein 75-jähriger Deutscher wird vermisst. Der auf eine Hitzewelle folgende Regen liess die Flüsse Cèze und Ardèche am Donnerstag anschwellen. Auch umliegende Regionen der Cevennen waren überschwemmt.

Eine Gruppe von 136 deutschen Kindern und Jugendlichen aus dem Raum Leverkusen bei Köln konnte hingegen von den Rettungskräften in Sicherheit gebracht worden. Insgesamt wurden 184 Menschen von drei Zeltplätzen nach Angaben der Einsatzkräfte mit Hilfe von Hubschraubern und Tauchern in Sicherheit gebracht. 80 Menschen hätten sich in ernsthafter Gefahr befunden.

Wegen möglicher Überschwemmungen waren zuletzt noch acht Verwaltungsbezirke im Süden und Osten Frankreichs in Alarmbereitschaft. Nach einer wochenlangen Hitzewelle hatte der Wetterdienst Météo France vor heftigen Regenfällen und Gewittern gewarnt.

(fal/chk/sda/afp)