«Hexenmeister» Ancona

14. Februar 2017 16:04; Akt: 14.02.2017 16:04 Print

Ku-Klux-Klan-Chef von seiner Frau ermordet

Ein «Imperial Wizard» des KKK, Frank Ancona, wurde mit einer Kugel im Kopf aufgefunden. Hinter dem Mord steckt kein politisches Motiv, sondern ein privates.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Am Samstag fanden Fischer die Leiche von Frank Ancona (51) am Ufer des Big Rivers in der Nähe der Ortschaft Belgrade im US-Staat Missouri. Die Polizei glaubte zunächst, es mit einem politisch motivierten Mord zu tun zu haben. Ancona war selbsternannter Anführer, sogenannter «Imperial Wizard», der «Traditionalist American Knights» – ein Teil des Ku-Klux-Klans – und er war mit einem Schuss in den Kopf hingerichtet worden.

Doch kaum 48 Stunden später sieht der Fall ganz anders aus. Wie der Sender KMOV berichtet, hat die Staatsanwaltschaft in St. Francois County Anconas Ehefrau und ihren 24-jährigen Sohn des Mordes angeklagt. Malissa Ann Ancona (44) und Paul Edward Jinkerson jr. sollen den KKK-Boss in der Nacht auf Donnerstag im Schlaf ermordet haben.

Sohn erschoss ihn, Mutter reinigte das Zimmer

Laut Ermittlungen hat Jinkerson jr. seinen Stiefvater erschossen und dann die Leiche in Anconas Auto zum Fluss gebracht. Als die Polizei die Ehefrau des Ermordeten zur Tat befragte, verwickelte sie sich in Widersprüche.

So sagte sie, sie habe am Freitag keine Vermisstenmeldung aufgegeben, weil sie wusste, dass sich ihr Mann auf einer Dienstreise befand. Anconas Vorgesetzter widersprach jedoch dieser Version vehement.

Einen Tag nach dem Mord schrieb sie jedoch auf Facebook: «Mein Mann ist verschwunden. Falls ihn jemand sieht, ruft bitte die Polizei.» Ein anonymer Anrufer – vermutlich ein Angehöriger des Opfers – wies die Behörden auf die Ehefrau hin.

Eheprobleme als mögliches Tatmotiv

Im Schlafzimmer des Paares entdeckte die Polizei dann «umfangreiche Blutbeweise». Malissa Ancona habe in den Stunden zuvor versucht, den Tatort zu reinigen.

Schliesslich gestand sie, dass sie sich von ihrem Mann hatte scheiden lassen wollen. Die örtliche Staatsanwaltschaft nannte «Eheprobleme» als ein mögliches Mordmotiv. Kurz bevor seine Leiche entdeckt wurde, hatte Malissa Ancona auf Facebook bereits einen neuen Mitbewohner gesucht.

(kle)