Kurdengebiete im Iran und Irak

13. November 2017 07:36; Akt: 13.11.2017 09:34 Print

Zahl der Todesopfer nach Erdbeben steigt auf 328

Ein kräftiges Erdbeben der Stärke 7,3 hat die Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak erschüttert. Besonders hart hat es die iranische Provinz Kermanschah getroffen.

Etliche Tote und Verletzte: Die Zahl der Opfer wird laut Behörden noch steigen. Video: Tamedia/AFP/Reuters
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Bei einem schweren Erdbeben im iranisch-irakischen Grenzgebiet sind mehr als 200 Menschen getötet und etwa 2000 weitere verletzt worden. Wie der iranische Krisenstab am Montag mitteilte, kamen allein auf iranischer Seite 328 Menschen ums Leben, etwa 2500 wurden verletzt. Nach Angaben des Gouverneur-Amts der Provinz Kermanschah im Westiran wurden die geborgenen Opfer am Montag der Gerichtsmedizin übergeben.

Im Irak wurden im Kurdengebiet sieben Menschen getötet und 321 verletzt, wie das Innenministerium in Bagdad mitteilte. Ein AFP-Reporter in der Stadt Suleimanija berichtete von Menschen, die auf die Strasse rannten. An Gebäuden entstanden Schäden.

Schweres Erdbeben erschüttert den Norkirak

Nach Angaben des deutschen Geoforschungszentrums Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der iranischen Provinz Kermanschah. Die betroffene Gegend ist eine abgelegene Bergregion, die relativ dünn besiedelt ist. Mehrere kurdische Medien berichteten übereinstimmend, das Beben sei in zahlreichen kurdischen Städten und Provinzen wie Halabdscha, Erbil und Duhok zu spüren gewesen. Die meisten Schäden gab es Berichten zufolge in den iranischen Grenzstädten Ghassre Schirin, Sare Pole Sahab und Esgeleh.

Erste Bilder vom Montagmorgen kamen aus der iranischen Stadt Sare Pole Sahab und zeigten zerstörte Wohnblöcke und Familien, die die Nacht im Freien verbracht hatten. «Eine Freundin hat geschrien: Ich hab mein Zuhause verloren», berichtete eine Anwohnerin auf Twitter. «Gott sei dank, geht es ihr und ihrer Familie gut. Sie sagte, Anwohner trauern um ihre Angehörigen unter dem Trümmern.»

Rohani verspricht Soforthilfe

Die Rettungsarbeiten könnten aber erst am Morgen beginnen, wenn es wieder hell wird, hiess es. Wie viele Menschen sich noch unter den Trümmern befinden, war zunächst unklar. Irans Präsident Hassan Rohani versprach den Menschen in der Erdbebenregion sofortige Hilfe.

Der türkische Gesundheitsminister Ahmed Demircan bot dem Nordirak Hilfe an, wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Das Beben soll Berichten zufolge auch in weit entfernten Gebieten zu spüren gewesen sein, so in Kuwait und in Teilen der Türkei. Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) twitterte, man beobachte die Situation in der Erdbebenregion und halte sich für Einsätze bereit.

Die bergige Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak wird regelmässig von Erdbeben erschüttert. Im Nordiran kamen bei einem Erdbeben der Stärke 7,4 im Jahr 1990 rund 40'000 Menschen ums Leben. 300'000 wurden verletzt, eine halbe Million Menschen wurde obdachlos.

2003 erschütterte ein Erdstoss die historische Stadt Bam im Südosten des Iran. Dabei kamen mindestens 31'000 Menschen ums Leben. Auch 2005 und 2012 kam es im Iran zu schweren Beben mit hunderten Toten.

(mch/sep/sda/ap/afp)