Java und Bali

10. Oktober 2018 22:15; Akt: 10.10.2018 22:15 Print

In Indonesien bebt die Erde erneut

Auf den indonesischen Inseln Java und Bali hat die Erde erneut gebebt. Eine Tsunami-Warnung ist ausgeblieben. Alle News zur Katastrophe im Ticker.

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Den Rettern geht die Zeit aus, Überlebende unter den Trümmern auf Sulawesi zu finden Dringend benötigte Hilfe erreicht langsam die Insel. Knapp eine Woche nach den Erdbeben und dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi erreichen erste ausländische Flugzeuge das Land. Kinder bei einem Tank mit Trinkwasser. Noch werden hunderte Menschen vermisst: Helfer bergen Tote aus den Trümmern. (1. Oktober 2018) Nach einem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi ist die Zahl der Todesopfer auf über 1400 gestiegen. Retter konnten neben weiteren Personen nach über 48 Stunden Safri Nusin aus den Trümmern ihres Hauses bergen. Besonders hart hat es die Provinzhauptstadt Palu getroffen. Die Krankenhäuser konnten nur mit Mühe die Hunderten Verletzten versorgen, nachdem bis zu 1,50 Meter hohe Wellen Teile der Stadt verwüstet hatten. Auf das Erdbeben folgte ein Tsunami – die Bewohner sehen sich das Ausmass der Zerstörung an. (29. September 2018). Die Stärke des Bebens auf der Insel Sulawesi lag nach Messungen von verschiedenen Instituten zwischen 7,4 und 7,7. (28. September 2018) Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS in etwa zehn Kilometern Tiefe, etwa 80 Kilometer nördlich der Stadt Palu. Eine Verletze wird in Zentral-Sulawesi versorgt. (28. September 2018) Befürchtet wird, dass die Zahl der Opfer in den nächsten Tagen noch deutlich steigen wird. Vereinzelt hatten bereits Medien unter Berufung auf Rettungsbehörden von über 1200 Todesopfern gesprochen. Nach der Tsunami-Katastrophe wehren sich die Behörden gegen Kritik am Warnsystem. Sie rechtfertigten den Entscheid, die ausgerufene Tsunami-Warnung am Freitagabend nach einer halben Stunde wieder aufzuheben. Auf Sulawesi hatte es wenige Stunden zuvor bereits ein Beben der Stärke 6,1 gegeben. Mehrere Häuser wurden zerstört. Ein Auto wurde nach der Flutwelle in einer Garage eingeklemmt. Der Flughafen Mutiara Sis Al Jufri in Palu. Der schwer beschädigte Flughafen wurde für Hilfslieferungen geöffnet - allerdings nur für Piloten, die auf Sicht landen können. Die zerstörte Ponulele-Brücke, die dem schweren Erdbeben vom Freitag nicht standhielt. Ein Schiff wurde weit ins Landesinnere von Palu gespült. Viele Bewohner wurden am Freitag am Strand in Palu vom Tsunami überrascht. Dort sollte am Abend ein Festival stattfinden. Katastrophenschutz-Sprecher Sutopo Nugroho bestätigte: «Es gab keine Sirene. Viele Menschen waren sich der Gefahr nicht bewusst.» Ein 15-jähriges Mädchen wird geborgen. Es hatte zwei Tage im Wasser ausgeharrt. Die Suche nach Überlebenden wird zum verzweifelten Wettlauf gegen die Zeit. Das zerstörte Roa-Roa-Hotel in Palu. Von hier hören Retter immer wieder Hilferufe und Klopfgeräusche. Es wird befürchtet, dass sich 50 bis 60 Gäste unter den Trümmern befinden. Die Rettungsarbeiten gestalten sich mangels geeigneter Ausrüstung als schwierig. Neben überfüllten Spitälern wurden Verletzte auch unter freiem Himmel behandelt. Im Hof eines Spitals lagen bei brütender Hitze Dutzende in Säcke gehüllte Leichen. Am Montag wurden Massengräber für die Toten ausgehoben. Die Behörden gaben Anweisung, genügend Platz für 1300 Opfer zu schaffen. Mit den Massenbeisetzungen wollen die Behörden die Ausbreitung von Krankheiten verhindern. Lebensmittel, Wasser und Treibstoff gehen zur Neige. In ihrer Not plündern Einwohner die Geschäfte. «Es gibt keine Hilfe. Wir brauchen Lebensmittel, uns bleibt keine andere Wahl», sagte ein Einwohner von Palu AFP, während er seinen Korb mit Waren aus einem leerstehenden Laden füllte. Auch die Schweiz schickt Hilfe: Am Montagabend soll von Zürich aus ein Vorausdétachement in die Katastrophenregion auf Sulawesi geschickt werden mit Experten aus den Bereichen Medizin, Wasser, Bau und Logistik. Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Die Zerstörung ist gross.

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