Fruchtwasser-Embolie

28. November 2017 21:12; Akt: 29.11.2017 11:38 Print

Frisch gebackene Mutter glaubt, sie sei erst 13

Shannon Everett kommt ins Spital, um ihr zweites Kind zur Welt zu bringen. Die werdende Mutter fällt aber ins Koma. Als sie erwacht, ist nichts mehr wie vorher.

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Familie Everett aus der Stadt Cwmbran im Südosten von Wales erlebt bittere Tage. Shannon Everett lag nach der Geburt ihres zweiten Kindes zwei Wochen lang im Koma. Als sie erwachte, erkannte sie weder ihren Lebenspartner Ioan noch ihre dreijährige Tochter Mika. Aber das ist nicht alles: Die 22-Jährige glaubt zurzeit, sie sei 13 Jahre alt.

Das Drama begann Ende September, als die Hochschwangere mit Wehen ins Spital gebracht wurde. Ihr Freund Ioan und ihre Mutter Nicola waren bei ihr. Kurz vor der Geburt ihres Sohnes Nico kam es jedoch zu einer seltenen, aber lebensgefährlichen Komplikation im Kreisssaal: Shannon erlitt eine Fruchtwasserembolie. Dabei gelangt Fruchtwasser über die Venen in der Gebärmutter in die mütterliche Blutbahn.

Sie weiss noch, wo sie wohnte, als sie 13 war

Als Folge der Embolie erlitt Shannon einen Herzstillstand – während 68 Minuten galt sie als klinisch tot. «Plötzlich war der Raum voll mit Ärzten und Krankenschwestern, Ioan und ich mussten den Kreisssaal verlassen. In meiner Verzweiflung rief ich meinen Mann an und sagte ihm, wir hätten unsere Tochter verloren», schildert Nicola Everett die Ereignisse gegenüber «The Mirror».

Die Ärzte konnten Shannon wiederbeleben. Zur Sicherheit versetzten sie sie in ein künstliches Koma. Mitte Oktober holten sie die Patientin wieder zurück. «Als Shannon aufwachte, rief sie nach mir. Dabei nannte sie mich Mammy. Als wir sie nach ihrer Wohnadresse fragten, nannte sie uns die Adresse des Hauses, in dem wir wohnten, bis sie 13 Jahre alt wurde», erzählt die Mutter weiter.

Sobald es ihr besser geht, sollen sie heiraten

Noch grösser war der Schock für Ioan, als seine Partnerin ihn als komplett Fremden behandelte. «Ioan brachte Videos, auf denen auch Mika drauf ist, um ihr zu helfen, sich an ihr Leben vor Nicos Geburt zu erinnern», sagt Nicola Everett. Ihre Tochter habe aber grosse Erinnerungslücken.

Die Familie sammelt jetzt Geld, um Shannon zu Hause zu betreuen. Die 22-Jährige und ihr Baby wurden vergangene Woche aus dem Spital entlassen. Nicola Everett kümmert sich um den kleinen Nico, es braucht aber auch einen Physiotherapeuten, der Shannon bei ihrer Rehabilitation hilft. Die Frau sitzt derzeit im Rollstuhl. «Ich habe Ioan versprochen, dass Shannon bald gesund wird, um mit ihm zum Altar zu schreiten.»

(kle)