Reisen

Auf der Suche nach Inspirationen für Ihre nächsten Ferien oder Ideen für den geplanten Kurztrip?

 

Klicken Sie auf die interaktive Weltkarte!

Zur interaktiven Karte

Cruise-Blog

29. Dezember 2017 21:08; Akt: 29.12.2017 21:08 Print

Speeddating in der Karibik

Elf Stunden bleiben Kreuzfahrtpassagieren, um eine Insel zu entdecken. Das ist abwechslungsreich, aber auch unbefriedigend.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Wo sind wir hier? Curaçao?», fragt ein Passagier ein entgegenkommendes Crew-Mitglied. «Nein, Aruba», lautet dessen Antwort. Wenn man jeden Tag auf einer anderen Insel haltmacht, kann man schon mal durcheinanderkommen. Bei welchem Wasserfall waren wir schwimmen? Wo gab es dieses feine Ceviche? Und welcher Reiseführer hat uns erzählt, dass 90 Prozent der Bevölkerung vom Tourismus abhängig ist? Auf Kreuzfahrt verschwimmen die Erinnerungen.

Jeden Tag lockt ein neues Inselziel zum Entdecken. Ankunft ist jeweils morgens um circa 7.30 Uhr. Bis um 18.30 Uhr müssen alle wieder an Bord sein, damit das Schiff um 19 Uhr planmässig auslaufen kann. Bleiben exakt elf Stunden pro Insel: Für mehr als ein schnelles Reinschnuppern reicht das nicht aus. Man muss sich entscheiden: Möchte man beim Schnorcheln die Unterwasserwelt erkunden, beim Canyoning den Puls in die Höhe jagen oder bei einer kulturellen Inselrundfahrt etwas mehr über Land und Leute erfahren? Andere Sprache, andere Geschichte, andere Attraktionen, andere Herausforderungen – in ihrer Ganzheit wird man eine Destination innerhalb der kurzen Zeit ohnehin nicht erfassen.

Kurze Momentaufnahmen

Tief blicken lassen die Nebenbemerkungen von lokalen Reiseleitern, etwa über das Verhältnis der Einwohner Martiniques zum Mutterland: «Ich habe vielleicht einen französischen Pass, bin aber kein Franzose. Wir können abstimmen, Einfluss haben wir trotzdem keinen.» Oder über die Auswirkungen des Massentourismus auf Aruba: «Die Insel verliert ihren Charakter. Wenn es mir hier zu voll wird, gehe ich nach Bonaire.» Was bleibt, sind Momentaufnahmen, die – ob positiv oder negativ – der Insel kaum gerecht werden.

Tauchen in Bonaire:

Wären Willemstad und seine bunten Häuser im niederländischen Stil vielleicht einladender, wenn nicht gerade die über 4000 Gäste eines US-Riesenkahns die Gassen verstopfen würden? Sind die Strände in Grande-Terre (Guadeloupe) vielleicht noch sehenswerter als die üppig grüne Vegetation in Basse-Terre? Wieso hat ausgerechnet Grenada die höchste Arbeitslosenquote der gesamten Region? Und wieso wirkt sich diese nicht negativ auf die Kriminalitätsrate aus?

Auf ein zweites Date!

Um ein Verständnis, ein Gefühl für einen Ort zu entwickeln, reicht die kurze Zeit nicht aus. Es ist ein bisschen wie beim Speeddating: ein kurzes Kennenlernen. Der erste Eindruck muss reichen, auch wenn er bestimmt täuschen kann. Andererseits muss es ja nicht immer die grosse Liebe sein. Am Freitag Wracktauchen in der Dominikanischen Republik, am Sonntag bereits den höchsten Gipfel der Vulkaninsel St. Vincent erklimmen – auch kurze Flirts können aufregend sein. Die Kleinen Antillen bieten sich geradezu an zum Inselhopping. Mit dem Kreuzfahrtschiff gelangt man komfortabel von A nach B und kann die Seetage zwischendurch nutzen, um das Erlebte zu verdauen. Ausserdem glaube ich immer noch fest an die Liebe auf den ersten Blick. Von daher: St. Lucia – du stehst auf meiner Liste für ein zweites Date.

(sei)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kowalski am 30.12.2017 05:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ein kurzes Kennenlernen ...

    ... beschreibt es ziemlich gut. Auch wenn der Aufenthalt an Land bei einer Kreuzfahrt recht kurz ist, so können auch intensive 11 Stunden Eindrücke fürs ganze Leben hinterlassen.

  • petra am 29.12.2017 23:56 Report Diesen Beitrag melden

    immer die bösen kreuzfahrten...

    Ja klar, es gefällt nicht jedem. aber nicht jedes schiff ist mit 5000 Gästen beladen. und wer hat denn je behauptet dass man während der Cruise ein land KENNENLERNT? Vielleicht ist das ja gar nicht das Ziel der Gäste. Checklisten Tourismus ist auch nicht nur schädlich... liebe journalisten: wir wissen dass ihr voll alternativ seit und am liebsten nur mit locals und dem kleinen rucksack reist,aber wenn ihr eure persönliche präferenz für einen bericht nicht ablegen könnt dann schriebt doch lieber gar nichts

    einklappen einklappen
  • navicator am 30.12.2017 05:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jedem das seine

    Zum Glück gibt es ja viele Arten, um Ferien zu machen. Wem diese Art zu reisen nicht gefällt, muss es ja nicht tun. Mir auf jeden Fall, gefällt es, so zu reisen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Noldi Schwarz am 30.12.2017 14:34 Report Diesen Beitrag melden

    Unvergesslich..

    Gibt es auch anders. ... aber das kostet halt. Maximum 112 Passagiere, 95 Crew. Also fast 1:1. Ankern direkt vor der Bucht, wo keiner vom Land her hinkommt. Kleinsthäfen, wo man fast nur Einheimische trifft. Wunderbare Sandstrände "auf der anderen Seite", wo Touristen nicht hingebracht werden. Miniinseln, wo die grossen Pötte nicht hinkönnen. Alle Mahlzeiten draussen auf Deck mit Blick über das Meer, Sonnenuntergang und bestem Essen. Kosten? Alles inklusive ca. 2.5 Mal so teuer. Es lohnt sich also zu sparen, oder auf eine Pottreise zu verzichten.

    • antje am 02.01.2018 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      aber nur wenn man offen dafür ist

      Pardon, aber auch da hätte diese "Journalistin" viel auszusetzen. Auch kein längerer Aufenthalt in einem Hafen, auch die schwere Entscheidung zwischen Tauchen und Surfen, ohne Vorbereitung wüsste sie auch zu wenig über Land & Kultur, und viel schlimmer: weniger Passagiere = häufiger die gleichen am Tisch. Ich höre schon ihre Kritik. Denn man muss solch Reiseart (Schiff) eben mögen.

    einklappen einklappen
  • JeJe am 30.12.2017 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer Spass haben

    Ich bewundere wie man solche Kolosse bauen kann. Aber was ich nicht begreife dass diese Riesen immer noch mit Schweröl angetrieben werden. Denn was die aus ihren Schloten lassen geht auf keine Kuhhaut. Auch dass sollte auf diesen Kreuzfahrten hinterfragt werden

  • romeosail am 30.12.2017 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehöre definitiv

    nicht zu dieser Spezies des Massentourismus. Wems gefällt in Ordnung. Lieber klein aber fein.

  • Petra wyler am 30.12.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Konzept nicht verstanden

    Liebe Bloggerin, suchen sie sich einen richtigen Job. Anscheinend reichen ihre Qualifikationen nicht aus. Danke.

  • Nicole am 30.12.2017 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Einen Kurzer Trip, zum nachdenken

    Schade es geht bei den Kreuzfahrten nur um Gier und Profit. Die Umwelt leidet enorm, Tiere sowie auch Menschen. Kreuzfahrtschiffe benützen meistens Schweröl dies verpästet die Umwelt, eine Reise bringt mehr Schadstoffe in die Umwelt als alle Autos gleichzeitig in eine Grosstadt, am besten selber mal googeln . (Der Wahrheitscheck in der Wirtschaft: Verursachen die 15 größten Seeschiffe mehr Dreck als alle Autos der Welt?) . Reisen sollte mit Respekt zur Umwelt durchgeführt werden. Nur damit man sagen kann ich war mal dort und da. Denkt vor den buchen Eurer Reisen .. und einen guten Rutsch....

Traumreisen
bis zu 70% günstiger
Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse kostenlos bei Secret Escapes an!
Jetzt entdecken