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Paris vs. Tianducheng

12. Januar 2018 13:39; Akt: 12.01.2018 15:02 Print

Französisches Original oder chinesische Kopie?

In einer faszinierenden Bilderserie vergleicht Fotograf François Prost seine Heimat Paris mit der chinesischen Retortenstadt Tianducheng.

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Breite Avenues, Jugendstil- Strassenlampen, Zinkdächer und natürlich: der Eiffelturm. Ganz klar: Wir befinden uns in Paris, oder? Nein, am Stadtrand von Hangzhou, China. Genauer gesagt in Tianducheng. Im Gegensatz zur jahrhundertealten Seine-Metropole hat die asiatische Retortenstadt gerade einmal zehn Jahre auf dem Buckel. Dennoch sieht sie dem europäischen Original zum Verwechseln ähnlich.

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Eiffelturm-Kopien gibt es viele auf der Welt. Aber dass ganz Paris im Kleinformat nachgebaut wird, ist doch aussergewöhnlich. Das fand auch Fotograf François Prost: «Wir alle kennen die Replica in Dubai oder Las Vegas, aber das schien viel extremer. Meine Neugier war geweckt», sagte der Franzose.

Wenn das Touri-Hirn verrückt spielt

Nach einer ersten Recherche setzte er sich ins Flugzeug und beschloss, sich die Nachbildung seiner Heimatstadt etwas genauer anzusehen. Entstanden ist die Fotoserie «Paris Syndrome» – benannt nach der psychischen Störung , die – meist japanische – Touristen befällt, wenn sie die Stadt der Liebe das erste Mal besuchen und schockiert feststellen, dass sie nicht ihren Vorstellungen entspricht. Übliche Symptome sind Halluzinationen, akute Wahnzustände oder Paranoia.

Ein Phänomen, das Prost fasziniert: «Ich werde nie meinen ersten Besuch in Venedig vergessen. Dieses komische Gefühl, nicht zu wissen, ob das, was ich sehe, echt ist oder nicht», sagt er. Ähnlich sei es ihm in New York oder Rom gegangen. «Diese Orte sind so voller Geschichte und Referenzen. Wenn man dann die eigene Vorstellung mit der Realität konfrontiert, stellt das etwas mit dem Gehirn an», ist er überzeugt.

«Wie an einem anderen Ort in China»

Wie war sein erster Eindruck von Tianducheng? «Als Pariser war es natürlich sehr schräg, diesen Ort zu sehen, aber ich habe versucht, ihn vorurteilsfrei zu betrachten.» Schnell stellte sich heraus: «Abgesehen von der Architektur, kann man keine Pariser Atmosphäre wahrnehmen». Die Leute lebten nicht anders als sonst irgendwo in China und wirkten nicht glücklicher oder trauriger als an einem anderen Ort. «Ich dachte, sie würden vielleicht auch ein französisches Restaurant nachstellen, aber ich ass hauptsächlich Suppe, gebratene Nudeln und Reis.»

Tianducheng zeige auf beeindruckende Weise, wie in China innert kürzester Zeit massive Bauprojekte umgesetzt würden, findet Prost. Das Einzige, was ihn an dieser Art von Kopie störe, sei die übertriebene Bewunderung für das europäische Kulturgut, die auf Klischees beruhe und nicht viel mit dem eigentlichen Europa zu tun habe. «Es ist offensichtlich sehr oberflächlich, eine existierende Architektur nachzubauen», sagt er, räumt gleichzeitig aber ein: «Tianducheng hat seine eigene Identität, die in erster Linie von den Leuten stammt, die dort leben.»

(sei)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 12.01.2018 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kopie bleibt Kopie

    Eine Kopie bleibt immer eine Kopie. Das Flair können sie nicht kopieren, zum Glück!!!

    einklappen einklappen
  • Entay Gebere am 12.01.2018 14:42 Report Diesen Beitrag melden

    Gut kopiert

    Es ist schon beeindruckend... Was ich sagen muss, ist dass das chinesische "Paris" viel mehr Grünflächen hat, als das echte. Bei Bild 10/18 musste ich länger hinschauen. Aber nicht nur weil das Bild so echt ist, sondern weil auf beiden Bildern Asiatinnen zu sehen sind. ;)

  • Bobeni am 12.01.2018 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal!

    Sollen Sie doch Paris, Venedig, Schweizer Dörfer etc. kopieren soviel sie wollen. Früher oder später wollen die Leute das Original sehen..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Humsdi am 12.01.2018 22:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Zeit

    Wir verstehen halt die chinesische Kultur nicht. Bei ihnen ist kopieren eine Respektsbezeugung, bei uns verpönt. Schade, dass nur immer nur Verurteilt wird und nicht mehr hinterfragt.

  • Roxy am 12.01.2018 19:01 Report Diesen Beitrag melden

    beeindruckend

    Kopieren heisst lernen, und ist zugleich ein Kompliment an das Original. Jeder kopiert, auch wenn dies der stolze Europäer gerne abstreitet, während die Chinesen diesbezüglich (noch) unverkrampfter sind. (Dass dies die Halsabschneider, die bei uns Image anstatt Qualitätsware verkaufen, anders sehen, ist wohl klar.) Nichtsdestoweniger halte ich die Paris-Kopie von der Gestaltung her für wenig beeindrucken. Vom Aufwand her jedoch umso mehr.

  • fdf am 12.01.2018 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ......

    Und wieso probieren die Chinesen nicht selber was spezielles zubauen anstatt den Eiffelturm denn es schon in Paris gibt???

    • abc am 13.01.2018 21:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fdf

      Wieviele Länder haben die Grosse Mauer kopiert?

    • Mae am 15.01.2018 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @fdf

      Die verbotene Stadt? Oder ist das zu wenig speziell?

    einklappen einklappen
  • Abenteurer am 12.01.2018 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Budget-Kopie

    Bild 10/18: Die Kopie der Mona Lisa hängt schief :/. Auch sonst sind die Kopien zwar als solche zu erkennen, aber dennoch nicht annähernd das selbe.

  • Bobeni am 12.01.2018 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egal!

    Sollen Sie doch Paris, Venedig, Schweizer Dörfer etc. kopieren soviel sie wollen. Früher oder später wollen die Leute das Original sehen..

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