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Nimm das, Trump!

08. Februar 2018 09:37; Akt: 08.02.2018 10:07 Print

Schöne Grüsse von der «Drecksloch»-Insel

Der US-Präsident soll Länder wie Sambia oder Haiti als Shitholes bezeichnet haben. Dort nutzt man die Aufmerksamkeit für clevere Werbung.

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Während einer Sitzung im Oval Office soll US-Präsident Donald Trump Haiti, El Salvador und afrikanische Länder als Shitholes, also frei übersetzt als Dreckslöcher, bezeichnet haben. Die betroffenen Staaten reagierten umgehend und forderten eine Entschuldigung.

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Parallel dazu nutzten einige Werbefachleute die Gunst der Stunde und münzten Trumps unflätige Bemerkungen in knackige Slogans um. In Anlehnung an die US-Flagge schrieb zum Beispiel das sambische Verkehrsbüro: «Besuchen Sie das Drecksloch Sambia, wo die einzigen Sterne und Streifen, die Sie sehen, am Himmel und auf Zebras sind.»

«Botswana ist ein Wasserloch-Land», hiess es derweil aus dem für seinen Artenreichtum bekannten Land im Süden Afrikas. Dort nutzte man die Aufmerksamkeit mit dem Hashtag #mywaterholecountry gleich für eine kleine Social-Media-Kampagne.


Auch Airbnb-CEO Brian Chesky reagierte sofort auf Trumps Kommentar und pries diverse Traum-Unterkünfte in den vermeintlichen «Dreckslöchern» an.


In Haiti rief derweil Agenturinhaber Fabien Dodard eine Crowdfunding-Aktion ins Leben, um in Washington D.C. Plakate aufzuhängen, die die Schönheit seines Heimatlandes aufzeigen. Die Slogans dazu lauten: «Im Drecksloch-Land scheint immer die Sonne», «Unsere Drecksloch-Leute werden dich rühren» oder «Ein majestätisches Drecksloch wartet auf deinen Besuch».

Trumps Aussagen waren rufschädigend

So sehr verschiedene Bestrebungen darauf abzielen, Trumps Beleidigungen etwas Positives abzugewinnen: Manche Politiker gehen davon aus, dass der Imageschaden unvermeidbar ist. «Ich muss ehrlich sagen, dass diese Kommentare unserer Tourismusindustrie nicht geholfen haben», sagt der haitianische Präsident Jovenel Moise gegenüber ABC News. «Wir Haitianer sind stolz und arbeiten auf eine bessere Zukunft hin.» Der karibische Inselstaat ist gebeutelt von Naturkatastrophen, Armut und Kriminalität. Auch das EDA rät von Reisen in das Land ab.

In den Tourismus werden trotzdem grosse Hoffnungen gesetzt: In den letzten Jahren entstanden über 2000 neue Hotelzimmer. Erst im Dezember wurde ein neues Spa-Resort im Luxusbereich eröffnet. «Wir möchten die aktuelle Aufmerksamkeit nutzen, um zu zeigen, dass an Haiti nicht alles negativ ist», so Moise.

(sei)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Was war damit genau gemeint? am 08.02.2018 10:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Trumpfan

    "Shithole Country" könnte man auch als Kritik an die Elite solcher Länder verstehen, die hat nämlich komplett versagt (Korruption, Vetternwirtschaft etc.). Aber unvereingenommenes Mitdenken scheint heute immer weniger der Fall zu sein.

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  • Brian am 08.02.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Dort möchte ich trotzdem nicht hin

    Naja, aus bekannten Gründen möchte ich diese Länder trotzdem nicht bereisen. Ein schöner Strand täuscht nicht über die Probleme dieser Staaten hinweg.

  • Roman Berger am 08.02.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Haiti ist so schön....

    Haiti ist leider ein Shithole, aus dem man aber sehr viel machen könnte. Fakt ist, und das ist kein Klischee, dass den Einwohnern der notwendige Arbeitswillen und/oder die Motivation fehlt. Solange nicht ein Investor mit einem wirklich grossen Geldsack und eigenem Staff anrückt, wird's nichts mit dem Tourismus. Generell ist die Insel viel weniger schön und deutlich dreckiger als auf den Fotos, grösstenteils ist es heute so, wie von Donald beschrieben, da darf man sich nichts vormachen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Adriana am 16.02.2018 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Immer schön fleissig gegen Trump wettern

    Die Werber dieser Länder und wohl noch einige mehr haben die Aussage nicht begriffen. Es geht ja nicht um die Landschaften, die da so romantisch aufbereitet von den Plakaten strahlen, sondern um die korrupten Regierungen in diesen Ländern.

  • Realist am 11.02.2018 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Trump hat Recht

    Wie wärs mit ein paar Bilder aus den Slums von diesen wunderschönen Ländern?

  • Thoms am 10.02.2018 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    SHIT HOLE

    Wenn er diese Länder schon so bezeichnet, sollten die Amis aber auch keine Ferien dort mehr machen und vor allem keine Rohstoffe von dort verwenden. Dann wäre Apple und andere Firmen schnell wieder wegg, weil deren Produkte ohne die seltenen Rohstoffe nicht herzustellen sind. Alles Andere ist Heuchlerei und Profitgier zulasten der ärmsten.

  • Cavi33 am 09.02.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hart aber wahr

    Also ehrlich, wer geht denn schon nach Haiti in die Ferien, wohl kaum jemand. Trotz Hilfe aus der ganzen Welt hat sich dieses Land nicht wieder aufrappeln können und da muss ich Trump recht geben. Korruption lässt grüssen nebst der eigenen Unfähigkeit.

  • huschmie am 08.02.2018 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Wie soll man sie denn bezeichnen?

    Es gibt offizielle Listen der korruptesten Länder der Erde. Wie würden sie die Spitzenreiter denn politisch korrekt bezeichnen?

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