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20.7.2018 Print

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Vom Aphrodisiakum zum Superstar der Küche

Warum heisst die Tomate in Italien eigentlich Pomodoro? Und in welchen Farben gibt es sie? Das Foodlexikon weiss die Antworten.

Kaum ein Duft ist so betörend wie der von sonnengereiften Tomaten. Kein Wunder, zählen die ursprünglich in Mittel- und Südamerika beheimateten Früchte zu den Superstars in der Küche. Ob als Salat mit Mozzarella und Basilikum, auf der Pizza, in der Spaghettisauce oder in einem eisgekühlten Gazpacho, Tomaten stehen für sommerlichen Genuss und südländische Lebensfreude. Sie lassen sich genauso gut roh essen wie kochen, dünsten, braten oder grillieren.

Zu uns nach Europa kam die Tomate, die zu etwa 90 Prozent aus Wasser besteht, Ende des 15. Jahrhunderts. Zusammen mit Kolumbus, der zuvor Amerika entdeckt hatte, traf sie im Hafen der südspanischen Stadt Sevilla ein. Das aztekische Wort «Tomatl» tut ihr übrigens keine Gerechtigkeit, heisst es doch nichts anderes als «plumpe Frucht». Durch den regen Handel im Mittelmeerraum hatten bald auch die Italiener Tomaten. Sie gaben dem kostbaren Gut einen schöneren Namen: Pomodoro. Auf Deutsch bedeutet das so viel wie «Goldapfel». Goldapfel darum, weil gelbe Tomaten damals noch weiter verbreitet waren.

Zunächst als Heilmittel und Aphrodisiakum («Liebesapfel») geschätzt, schafften die Pomodori im 17. Jahrhundert den Sprung in die Alltagsküche. Das erste überlieferte Rezept für Tomatensauce stammt aus dem Jahr 1692.

In der Schweiz haben Tomaten von April bis Oktober Saison – und es gibt sie in diversen Farben. Die meisten Sorten sind rot, andere gelb, grün, weiss, violett oder fast schwarz. Die Form reicht von kleinen, kugelrunden Cherrytomaten über längliche und flache Exemplare bis zu den Coeur de Boeuf, die nicht nur wegen ihrer aussergewöhnlichen Grösse tatsächlich an ein Ochsenherz erinnern.

Tomaten solltest du stets an einem dunklen, kühlen Ort lagern, nicht aber im Kühlschrank – dort verlieren sie ihr Aroma. Die Haltbarkeit beträgt nur rund eine Woche, getrocknete und in Olivenöl eingemachte Tomaten retten ihren Geschmack dafür locker in die kalte Jahreszeit hinüber. Im Salat passen Tomaten zwar zu Gurken, vor der Verarbeitung dürfen sie ihnen aber nicht zu nahe kommen: Das Ethylen, das die Pomodori ausscheiden, lässt die Gurken leicht vergilben. Wie viele Länder hat auch die Schweiz ihre ganz speziellen Sorten, zum Beispiel die Baselbieter Röteli, die man an der ovalen Form, der glatten, festen Schale, der feinen Säure und der intensiven Süsse erkennt.



Hier findest du das Rezept für Coeur-de-Boeuf-Flammkuchen