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Buchanan Castle

09. Februar 2018 18:00; Akt: 09.02.2018 18:00 Print

Ein Märchenschloss? Oder Kulisse eines Horrorfilms?

von Meret Steiger - Wenn die Natur ein Gebäude für sich einnimmt, wirkt das manchmal märchenhaft. Oder doch eher unheimlich? Entscheiden Sie selbst.

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Das ist Buchanan Castle. Das ehemalige Herrenhaus steht westlich des Dorfes Drymen. Drymen liegt in Schottland in der Grafschaft Stirlingshire. Das Haus wurde zwischen 1852 und 1858 erbaut. Den Auftrag gegeben hatte James Graham, der 4. Duke of Montrose. Es blieb bis 1952 in Familienbesitz. Das umliegende Land gehörte schon seit spätestens 1231 dem Buchanan-Clan. Die Linie der Buchanans starb aber 1682 aus, nur entfernte Verwandte blieben: Die Du Bruls. Der Buchanan-Clan hatte davor aber massiv Schulden angehäuft. So musste der 22. Clan-Chef, John Buchanan, grosse Teile der Länderei verkaufen. Einer dieser Käufer war James Graham, der Vater des besagten Duke of Montrose. Ein bereits bestehendes Haus auf dem Grundstück wurde als neuer Sitz des Hauses Graham genutzt. 1852 wurde das alte Wohnhaus durch einen Brand komplett zerstört. Kurz darauf begann der Bau von Buchanan Castle. Entworfen hat es der Architekt William Burn. Burn entwarf ein extravagantes Landhaus im sogenannten Scottish Baronial Style. Dazu kam, auf einem L-förmigen Grundriss, ein Gewirr von Tourellen, Scharwachttürmen und Staffelgiebeln. Bis 1925 blieben die Dukes im Buchanan Castle, dann wurde es verkauft. In den 30er-Jahren wurde das majestätische Herrenhaus zu einem Hotel umgebaut. Im Garten wurde sogar ein Golfplatz angelegt. Dieses Projekt war aber nicht von Dauer. Pläne für Wohnhäuser auf dem Grundstück wurden damals vom Zweiten Weltkrieg durchkreuzt. Während des Krieges wurde Buchanan Castle vom Militär beschlagnahmt ... ... und als Lazarett genutzt. Behandelt wurde hier auch ein berühmter Deutscher: Rudolf Hess, Nazi-Minister und Stellvertreter von Adolf Hitler. Er flog 1941 auf eigene Faust für Friedensverhandlungen nach Grossbritannien und wurde vier Jahre in Kriegsgefangenschaft gehalten. Nach dem Krieg war Buchanan Castle kurze Zeit die Army School of Education, also eine Militärschule. 1954 wurde aus unbekannten Gründen das Dach entfernt, und alle Nebengebäude wurden abgerissen. Auf dem Land des Herrenhauses wurden einige Wohnhäuser gebaut. Pläne, das Haupthauses wieder aufzubauen, scheiterten. 2002 und 2004 gab es Vorschläge, wie man das Buchanan Castle retten könnte – sie wurden jedoch abgelehnt. Abgerissen werden kann es aber auch nicht: Das Haus ist bei Historic Scotland als historisches Bauwerk der Kategorie B gelistet. Übrigens aussergewöhnlich: Die Mauern des Gebäudes sind laut Experten in einem überraschend guten Zustand. Tatsächlich sind von den Aussenmauern nur sehr wenige zusammengebrochen und die meisten haben noch immer Originalhöhe. «Guter Zustand» kann man vom Rest des Hauses aber eher nicht behaupten. Bäume und Büsche überwachsen die Mauern und füllen die offenen Räume. Das sieht märchenhaft schön aus – oder auch richtig unheimlich. Und was meinen Sie? Sehen Sie hier eher mystische Wesen, Feen und eine Art Zauberwald oder doch viele dunkle Ecken, hinter denen sich Monster und Geister verstecken könnten?

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Das Buchanan Castle ist ein Herrenhaus in Stirlingshire, Schottland, rund 1,6 Kilometer vom Dorf Drymen entfernt. Seit 64 Jahren zerfällt das einst so majestätische Gebäude, Bäume wachsen in allen Räumen.

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Das Herrenhaus wurde von James Graham, dem vierten Duke of Montrose, in Auftrag gegeben und zwischen 1852 und 1858 erbaut. Es sollte ein Ersatz für das ursprüngliche Heim der Familie Montrose sein, das bei einem Brand zerstört wurde. Ursprünglich gehörte das Land dem Buchanan-Clan, der es aber gegen Ende des 17. Jahrhunderts aus finanziellen Gründen an den Graham-Clan überschrieb. 1954 wurde aus unbekannten Gründen das Dach entfernt, seither zerfällt das Herrenhaus.

Gescheiterte Rettungsversuche

Und doch: Trotz seines miserablen Zustandes, aufgrund dessen man es eigentlich nur noch als Ruine bezeichnen kann, ist das Buchanan Castle bis heute der offizielle Clan-Sitz der Grahams. Rettungsversuche in den Jahren 2002 und 2004 scheiterten, das ehemalige Herrenhaus wird immer mehr von Bäumen überwachsen.

Das sieht, je nach Tageszeit und Interpretation, entweder aus wie in einem Märchen – oder aber direkt aus einem Horrorfilm. Klicken Sie sich durch unsere Bildstrecke mit Fotos des Fotografen Skyler Brown und entscheiden Sie selbst.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sandro am 09.02.2018 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern sparen

    Die Gründe für die Dachentfernung von 1954 sind simpel: Nur wenn ein Gebäude überdacht ist, muss der Besitzer Steuern entrichten. Deshalb wurden (vor allem in Schottland) diverse grössere Besitztümer von finanziell angeschlagenen Eigentümern«entdacht».

  • Frau Meier am 09.02.2018 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schön

    Ich liebe solche alten Häuser und Ruinen mit viel Geschichte.

  • Bonny & Clyde am 09.02.2018 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    das nachste Mal... kaufen wir es

    Schade, dass wir das nicht schon letztes Jahr wussten. Wir waren ganz in der Nähe...es hätte unsere Videos vervollständigt. Danke für den Hinweis und die Fotos.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wiibli am 10.02.2018 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Ich war vor 12 Jahren schon mal da... Ist wunderschön.

  • Tralala am 10.02.2018 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schade

    Jammerschade, liess man es so verkommen! Man kann sich nur in etwa vorstellen, wie schön es einmal gewesen sein muss.

  • Sc am 10.02.2018 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Zustand nicht verwunderlich

    "die Mauern sind komischerweise noch in einem guten Zustand" Ja klar ist das so, Holz brennt und verfault, und andere Baustoffe geben sonst ihren geist auf. Aber Stein bleibt Stein, ob jetzt feuer oder nässe

  • Rob am 10.02.2018 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Dark Souls 3

    Das ist der Level bevor man gegen die Hexe kämpft

  • M.G. am 10.02.2018 01:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ort zum Grausen

    In der nördlichen Eifel hat es Stadt und Ruine Burg Nideggen. Ein Graf soll einmal einen Bischof 3 Jahre unter entsetzlichen Umständen dort gefangen gehalten haben. Dafür sollte er ewig als Geist umgehen. Man soll ihn nachts in seinen Filfpantinen durch die Gänge schlurfen hören und er zieht eine Kette hinter sich her. Durch die gotischen Fenster des ruinösen Palas erzeugt der Wind bei bestimmter Stärke ein Pfeiffen und das Rascheln der Blätter gleicht diesem Schlurfen. Und die Eisentüre zum Bergfried rappelt dann was sich wie das Klirren der Kette anhört. Dann in die Ruine zu gehen ist heftig