sula rennt

Sula rennt

15. März 2017 13:58; Akt: 15.03.2017 19:14 Print

Darum rennen Sie mit der richtigen Kleidung besser

von Sulamith Ehrensperger - Zum Joggen braucht es nicht viel. Und doch läuft es sich mit guter Laufbekleidung besser. Die wichtigsten Tipps einer Profiläuferin und einer Laufberaterin für Einsteiger.

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Running-Kleider sind eine Welt für sich. Shirts und Tights in modischen Schnitten, in Farben von dezent bis knallig. Korallenrot, Pink, Orange und Militärgrün dominieren diese Saison die Runningwelt. So vielfältig wie die Farben sind auch die Kombinationsmöglichkeiten. Mit den Profitipps von Marathonläuferin Patricia Morceli Bühler und Laufberaterin Sarah Kühne fällt die Einkaufstour leichter.

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Wie modeorientiert rennen Sie?
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Insgesamt 504 Teilnehmer

Mit Sportkleidern gehts nicht besser, aber leichter
Rennen geht theoretisch auch in Jogginghose und Shirt. Doch in funktioneller Bekleidung rennt es sich komfortabler. Denn je schneller und länger das Training, desto mehr rinnt der Schweiss. Ein Shirt aus Baumwolle saugt sich mit Feuchtigkeit voll und klebt am Körper. Funktionsbekleidung hingegen ist aus speziellen Fasern hergestellt, die die Feuchtigkeit nach aussen transportieren. «Du bleibst trocken und kühlst nicht aus», sagt Sarah Kühne, sie ist Laufcoach bei Athleticum. «Vor allem bei kühleren Temperaturen ist sie wichtig.»

Laufshirt, Jacke und Hose – aber welche?
Laufklamotten gibt es für jede Jahreszeit. Doch welche brauche ich für die Übergangssaison? Zur kompletten Laufausrüstung gehören Funktionsunterwäsche, Laufshirt, Jacke und Hose. Vor mir hängen weite und enge Hosen, Dreiviertel- und lange Tights. Im Trend ist immer mehr auch die Kombination aus enger Hose, darüber Röckchen oder Shorts.

Laufbekleidung lieber eng als weit kaufen, sagt Profiläuferin Patricia Morceli: «Eng anliegende Laufhosen liegen nicht jedem, aber sie lassen dir die nötige Bewegungsfreiheit zum Laufen.» In der Übergangssaison trainiert sie am liebsten in Langarmshirt und Gilet, einer Dreiviertelhose mit Stulpen.

Für nasse Frühlingstage oder frühmorgendliches Training empfiehlt mir der Laufcoach eine wind- und wasserdichte Jacke. «Eine gute Laufjacke kannst du bei jedem Wetter anziehen.» Für Früh- und Spätläufer sind Jacken mit Leuchtreflektoren eine sichere Wahl. Details wie Taschen für Schlüssel und Mobiltelefon sind Geschmacksache. «Vor allem Innentaschen, die keine Reissverschlüsse haben, sind sehr gefragt», beobachtet Kühne.
Wie fast immer beim Shopping entscheidet schliesslich das eigene Stilbewusstsein. Für mein erstes Frühlingsoutfit entscheide ich mich für lange Tights mit Kompressionsfunktion, kurzes Shirt und eine Jacke.

Die meisten Jogging-Neulinge ziehen zu viel an
Vor allem in der Übergangssaison ist die Kleiderwahl eine Krux. Die meisten Jogger kleiden sich zu warm. Gibt es für Anfänger so was wie eine Faustregel? Da hilft nur ausprobieren, Erfahrungen sammeln und vor allem das Schichtenprinzip. «Wer unsicher ist, kann Kleider übereinander ziehen und sich entblättern, wenn es zu warm wird», empfiehlt Kühne. Im Zweifelsfall lieber weniger anziehen, rät Patricia Morceli, die seit über 10 Jahren als Profi rennt: «Ich gebe es zu, ich friere die ersten fünf Minuten lieber, als dass ich zu warm angezogen bin». Den Kopf aus dem Fenster strecken, aus dem Haus und loslaufen lautet ihr Rezept. Wer noch lange rumsteht, friert.

Socken – damit der Schuh nicht drückt
Gute Laufschuhe bringen nicht viel, wenn die Socken nicht sitzen. Wunde Füsse und Blasen – und dass einem der Spass am Training vergeht, können die Folge sein. Manche Sportsocken enthalten einen hohen Anteil Baumwolle. Diese speichern Feuchtigkeit und machen Reibungsflächen. «Im Vergleich zu normalen Sportsocken haben Laufsocken einen höheren Anteil Funktionsfasern», erklärt Kühne. Anfänger erkennen Laufsocken an verstärkten Zehen und Fersen. Lieber ein bisschen mehr ausgeben, damit ich mich wortwörtlich auf die Socken machen kann.

Sport-BHs: Keine Ausreden mehr
Spezielle Sport-BHs gibt es eine ganze Menge: unterschiedliche Modelle für verschiedene Sportarten mit Stützfunktion von leicht bis stark. Eine grosse Oberweite ist also keine Ausrede mehr, nicht zu joggen. Doch wer ohne passenden BH rennt, muss mit Schmerzen oder Hängebusen rechnen. Auf beides kann ich verzichten, daher greife ich lieber gleich zum richtigen Sport-BH. «Das Wichtigste ist die Stützfunktion», sagt Kühne «aber auch, dass er optimal sitzt». Zu kleine BHs engen ein, zu grosse stützen nicht ausreichend. Es lohnt sich beim Anprobieren auf Nähte zu achten. Sie können die Haut aufreiben. Sport-BHs unbedingt anprobieren.

Mit Funktion und Stil macht Rennen Spass
Nach meiner Shoppingtour komme ich zum Schluss: Die richtige Kleidung, die für alle Läufer passt, gibt es nicht. Rennen kann ich in jeder atmungsaktiven Kleidung. Dennoch muss ich zugeben: Stylische Sportkleider sind eine zusätzliche Motivation. Mit der richtigen Funktionsbekleidung macht Rennen bei jedem Wetter Spass.


Liebe Leser, auf was achten Sie, wenn Sie Sportbekleidung kaufen? Wir freuen uns über Ihre Tipps im Kommentarfeld.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sofakrümel am 15.03.2017 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    egal welche kleidung.

    ich sehe öfters einen typen in zerfetzten leggins und badehose drüber. dazu ein ausgeleiertes shirt. scheint trotzdem zu funktionieren.

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  • Hobby-Läufer am 15.03.2017 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Die wollen natürlich dein Geld

    Laufen gilt generell als kostengünstige Sportart, und so soll es auch bleiben. Wer all diese Tipps der "Experten" beherzigt, gibt schnell einmal 500 bis 1000 Franken für eine komplette Ausrüstung aus. Absolut unnötig, ausser du hast Profi-Ambitionen. Atmungsaktive Shirts und eine Jacke sind von Vorteil, gute Schuhe gibt es bereits für unter 100 Franken (im K-Tipp bestätigt). Funktionelle Unterwäsche/Socken und spezielle Laufhosen braucht es nicht, gewöhnliche Trainerhosen tun es auch.

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  • Patrice am 16.03.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Schlabberkleidung vs. Atmungsaktive

    Bin lange in Schlabberkleidung mit schlechten Schuhen und normalen Socken zu meinen Anfangszeiten gerannt (wollte schiesslich schauen, obs was für mich ist, um Stress abzubauen). Dann hab ich im Ausverkauf (am besten bei Beginn) atmungsaktive Kleider gekauft (Schuhe für harte Untergründe, Hose, Socken, Longshirt und Jacke) und seit da hat sich das Joggen total verändert! Ich gehe viel lieber, da ich keine Blasen mehr krieg und es sich nicht so schwer am Körper anfühlt. Ich denke, dass es zu Beginn gut ist, das zu verwenden was man hat und wenns einem Spass macht, langsam aufzustocken.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Fabian am 22.03.2017 12:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Hauptsache Outfit stimmt.... einfach Panne.... Aber typisch für heute, der Schein zählt, alles andere ist bestenfalls zweitrangig.

  • Herr Max Bünzlig am 21.03.2017 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    am besten ist es doch, gar nicht erst zu rennen, in der Ruhe liegt die Kraft

  • L.S. am 21.03.2017 08:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Outlet

    Am besten nach Cham fahren ins Adidas Outlet. Oder sonst ein Sport Outlet. Mit 200 Franken kann man sich da schon komplett austüsten.

  • Cybot am 20.03.2017 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Socken

    Atmungsaktive Socken machen die Sache tatsächlich einiges angenehmer, musste ich feststellen. Auf den ganzen Rest kann ich aber gut verzichten, in einem alten T-Shirt jogge ich auch nicht schlechter. Und das ist sicher weniger krebserregend als diese ganze Funktionskleidung aus dem Chemielabor.

  • andy am 18.03.2017 05:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    leichter = besser?

    wenn es leichter geht mit der neuen kleidung, geht's dann nicht automatisch auch besser