Kündigen? Krank melden?

10. November 2017 08:45; Akt: 10.11.2017 10:35 Print

Whatsapp im Job – was ist o. k., was daneben?

Whatsapp, Facebook Messenger oder Skype werden heute in der Arbeitswelt rege genutzt. In welchen Situationen der Einsatz angebracht ist – und in welchen nicht.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Noch schnell eine Whatsapp-Nachricht an die Kollegin, dass man nicht an die Sitzung kommt – diese Art der Kommunikation ist längst im Job-Alltag angekommen. Nicht nur im Privatleben, auch im Beruf werden Smartphone-Nachrichtendienste immer wichtiger. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der deutschen Marktforscher von Respondi. Sie besagt: 52 Prozent der Arbeitnehmer nutzen Messenger, um innerhalb des Teams zu chatten.

Umfrage
Kommunizieren Sie per Messenger mit Ihrem Chef?

Solange man seinen Job gut macht, haben die meisten Chefs auch gar nichts dagegen. Doch gibt es Situationen, in denen der Einsatz von Messengern nicht angebracht ist? Gibt es gar rechtliche Grenzen? 20 Minuten hat fünf Fälle analysiert.

• Krank melden
Wenn am Morgen der Hals kratzt und die Glieder schmerzen, ist es verlockend, sich per Whatsapp beim Chef abzumelden. Das ist rechtlich gesehen sogar erlaubt – sofern im Arbeitsvertrag oder im Personalreglement nichts anderes vorgeschrieben ist. Empfehlen würde es Arbeitsrechtsexperte Roger Rudolph trotzdem nicht.

• Verspätung anmelden
Der Zug steckt fest oder das Auto im Stau – was wäre einfacher, als das schnell der Chefin im Messenger zu schreiben? Aber Achtung: Es kommt in diesem Fall auf den Vorgesetzten und das Arbeitsklima im Team an. Wer ohnehin schon oft mit der Chefin geschäftlich chattet, dürfte in der Regel nichts zu befürchten haben. Wichtig ist dennoch die Form: Eine höfliche Anrede und fehlerfreies Deutsch sind ein Zeichen von Respekt – auch im Chat.

• Kündigen
Die Kündigung einzureichen, ist meist unangenehm. Im Messenger erspart man sich die persönliche Konfrontation mit dem Chef. Doch abgesehen davon, dass es nicht die feine Art ist, rät Arbeitsrechtler Rudolph «dringend» von dieser Form der Kündigung ab. «Nur eine schriftliche Kündigung gegen Quittung oder ein Einschreiben bringt wirklich Rechtssicherheit», sagt er zu 20 Minuten. Unzulässig ist es aber nicht, den Job per Whatsapp an den Nagel zu hängen – das OR kennt für Kündigungen keine Formvorschriften. In den meisten Arbeitsverträgen gibt es dazu jedoch meist klare Regeln.

• Termine vereinbaren
Auch hier gilt: Wenn es sich im Team bereits etabliert hat, gewisse Absprachen im Whatsapp-Chat zu machen, spricht auch nichts gegen eine Terminvereinbarung auf diesem Weg. Bei Terminen mit dem Chef ist die Faustregel: Je höher oben in der Hierarchie er ist, desto formeller sollte die Terminfindung vonstattengehen – also etwa per E-Mail und oder sogar über den Assistenten des Vorgesetzten.

• Probleme besprechen
Der Kollege mobbt, die Abläufe sind holprig, das Projekt geht nicht voran: Bei ernsthaften Problemen ist es wenig ratsam, diese der Chefin im Whatsapp-Chat um die Ohren zu hauen. Auch Experten sind sich einig: Um Konflikte zu lösen, ist der Messenger nicht optimal. Es entstehen beispielsweise schnell Missverständnisse, weil man Mimik und Gestik des Gegenübers nicht vor sich sieht. Echte betriebliche Probleme bespricht man deshalb immer noch am besten im Vier-Augen-Gespräch mit dem Vorgesetzten.

(vb)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Milo am 10.11.2017 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Das weiss man!

    Grundsätzlich gilt doch: Wer einen gesunden Menschenverstand hat, weiss wie im beruflichen Alltag mit WhatsApp umzugehen ist.

    einklappen einklappen
  • Andri am 10.11.2017 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder macht es

    Jeder geht mal ans Handy, solange die Arbeit nicht darunter leidet ist es kein Problem

    einklappen einklappen
  • Anja am 10.11.2017 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Rad ist rund

    Ich habe von meiner ehemaligen Chefin meine Kündigung via whatsapp erhalten. Nach so einer Nachricht kann man doch nur froh sein in dem Unternehmen nicht mehr arbeiten zu müssen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berit am 13.11.2017 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Gruppenchat nur für Ausgewählte

    Schlimm finde ich, dass bei uns der Gruppenchat für Mitarbeiter dann doch nur für solche Leute zugänglich ist, die dem Administrator persönlich genehm sind. Das schafft ein Zweiklassen-System innerhalb der Firma und es hinterlässt einen schalen Nachgeschmack, denn so kann man sich ja selber ausrechnen, wie es da drin her und zu gehen wird. Vermute eine einzige Lästerhöhle. Leider unterbindet das Management diese Praxis nicht, was viele hier richtig fänden. Sowas ist komplett daneben, wenns im Namen der Firma geschieht! Ich selber fühle mich gestresst von Gruppenchats, bin nirgends dabei!

  • IT Tech am 13.11.2017 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Geschäftsdaten über WA

    Mich fragen angeblich hochgebildete Ingenieure und Manager, warum sie keine Business-Daten (Angebote, Zeichungen, etc.) über Whatsapp versenden dürfen? Warum haben wir kein WA auf unseren Geschäftshandys? Das sagt bereits alles. Wir sind wir in einer Branche tätig, wo der chinesische Kopierfreund nur drauf wartet, Pläne und Technologien unserer Maschinen in die Finger zu bekommen.... Bei solchen Dingen setzt der Verstand offensichtlich komplett aus!

  • Dani am 12.11.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso "Chefin"?

    Es könnte auch ein Chef sein..das ist Diskrimminierung. Haha.. ;-)

  • Yves N. am 11.11.2017 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    THREEMA

    Auf allen unseren Geschäfts-iPhones ist der THREEMA-Messenger installiert. Für die innerbetriebliche Kommunikation darf aus Sicherheitsgründen nur dieser benutzt werden. Wer kein Geschäftshandy hat muss den THREEMA-Messenger auf das private Smartphone laden.

  • Mugere Sebi am 11.11.2017 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn schon denn schon

    Ich brauche es immer während der Arbeitszeit ist ja Bezahlt also was will man mehr.