London

10. November 2017 18:58; Akt: 12.11.2017 17:14 Print

Uber muss Fahrern Ferien und Mindestlohn zahlen

Der Fahrdienstvermittler will kein Arbeitgeber sein, sondern eine Plattform für selbstständige Fahrer. Nun ist Uber mit seiner Argumentation auch in London aufgelaufen.

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Fahrer sind als Angestellte zu behandeln: Die Uber-App auf einem Handy in London. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Will Oliver/EPA)

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Der US-Fahrdienstvermittler Uber muss seinen Fahrern in Grossbritannien den Mindestlohn zahlen. Die Fahrer seien als Angestellte zu betrachten und damit mindestlohnberechtigt, stellte ein Arbeitsgericht in London am Freitag fest. Für Uber fahren nach Unternehmensangaben allein in der britischen Hauptstadt 40'000 Fahrer.

Zwei Uber-Fahrer in Grossbritannien hatten im Oktober 2016 vor einem Arbeitsgericht in erster Instanz durchgesetzt, dass sie Anspruch auf Feriengeld, Krankengeld und den britischen Mindestlohn von derzeit 7,50 Pfund (knapp 10 Franken) haben. Dagegen legte die US-Firma Berufung ein. Diese Berufung wies das Arbeitsgericht in London nun zurück.

Uber pocht auf bekannte Argumentation

Einer der Kläger, Yaseen Aslamn, hatte gesagt, Uber-Fahrer seien wegen der hohen Kosten «an die Arbeit gekettet». Es gebe Fahrer, die im Auto schliefen, und solche, die 90 Stunden pro Woche führen, um dann mit einem Verdienst nach Hause zu kommen, der dem Mindestlohn entspreche.

Uber dagegen argumentierte, die grosse Mehrheit der Fahrer wollten ihre «Freiheit» und ihr eigener Herr sein. Bei Uber hätten sie die freie Wahl und könnten Arbeitsdauer und Arbeitszeiten selbst bestimmen.

Auch in der Schweiz argumentiert Uber, es sei ein Technologie-Unternehmen und biete bloss eine elektronische Plattform für selbstständige Taxi-Fahrer und ihre Kunden an. Und auch in der Schweiz hat die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) entschieden, Fahrer des Taxi-Diensts Uber als Angestellte einzustufen. Zwischen dem Fahrer und Uber bestehe klar ein «Abhängigkeitsverhältnis», schreibt die Suva in ihrem Entscheid.

Bekannter Dienst

Uber vermittelt über Smartphone-Apps Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen und ist vor allem etablierten Taxiunternehmen ein Dorn im Auge. Das Unternehmen war 2009 gegründet worden und ist mittlerweile das wertvollste Start-up mit Beteiligungskapital.

(mch/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sebastian am 10.11.2017 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Recht ist recht!

    Schön, wenn moderne Sklaverei auch in anderen Ländern nicht tolleriert wird. Ich will auch nicht zuviel bezahlen, aber ich will für meine Arbeit einen anständigen Lohn. Es sollen sich nicht nur Fachkräfte aus dem Ausland das Leben in der Schweiz leisten können.

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  • Werner Wenger am 10.11.2017 21:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Scheinfreiheit mit Sorgen in der Zukunft

    Bei allem Verständnis für Personen, die in der Freiheir arbeiten wollen, das geht auf lange Sichtnicht. Mit einem so greingen Einkommen schlittern dies Scheinselbständigen in die Armut und in die Sozialfalle. Und wer bezahlt das dann. Alle, die sich um ordentlich Arbeit bemühen und sich dort bewähren.

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  • slainan am 10.11.2017 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Uber Nein

    Liest das Buch: Die unbequemen Wahrheiten von Sharing Economy. Deins ist Meins von Tom Slee. Dann wisst ihr echt Bescheid.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandra am 13.11.2017 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    ÖV Nutzerin

    ich nutze wenn immer möglich nur ÖV. klar vorgegebene Preise und nach Fahrplan und dies egal in welchem zivilisierten Land.

  • Kirigaya Kazuto am 13.11.2017 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe das gejammere nicht

    Ich werde jetzt bestimmt auch fertig gemacht, aber ich habe in der USA ca. 80 fahrten mit UBER gemacht und jeder wirklich, jeder machte dies Nebensächlich. Den Tagdurch hatten sie einen Job oder vielleicht gerade Frei, und um sich einen Nebenverdienst zu leisten oder ganz einfach weil sie gerne Autofahren, sind sie für UBER gefahren. Die fuhren dann vielleicht alle 2 Wochen oder auch 2 Mal pro Woche. Also wieso sollte UBER den Mindestlohn zahlen? Das ist einfach kein Vollzeitberuf. Das hat UBER auch nie behauptet. Hatte einen Fahrer mit einem Audi A6. Wohl kaum durch Taxifahren Finanziert

    • Rene S. am 13.11.2017 15:50 Report Diesen Beitrag melden

      @KK der NichtVersteher

      Sie verstehen einfach zu wenig. Nochmals zur Schule gehen um zu Wissen, was Gesetze sind! Menschen die Personen gegen Entgelt herumfahren, MÜSSEN: Fahrtenschreiber, Fahrerlaubnis, 0,0 Promille und Ruhezeitkontrolle haben! Um nur das Wichtigste zu nennen. Da kann keiner Tagsüber arbeiten und Abends noch Kunden herumfahren! Erst wenn der Gesetzgeber die Gesetze ändert, ist UBER und Co Legal! Aber dann viel Spass auf der Strasse.

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  • simon am 13.11.2017 05:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am schlimmsten ist

    Das es auch in der Schweiz massiev Zuspruch für Über gibt weill billig. Das man damit ausbeutung und sklaverei in reinform unterschätzt ist egal. Geld kommt vor Moral. Uber gehört verboten.

  • Jackson am 12.11.2017 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe icht

    Wieso sollten sie Ferien bezahlen ,wenn die fahrer als selbständige Arbeiter arbeiten?! Niemand sagt,diese müssen dies Hauptberuflij machen

  • Sehnsucht 6 7 am 12.11.2017 13:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch Ami Firma.

    Ich finde es dreist und entbehrt jeglicher Kultur der Arbeit. Eine elektronische Plattform zu machen um dann die Angestellten aussen vor zu lassen und jegliche Verantwortung nicht wahrnehmen. Ich hoffe das dieses Arbeitsmodell keine Schule macht den das hat Formen von moderner Sklaverei angenommen . Ich hab's immer schon gesagt : ist der Angestellte zufrieden wird auch der Kunde zufrieden ist der Kunde zufrieden dann ist auch das Unternehmen zufrieden alles andere ist utopisch und reine Geldmacherei. An Uber bezahlt anständige Löhne dann werdet ihr auch einen grösseren Gewinn generieren und seit auch ihr zufrieden aber eben typisch Ami Firma die nur daraus aus ist soviel Kohle zu verdienen auf dem Rücken der Mitarbeiter.