Watch-List der EU

05. Dezember 2017 14:28; Akt: 05.12.2017 17:07 Print

Schweiz landet unerwartet auf Steuersünderliste

Entgegen ersten Annahmen setzt Brüssel die Schweiz auf die sogenannte Watch List. Kritisiert wird damit die Steuerpraxis.

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Kritik an Regime zur Steuervermeidung: Eine EU- und eine Schweiz-Flagge in einem Büro in Zürich. (Bild: Keystone)

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Die EU-Finanzminister haben am Dienstag in Brüssel zwei Listen mit Steueroasen verabschiedet: eine schwarze und eine graue Liste. Die Schweiz befindet sich entgegen ersten Annahmen nun doch auf der grauen Liste.

Gemäss dem französischen Finanzminister Bruno Le Maire befinden sich 17 Länder auf der schwarzen Liste. Die betroffenen Staaten und Gebiete täten aus Sicht der EU nicht genug, «um Steuerflucht zu bekämpfen», sagte Le Maire vor Journalisten. Darunter sollen sich nach Angaben aus EU-Kreisen Südkorea, Tunesien, Panama und die chinesische Sonderwirtschaftszone Macau befinden.

USR III spielt entscheidende Rolle

Staaten auf der grauen Liste, im Fachjargon Watch List genannt, haben gegenüber der EU Zusagen gemacht, Änderungen an ihren Steuerpraktiken vorzunehmen. Die Schweiz hatte der EU schon 2014 zugesagt, von Brüssel kritisierte Regime zur Steuervermeidung abzuschaffen. Doch mit der Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III (USR III) an der Urne geschah dies nicht.

Die EU arbeitet schon seit April 2016 an der schwarzen Liste, nachdem über die Panama Papers weltweit verbreitete Praktiken zu Steuerflucht und -vermeidung enthüllt worden waren.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melina am 05.12.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Klar ist die Schweiz da drauf

    Schliesslich haben wir der EU erst gerade 1,3 Millarden Franken gegeben! Und der Bundesrat macht artig Männchen wenn der Juncker pfeifft!

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  • Edmund am 05.12.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Unwichtig

    Macht eigentlich nichts, es sind genau diese Aktionen die uns veranlassen diese EU auf die Schwarze Liste zu setzen.

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  • FASANO am 05.12.2017 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Naivlinge in Bern

    Und der Bundesrat hat soeben noch frohlockt, die Schweiz stünde nicht auf dieser Liste. Wann endlich merken die Naiven in Bern, dass sie keiner ausländischen Aussage trauen können? Exakt so, wie wir selber dem Bundesrat nicht trauen dürfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alles wird gut am 07.12.2017 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU als Witzverein

    Und wo auf der Liste ist z.B. Holland, die Kanalinseln und USA?

    • Juncker am 07.12.2017 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alles wird gut

      Ja und Luxembourg gehört auch dazu. Dort werden ganz Tricks mit Funds von den Behörden offeriert, womit man auch kaum Steuern zahlt.

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  • Dütscher am 06.12.2017 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Grosse Heuchelei und pure Verlogenheit

    Grosse Heuchelei und pure Verlogenheit. Wo sind die EU-Steuersünder wie Luxemburg? ...Niederlande? Irland? UK? ...ok UK ist ja bald raus aus der EU :D ...das kommt mir vor wie, als ob die Diebe rufen: "haltet den Dieb" und die Diebe selber sind sich keiner Schuld bewusst und legen das Tuch des Schweigens über ihre eigenen Schandtaten...ja die Bösen sind immer nur die anderen :P ...aber wär die Schweiz auch in der EU, dann würde dieses sympathische Land nicht auf der Liste stehen :D

  • Swissgirl am 06.12.2017 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkt an das römische Reich

    Die Schweiz wird in 100 Jahren noch da sein, die EU geht in nicht allzuferner Zeit mit fliegenden Fahnen unter.

  • Grubi am 06.12.2017 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    who cares?

    Die Schweiz ist auf irgendeiner EU-Liste? Wie sagt Alfred E. Neumann doch so schön: Na und?

  • Obolus am 06.12.2017 16:43 Report Diesen Beitrag melden

    Steuer sparen

    Die Unternehmenssteuerreform wurde von den Exponenten der CH während vielen Jahren willentlich verschleppt und letztlich vom Souverän "versenkt". Auch der neue Anlauf hat keine Eile. Die derzeitig eingeschlagene Sparhysterie im Kleinen darf in Anbetracht der weiterhin angedachten Steuergeschenke für Grossbetriebe (Holding-Privilegien, etc.) nicht akzeptiert werden. Ohne AHV-Lösung - keine Unternehmenssteuerreform 17! Und zwar in dieser Reihenfolge - die vermeintliche "dringende" UNTERNEHMENSSTEUERREFORM 17 bedarf einer massiven ABLEHNUNG.