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10. Oktober 2018 11:53; Akt: 10.10.2018 13:24 Print

Warum zahlt Krankenkasse meine Behandlung nicht?

Mit einem Kassenwechsel lässt sich Geld sparen. Doch muss mich jede Krankenversicherung aufnehmen? Comparis-Experte Felix Schneuwly beantwortet Leserfragen.

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Experte für Krankenkassen: Felix Schneuwly vom Vergleichsdienst Comparis beantwortete im Live-Chat- und -Stream Leserfragen. Zu Besuch in der Redaktion: Comparis-Krankekassenexperte Felix Schneuwly (links) beantwortet in der 20-Minuten-Redaktion die Fragen der Leser. Rechts im Bild: Sandro Spaeth, Leiter Ressort Wirtschaft. «Es ist unrealistisch, dass die Gesundheitskosten mittelfristig nur 1,2 Prozent steigen», sagt Felix Schneuwly, Krankenkassen-Experte bei Comparis, im Interview mit 20 Minuten. «Es ist sehr kurzfristig von Gesundheitsminister Alain Berset, der Bevölkerung zu vermitteln, man habe die Situation im Griff», kritisiert Schneuwly. Jeder Prämienanstieg unter dem langjährigen Kostenwachstum von 3 Prozent hat laut Schneuwly später zu einer umso stärkeren Erhöhung der Prämien geführt. «Es ist leider zu befürchten, dass der Prämienschock schon nächstes Jahr wieder kommt», so der Experte. 2019 wächst die mittlere Prämie um 1,2 Prozent. Seit 2008 ist es der tiefste Wert. Am stärksten steigen die Prämien im Kanton Wallis. Wie die AHV hat auch das Krankenversicherungssystem ein Problem bei der Demografie. Eine immer kleinere Gruppe junger Gesunder muss eine immer grösser werdende Gruppe von älteren, kränkeren Leuten finanzieren. Die Prämie der jungen Erwachsenen zwischen 19 und 25 Jahren sinkt, weil das Parlament entschieden hat, diese Altersgruppe zu entlasten, informierte Gesundheitsminister Berset. Der Bund weist neu die Entwicklung der mittleren Prämie aus und nicht mehr die Standardprämie eines Erwachsenen mit der Franchise von 300 Franken. Der Grund: Die Standardprämie ist nicht mehr repräsentativ, weil viele Versicherte andere Franchisen wählen. So entwickeln sich die Prämien der Kinder, jungen Erwachsenen und der über 25-Jährigen. Je nach Kasse gibts grosse Unterschiede bei den Prämien.

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Zwar steigen die Krankenkassenprämien mit im Schnitt 1,2 Prozent aufs neue Jahr weniger als auch schon. Mittelfristig dürften die Gesundheitskosten und damit auch die Prämien durch die älter werdende Gesellschaft wieder stärker steigen.

Geld sparen lässt sich mit einem Krankenkassenwechsel. Doch muss mich eine Versicherung überhaupt aufnehmen? Und ist es richtig, dass man bei gewissen Kassen die Medikamente vorausbezahlen muss?

Am Mittwoch beantwortete Experte Felix-Schneuwly vom Vergleichsdienst Comparis im Live-Chat und -Stream Leserfragen.

(sas)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • W.Kern am 10.10.2018 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Obligatorium abschaffen

    Jedes Jahr die gleiche Leier. Man spart und trotzdem steigen die Prämien jedes Jahr munter weiter. Macht doch bald keinen Sinn mehr.

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  • Ruedi am 10.10.2018 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sparen

    Max. Franchise 2500 plus 700 Selbstbehalt pro Jahr kostet 200 im Monat und ist eine Risikoversicherung für grössere Fälle die man leider per Gesetz zahlen muss. Danke Ruth Dreyfuss.

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  • Kurt am 10.10.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hier ein paar Gründe

    Wie soll man sonst auch die Armen abzocken? Wie sollen die hohen Saläre der Teppichetage bezahlt werden? Und wie soll man sonst den Refutschis den grossen Service bezahlen? Das geht nur mit einer oligatorischen KK.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Patient am 11.10.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    ich musste mein Leben lang nie zum Arzt und war gesund, habe einigermassen gesund gelebt, Sport getrieben, nie Übergewicht gehabt, nur in die KK einbezahlt. Hätte nie daran gedacht, von heute auf Morgen chronisch krank zu werden und plötzlich Zehntazsende im Jahr zu kosten. wer denkt denn an so was? Für so unvorhersehbare und komplizierte Dinge brauchts einfach Schutz und Regeln, zumindest in zivilisierten Gesellschaften. Oder möchtem Sie wirklich an alles selber denken müssen?

  • imWestenNichtsNeues am 11.10.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    stark steigend

    meine Prämien erhöht sich um 37%, wer spricht hier über 1,5% ist dem nicht so. Bin nämlich bei den billigsten Assura

  • Tom Lauper am 11.10.2018 00:02 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Vorschläge Teil 2

    Das wichtigste ist aber der Systemwechsel bei der Behandlung.Weg vom Bezahlen von Behandlungen, hin zu Bezahlung von Erfolgen. Häute bekommt Arzt und Pharma Geld für eingestze Medis und durchgeführte Behandlungen egal ob sie nützen oder sinnvoll sind. Man müsste aber die Behandlung nach seiner wirkung bezahlen. Dann hören diese unnötigen Behandlungen schnell auf.Die Pharma ist mit diesem System einverstanden. Die Ärzte natürlich nicht...

    • Denker am 11.10.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      Und wer zahlt für unnütze Medis?

      Die Frage ist dann, wer für die nicht wirksamen Medis bezahlt, einen Teil müssten dann schon die Pharma wegen falscher Versprechen bezahlen, dann finden sie das bestimmt auch nicht mehr lustig.

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  • Tom Lauper am 10.10.2018 23:59 Report Diesen Beitrag melden

    Meine Vorschläge Teil 1

    Meine Vorschläge Wer in den Notfall geht bezahlt immer CHF 50.00 selber egal,ob tatsächlicher Notfall oder nicht. Bei einem richtigen Notfall intressieren diese 50 Franken niemand und es gibt keine administrativen Aufwand zu unterscheiden ob es ein Notfall war ider nicht. Mindestfranchise CHF 1000 max Franchise CHF 10000. Wer schlau ist legt sich dann die Prämienersparnis auf ein Konto und bezahlt damit die Rechnungen. Wer arm ist bezahlt die KK ja eh nicht oder bekommt Rabatt. Wer teure Behandlungen braucht fährt immernoch sehr gut.

  • Rolf am 10.10.2018 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ists vielleicht so

    zählt man von den Abgezockten diejenigen ab, die nicht in die grünstiste Grundversicherung wechseln, bleiben 50%, minus diejenigen mit unnötigen Zusätzen = 25%, minus nicht optimierten Franchise = 3%. Von denen kriegen einige die Prämie vom Staat bezahlt oder haben Prämienverbilligung, bleiben noch 0,1%. Für diese sollte die Politik was machen.