Streit eskaliert

06. Dezember 2017 12:40; Akt: 06.12.2017 12:53 Print

Google blockiert Youtube auf Amazon-Geräten

Geliebt haben sich Google und Amazon nie. Doch jetzt eskaliert ein langjähriger Streit und die Tech-Giganten beginnen sich gegenseitig zu sabotieren.

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Google macht sein beliebtes Videoportal Youtube unzugänglich für die Amazon-Geräte Fire TV und Echo Show. Der Dienst werde blockiert, weil es an Gegenseitigkeit im Umgang mit den Produkten des jeweils anderen fehle, teilte Google am Dienstag (Ortszeit) in einer Stellungnahme mit.

Hintergrund des Streits ist Amazons Weigerung, Google-Produkte zu verkaufen, die im Wettbewerb mit Amazon-Geräten stehen. Darunter fällt beispielsweise Googles Streamingdienst-Adapter Chromecast als Alternative zu Fire TV.

Die Auseinandersetzung wirft ein Licht auf die Macht, die die grössten Technologiekonzerne der Welt mittlerweile in Handel und Kommunikation haben. Für Konsumenten könnte der Streit bedeutende Auswirkungen haben.

Amazon beschränkt sein Angebot

Als grösster Onlinehändler hat Amazon starken Einfluss darauf, was Kunden kaufen. Die Suchmaschine und entsprechende Ergebnisse von Google dagegen helfen Kunden bei der Entscheidung, was sie off- und online tun.

Neben Chromecast ist auch Home betroffen, Googles Smart-Home-Lautsprecher und Konkurrent von Amazons Marktführer Echo. Konsumenten können das Gerät nicht bei Amazon bekommen. Der Onlinehändler reagierte zunächst nicht auf die Bitte um einen Kommentar.

Google will erreichen, dass seine Produkte doch auf der Plattform des Onlinehändlers angeboten werden. Falls keine Lösung des Konflikts zustande kommt, wird YouTube ab dem 1. Januar nicht mehr auf Fire TV abspielbar sein.

Von Echo Show sollte die Plattform bereits am Dienstag verschwinden. In Auseinandersetzungen zuvor hatte Amazon aber Wege gefunden, nicht-autorisierte Youtube-Versionen zugänglich zu machen.

Langjährige Rivalität

Die Streitigkeiten zwischen Google und Amazon bestehen bereits seit mehreren Jahren, der Wettbewerb nahm stetig zu. Eines der ersten sichtbaren Widrigkeiten war Amazons Entscheidung, die Google-Software Android für mobile Geräte für seine E-Book-Reader neu zu entwickeln. Vor zwei Jahren verbannte Amazon Chromecast aus seinem Verkaufsangebot, obwohl der Streaming-Adapter zu den am meisten verkauften Elektrogeräten gehörte.

«Wie ironisch, oder?»

US-Internetprovider verhöhnten die Auseinandersetzung indes. Sie verwiesen auf die Vorschriften zur Netzneutralität. Der Chef des Telekommunikationsanbieters US Telecom, Jonathan Spalter, sagte, Provider fühlten sich dazu verpflichtet, dass kein Inhalt blockiert oder beschnitten werden. «Es sieht so aus, also ob die grössten Internetkonzerne nicht das Gleiche sagen könnten. Wie ironisch, oder?»

(mch)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Vogel am 06.12.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Ohje

    Amazon ist echt übel, der Chef Jeff Bezos ist ein eiskalter Geschäftsmann und die Mitarbeiter werden nach Strich und Faden ausgenutzt.

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  • Thomas am 06.12.2017 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wettbewerb

    Die Wettbewerbskomission/behörde müsste da doch schon lange aktiv geworden sein(?)

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  • Der Tom am 06.12.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    google kann viel

    Google könnte uns auch weltweit eine digitale Schweigeminute schenken. Fast alles ist von Google abhängig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kurt am 07.12.2017 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unfair

    bei mir laufen beide Systeme paralell und greifen auf meinen openhab2 Server zu. Google. erkennt zwar die Stimme viel besser aber alexa hat so viel mehr skills. das recht unsportlich von Google

  • Mamacita am 07.12.2017 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    Weltvormachtstellung zweier Konzerne

    Wer diese beiden "Dienste" nutzt ist selber schuld. Gerade lief eine Doku über Amazon und diese sprachgesteuerten Assistenten. Wenn ich da Aussagen höre wie: Ohne geht gar nicht, da wäre das Leben nicht mehr lebenswert.... muss ich zugeben, die Leute haben einen an der Waffel und obendrauf überhaupt keine Ahnung davon, wie abhängig wir uns unterdessen von nur wenigen Konzernen gemacht haben und das Ende ist leider noch lange nicht in Sicht! Doch, es geht auch ohne wunderbar...

  • DangerRanger am 06.12.2017 22:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der gute alte...

    ... Kapitalismus ;-) Alles für den Profit. ;-)

  • Meier Ruedi am 06.12.2017 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiter so

    Kein Problem, kaufe von beiden nichts

    • Der Erste Affe am 07.12.2017 03:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Meier Ruedi

      Google kennt dich auch so...

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  • Joe Kilchmann am 06.12.2017 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch in der CH

    unsere liebe Post machte jahrzehnte lang dasselbe: Bezahlen am Schalter nur mit Postcard...und.. Niemand aus der Politik hat sich für uns Konsumenten eingesetzt

    • Nikinio am 06.12.2017 22:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Joe Kilchmann

      Beim Postschalter im Voltacenter(Basel) muss ich auch immer zuerst Geld abheben bevor ich bezahlen kann. Sie akzeptieren meine BKB-Karte nicht...

    • Der Erste Affe am 07.12.2017 03:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nikinio

      +4.xx schaltergebühr

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